Subkutane Applikation

Nur wenige palliativmedizinisch eingesetzte Substanzen sind auch für den subkutanen Applikationsweg zugelassen.

Bei der subkutanen Applikation handelt es sich somit oftmals um einen Off-Label-Use!

Daten zur subkutanen Anwendbarkeit liegen für viele Substanzen vor, wobei es sich in der Regel um Fallberichte und Fallserien mit insgesamt wenigen Patienten handelt, also um Erfahrungsberichte und nicht um systematische Untersuchungen. Für eine Vielzahl von Medikamenten gibt es publizierte Erfahrungswerte. Auch wenn es keine offiziellen Empfehlungen hinsichtlich der Eigenschaften eines Arzneistoffes gibt, die ein Abschätzen der subkutanen Applikationsmöglichkeit erlauben, können mit Hilfe der publizierten [130, 131] und persönlich gesammelten Erfahrungen sicherlich Aspekte zusammengetragen werden, die sich im klinischen Alltag als Orientierungshilfe nutzen lassen.

Hierzu zählen:

·      gut wasserlösliche Substanzen; keine Lösungsvermittler notwendig, um die Substanz überhaupt erst in Lösung zu bringen

·       geringes Applikationsvolumen

·       möglichst wenig reizend

·       möglichst physiologischer pH-Wert und Osmolarität

 

Hinweis, dass eine Substanz reizend ist, kann z.B. die Fachinformation geben. So sollte die Information, dass die extravasale Anwendung zu Nekrosen führen kann, sicherlich besondere Aufmerksamkeit bekommen.
Der pH-Wert und die Osmolarität sind möglicherweise nur von untergeordneter Bedeutung. Mittlerweile ist bekannt, dass sowohl Substanzen mit extremen pH-Werten als auch mit hohen Osmolaritäten bei der s.c.-Applikation vom Patienten gut toleriert werden. Beispiele sind Midazolam (pH 2,9-3,7) und Omeprazol (pH 9,3-10,3) sowie Metamizol oder Levetiracetam.