Lehre in der Palliativmedizin (Querschnittsbereich 13)

Palliativmedizinische Behandlung umfasst die Linderung von körperlichen Symptomen sowie die Beachtung der psychischen, sozialen und spirituellen Bedürfnisse der Patienten und ihrer mit dem Ziel die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Palliativmedizinische Betreuung sollte den Patienten und ihren Angehörigen sowohl während der Erkrankung als auch in der Sterbephase angeboten werden.

Durch die Aufnahme von Palliativmedizin in der ärztlichen Approbationsordnung als Pflichtfach im Querschnittsbereich 13 soll der palliativmedizinische Ansatz und palliativmedizinische Grundkenntnisse allen Studierenden vermittelt werden um so die Regelversorgung unheilbar kranker und sterbender Menschen zu verbessern. Dazu gehört die Vermittlung von grundlegendem Wissen (knowledge) und Fertigkeiten (skills) sowie die Reflektion eigener Wertvorstellungen, Einstellungen und Haltungen (attitudes) zu den Themen Krankheit, Sterben, Tod und Trauer.

Die Lerninhalte umfassen u.a.

  • Grundlagen und Geschichte der Hospiz- und Palliativbewegung
  • Organisationsstrukturen palliativmedizinischer und hospizlicher Versorgung (Palliativstation, Palliativmedizinische Dienste in Krankenhäusern, ambulante Palliativversorgung, Hospiz, Ehrenamtliche)
  • Prinzipien symptomorientierter Behandlung und Therapie einzelner Symptome,
  • Ethik und Entscheidungen am Lebensende,
  • Unterstützung von Angehörigen
  • Kommunikation
  • Trauer

Lernziele

sind (in Anlehnung an den Gegenstandskatalog der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin)

  • ein Zugang zum Patienten in biologischer, psychologischer, sozialer und existenzieller Dimension sowie die Möglichkeiten, Grenzen und ethische Konflikte der ärztlichen Rolle,
  • die Fähigkeit, individuell angepasste Therapieziele definieren zu können,
  • die Kenntnis medikamentösen und nicht-medikamentösen Managements belastender Symptome,
  • das Verständnis für die Relevanz einer vorausschauenden Betreuung von Patienten und Angehörigen,
  • die Ausrichtung der Therapieziele an individuellen Bedürfnissen, Wünschen und Wertvorstellungen der Patienten und ihrer Angehörigen sowie
  • die Reflektion der eigenen Einstellung zu Sterben und Tod als Voraussetzung für eine kompetente Betreuung Schwerstkranker und Sterbender.

Die Lernziele dienen als Richtschnur für die Auswahl der Inhalte und Methoden. Inhalt und Methode müssen aufeinander abgestimmt sein. Unterschiedliche Lehrmethoden während eines Kurses oder Programms fördern nicht nur die Entwicklung einer lebhaften Atmosphäre und regen Teilnahme, sondern berücksichtigen auch die unterschiedlichen Lerntypen und -strategien der Studierenden. Der begrenzte Zeitrahmen erlaubt keine erschöpfende Darstellung aller palliativmedizinisch relevanter Themen (z.B. Symptomkontrolle). Daher werden aus didaktischen Gründen einzelne wichtige Themen herausgegriffen und beispielhaft behandelt (exemplarisches Lernen).

Methoden:

  • Kleingruppenarbeit
  • Vorlesungen
  • Rollenspiele
  • Supervision im klinischen Alltag
  • Simulationen (z.B. Simulationspatienten, Rollenspiele)
  • Exposition (empirisches Lernen) mit anschließender Diskussion

 

Die Zusammensetzung des Lehrkörpers sollte das Spektrum des multiprofessionellen Palliativteams widerspiegeln, um auch berufsgruppenspezifische Kenntnisse zu berücksichtigen (Arzt, Pflege, Psychologie, Physiotherapie, Seelsorge). Die inhaltliche Verantwortung liegt hierbei bei der Lehrstuhlinhaberin Palliativmedizin.