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Angehörigenprojekt

Entwicklung einer Kurzzeit-Intervention für Angehörige von Patienten in Palliativbetreuung – eine randomisiert kontrollierte Studie

Hintergrund:

Angehörige von Palliativpatienten sind einerseits Mitbetroffene, andererseits identifizieren sich Angehörige oft mehr mit der Rolle des Unterstützers des Patienten. Es gibt zahlreiche Studien zu den Belastungen von Angehörigen von palliativen Patienten, so zeigte u.a. eine Metaanalyse eine höhere absolute Belastung bei den Angehörigen im Vergleich zu den Patienten selbst. Angehörige tendieren dazu, eigene Sorgen und Probleme zurückzustellen und keine Hilfe zu beanspruchen, was eine Chronifizierung begünstigt. Zeitliche und organisatorische Barrieren erschweren zudem die Versorgung der Angehörigen mit der benötigten Unterstützung.
Für diese Studie wurde eine Kurzzeit-Intervention für Angehörige entwickelt. Inhalt der Intervention sind ein Achtsamkeitstraining und eine Aktivierung der sinnstiftenden und kraftgebenden Lebensbereiche des  Angehörigen (2 Gespräche, je ca. 1 Stunde, im Einzelsetting).
Anhand randomisierter Zuteilung erhalten die teilnehmenden Angehörigen entweder die Intervention (Interventionsgruppe) oder zwei unterstützende Gespräche, angelehnt an die Gesprächspsychotherapie von Rogers (Kontrollgruppe). Die Datenerhebung erfolgt zu vier Messzeitpunkten anhand von paper-pencil Fragebögen (Prä-Treatment, Post-Treatment, 4-Wochen-Katamnese, 6-Monats-Katamnese). Zusätzliche Daten von Angehörigen, die nicht an den Gesprächen teilnehmen konnten oder wollten, werden zu drei Messzeitpunkten erhoben.

Ziele und Vorgehen

• Randomisiert-kontrollierte Längsschnittstudie mit vier Messzeitpunkten.
• Primäres Ziel: Prüfung der Intervention (Achtsamkeit und Ressourcenaktivierung) auf ihre Wirksamkeit bezüglich Depression im Vergleich zur Kontrollgruppe
• Sekundäre Ziele: Prüfung der Intervention auf ihre Wirksamkeit auf Angst, subjektive und psychische Belastung, positiven und negativen Affekt, Lebenszufriedenheit und Lebensqualität sowie Inanspruchnahme medizinischer und nicht-medizinischer Leistungen
• Zusätzliche Fragestellung: Inwiefern unterscheiden sich Angehörige, die nicht an den Gesprächen teilgenommen haben bezüglich soziodemographischer Merkmale, Outcome-Parameter, Überzeugungen, Inanspruchnahme von anderen Unterstützungsmöglichkeiten und Inanspruchnahme medizinischer und nicht-medizinischer Leistungen

Informationen zur Förderung:

Stifterverband für die deutsche Wissenschaft e.V., H4207218999925214, 2014-2018.

Ansprechpartner aller ProjektmitarbeiterInnen und DoktorandInnen

Projektmitarbeiterinnen:

Martina Kühnel
Psychologin M.Sc.
Tel. +49 89 4400 77984
martina.kuehnel(at)med.uni-muenchen.de

Sarah Siebert
Dipl.-Psychologin
Tel. +49 89 4400 77926
sarah.siebert(at)med.uni-muenchen.de

Projektleiter

Prof. Dr. Martin Fegg
Dipl.-Psychologe
Tel. +49 89 24216130

martin(at)fegg.de