Kombinationsverfahren

Vermeiden Sie Mischinfusionen. Wenn eine Infusionstherapie mit zwei oder mehr Medikamenten unumgänglich ist, beachten Sie bitte die folgenden Hinweise:

 

Kurzinfusionen

Je nach Zulassungsstatus und Wirkdauer ist eventuell die Gabe als Kurzinfusion möglich (ein- bis mehrmals täglich). Beispiele: Protonenpumpeninhibitoren, Dexamethason, Levetiracetam, Einsatz von Granisetron statt Ondansetron.

 

Applikation im Bypass/über Y-Stück

Hier muss eine sofort eintretende Inkompatibilität ausgeschlossen sein, z. B. aufgrund starker Unterschiede beim pH-Wert oder bei schwerlöslichen Substanzen. Beispiele: Midazolam (sauer) verträgt sich nicht mit Furosemid (alkalisch); Phenytoin (schwerlöslich).

 

Anpassung der Kontaktzeit an Kompatibilitätsdaten

Die Kontaktzeit der verwendeten Substanzen sollte möglichst kurz ausfallen. Seien Sie besonders vorsichtig bei fehlenden Kompatibilitätsdaten: Halten Sie in diesem Fall die Kontaktzeit unbedingt bei < 24 h. Falls Kompatibilitäts- und Stabilitätsdaten vorliegen, lässt sich mit ihnen die Laufzeit genauer festlegen. Eine Laufzeit > 24h sollte aus mikrobiologischen Gründen nur angesetzt werden, wenn die Mischung in einem Sterillabor erfolgt (vorausgesetzt natürlich, dass die Mischung ansonsten chemisch-physikalisch stabil ist).

Manche Inkompatibilitätsreaktionen laufen nur langsam ab. Dann ist z. B. eine Mischung über 24h unproblematisch, während es nach 3 Tagen vermehrt zu Druckalarm kommt. Berücksichtigen Sie weitere Einflussfaktoren, die Reaktionen beschleunigen können, z. B. direkte Sonneneinstrahlung, höhere Temperaturen.

                                                                                                             

Infusionsfilter

Erwägen Sie grundsätzlich, Infusionsfiltern zu verwenden (max. 1,2µm Porengröße). Filter können partikuläre Verunreinigungen zurückhalten, z. B. durch Kristallbildung oder Ausflockungen, auch kleine Bestandteile von Glasampullen. Wenn ein System mit eingebautem Infusionsfilter Druckalarm gibt, kann das ein Hinweis auf eine Verunreinigung der Infusionslösung durch eine Inkompatibilität sein. Solche Filter sind in einige Überleitungssysteme bereits eingebaut.

 

Herstellungsbedingungen

Ideal ist es, die Mischinfusion in einer Apotheke mit entsprechend eingerichtetem Sterillabor herzustellen, also in der Regel die Pumpe dort zu befüllen. Dadurch lässt sich zumindest die mikrobiologische Stabilität über einen definierten Zeitraum garantieren. Nur in Akutsituationen und nur für einen eng begrenzten Zeitraum (z. B. 24h) sollte das Mischen vor Ort erfolgen, also z. B. beim Patienten zu Hause.