Aktuelles

„Zum Umgang mit Off-Label-Use in der Palliativmedizin“ – 2. Auflage erschienen!

Der zulassungsüberschreitende Einsatz von Arzneimitteln („Off-Label-Use“) ist fester Bestandteil der palliativmedizinischen Pharmakotherapie. Neben rechtlichen Aspekten wie beispielsweise der Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenversicherungen ist vor allem die Arzneimitteltherapiesicherheit ein wichtiger Faktor. Durch den zulassungsüberschreitenden Arzneimitteleinsatz besteht eine nur eingeschränkt abschätzbare Gefährdung des Patienten durch ein nicht oder nur unzureichend geprüftes Arzneimittel. Off-Label-Use sollte daher nur innerhalb klarer therapeutischer Rahmenbedingungen stattfinden und die gemachten Erfahrungen zum Erkenntnisgewinn und Kompetenzzuwachs genutzt werden. Umso wichtiger ist es, dass alle an der medizinischen Versorgung beteiligten Berufsgruppen sowohl Unterstützung für Therapieentscheidungen, aber auch für ein strukturiertes Vorgehen bei Behandlungsversuchen nicht zugelassener Therapien mit wenig oder keiner Evidenz bekommen.

Die Broschüre „Zum Umgang mit Off-Label-Use in der Palliativmedizin“ soll diese Unterstützung bieten. Seit Februar 2020 ist sie in der 2. Auflage verfügbar und enthält als Neuerung u.a. Links zu weiterführendem Material. Neben der deutschen Broschüre können wir mit dieser Auflage zudem eine englische Version anbieten. Beide Broschüren werden von Dr. Constanze Rémi und Prof. Dr. Claudia Bausewein, Kompetenzzentrum Palliativpharmazie mit Zentralstelle Off-Label-Use, Klinik und Poliklinik für Palliativmedizin am LMU Klinikum München, gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin herausgegeben. Sie stehen online auf den Websites der beiden Herausgeber zur Verfügung, die Printausgabe kann zudem direkt bei der Geschäftsstelle der DGP bestellt werden.

Deutscher Preis für Patientensicherheit 2020 an die Arzneimittelinformation Palliativmedizin

 

Der 1. Platz beim Deutschen Preis für Patientensicherheit 2020 geht dieses Jahr an das Projekt „Arzneimittelinformation Palliativmedizin“ von Dr. Constanze Rémi, Alina Hermann, Stephanie Büsel und Prof. Dr. Claudia Bausewein der Klinik und Poliklinik für Palliativmedizin am LMU Klinikum.

Mit dem Projekt „Arzneimittelinformation Palliativmedizin“ wird seit 2016 eine überregionale, kostenfreie Anlaufstelle für Ärzt*innen, Apotheker*innen und Pflegekräfte zu Fragestellungen rund um die palliativmedizinische Arzneimitteltherapie im deutschsprachigen Raum angeboten. „Ziel des Projektes „Arzneimittelinformation Palliativmedizin“ ist die Erhöhung der Arzneimitteltherapiesicherheit und damit der Patientensicherheit in der ambulanten und stationären Hospiz- und Palliativversorgung durch einfachen Zugang zu notwendigen Informationen“, so die Apothekerin und fachliche Leiterin der Arzneimittelinformation, Dr. Constanze Rémi. Mittlerweile hat die Arzneimittelinformation Palliativmedizin über 1000 Anfragen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz beantwortet. „Wir freuen uns sehr über diese hochranginge Anerkennung unseres Projektes und hoffen, dass die Arzneimittelinformation Palliativmedizin damit noch bekannter wird, sagt Prof. Dr. Claudia Bausewein, Direktorin der Klinik und Poliklinik für Palliativmedizin.

Der Preis wird jährlich vom Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. vergeben und ist mit € 10.000 dotiert. Weitere Informationen sind auf der Seite des Aktionsbündnis Patientensicherheit unter https://www.aps-ev.de/Preistraeger/dpfp2020/ zu finden.