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Komplexität und Kosten in der Palliativversorgung in Deutschland

Am 1. März 2015 ist an der Klinik für Palliativmedizin das Forschungsprojekt „Komplexität und Kosten in der Palliativversorgung“ gestartet.

Die Intensität einzelner Symptome und Probleme unserer Patienten und ihrer Angehörigen sowie deren gleichzeitiges Auftreten bestimmen das Ausmaß der Komplexität einer Patientensituation. Die aktuelle Vergütung der Versorgung auf einer Palliativstation erfolgt nach dem Fallpauschalensystem (sog. DRGs) und richtet sich damit nach der Hauptdiagnose des Patienten. Die Hauptdiagnose ist jedoch in der Palliativmedizin kein guter Indikator für den Bedarf an Ressourcen und die damit assoziierten Kosten. Die Komplexität der Situation der Patienten und ihrer Angehörigen hingegen spiegelt auch den Ressourcenbedarf wider. Sie sollte die Verteilung von Ressourcen in der palliativmedizinischen Betreuung und deren Finanzierung daher mehr bestimmen als die Art der Erkrankung oder die Prognose.

Eine Klassifikation zur Erfassung der Komplexität der Patientensituation und der damit verbundenen Kosten ist eine sogenannte „casemix-Klassifikation“. Die bestehenden beziehungsweise sich in Entwicklung befindlichen casemix-Klassifikationen aus Australien und England können aufgrund der Unterschiede hinsichtlich Struktur und Finanzierung der verschiedenen Gesundheitssysteme nicht ohne weiteres auf Deutschland übertragen werden. Die zur Erstellung bzw. Adaptation einer solchen Klassifikation notwendigen Daten zu patienten- und kostenbezogenen Faktoren für die Palliativversorgung fehlen in Deutschland bisher.

Das übergeordnete längerfristige Forschungsziel ist die Entwicklung einer palliativmedizinischen casemix-Klassifikation für Deutschland und die Nutzung dieser Klassifikation für ein verbessertes Finanzierungssystem der Palliativversorgung in Deutschland.

Um im Rahmen einer Folgestudie dieses Ziel erreichen zu können, sind Vorarbeiten notwendig, die in dem jetzt gestarteten  Projekt geleistet werden sollen.

Ziele und Methoden dieses Projektes sind folgende:

  1. Die Identifikation von Deutschland-spezifischen Charakteristika bezüglich Komplexität und Kostentreibern in der Palliativversorgung mittels qualitativer Interviews mit Experten in ganz Deutschland
  2. Eine Übersichtsarbeit zur Finanzierung der unterschiedlichen Strukturen der Palliativversorgung in Deutschland sowie
  3. Entwicklung der gesundheitsökonomischen Methodik zur Erfassung der Ressourcennutzung und Berechnung der damit assoziierten Kosten der Palliativversorgung und Testung dieser Methodik in einer Machbarkeitsstudie.

Wir arbeiten in diesem Projekt mit den Gesundheitsökonomen Prof. Dr. Reiner Leidl und Dr. Matthias Vogl vom Helmholtz Zentrum München, Dr. Bernd Oliver Maier vom St. Josefs Hospital in Wiesbaden und Dr. Fliss Murtagh vom Cicely Saunders Institute, King´s College London, zusammen.

 

Projektteam

Farina Hodiamont

wissenschaftliche Mitarbeiterin

Tel. +49 89 4400-77922

farina.hodiamont@med.uni-muenchen.de

Dr. Eva Schildmann MSc

Studienkoordination

Tel. +49 89 4400-74923

eva.schildmann@med.uni-muenchen.de

Prof. Dr. Claudia Bausewein PhD MSc

Studienleitung

Tel. +49 89 4400-74929

claudia.bausewein@med.uni-muenchen.de

  Verantwortlich für den Inhalt: Klinik für Palliativmedizin, Klinikum der Universität München