Liquor-Untersuchung (Lumbalpunktion)

Grundlagen und Bedeutung der Untersuchung

Gehirn und Rückenmark, die im Schutz der Knochenkapsel des Schädels bzw. der Wirbelsäule liegen, sind zusätzlich durch eine umgebende Flüssigkeit, den "Liquor cerebrospinalis" (oder "Nervenwasser") wie durch ein Wasserkissen geschützt. Dadurch, dass diese Flüssigkeit in engem Kontakt mit dem Nervensystem steht, kann ihre chemische Untersuchung ähnlich wie eine Blutuntersuchung Aufschlüsse über krankhafte Veränderungen geben. Bereits vor über 100 Jahren wurden solche Untersuchungen erstmals vorgenommen: als erste technische Hilfsuntersuchung in der Neurologie. Auch heute noch hat die Liquor-Untersuchung eine entscheidende Bedeutung für die Feststellung vieler Erkrankungen. So gilt der Nachweis von roten Blutkörperchen als Zeichen einer Blutung am Gehirn oder Rückenmark. Sind Entzündungszellen oder Eiweißveränderungen nachzuweisen, ist die Feststellung einer entzündlichen Erkrankung des Nervensystems möglich.

Vorgehen

Vor der Entnahme des Liquors, die ganz ähnlich wie bei einer Blutentnahme mit einer dünnen Nadel vorgenommen wird, überzeugt sich der Arzt anhand von Röntgenbildern oder durch Spiegelung des Augenhintergrundes, dass kein Hirndruck vorhanden ist. Die Liquor-Entnahme geschieht meistens am sitzend Patienten durch Einstich (Punktion) zwischen zwei Wirbeln der Wirbelsäule im Bereich der Lenden (lumbal). Sie werden aufgefordert, den Rücken frei zu machen und den Rücken zu einem entspannten "Katzenbuckel" zu formen. Vor dem Einstich der sterile Nadel wird nochmals genau die Lage der Wirbel abgetastet. Der Einstich selbst ist nur vorübergehend schmerzhaft. Die Nadelspitze kommt dann zwischen den Rückenmarksnerven im Liquor zu liegen, den man langsam von selbst abtropfen läßt. Man entnimmt zwischen 5 und 10 ml, was nur ein Bruchteil der gesamten vorhandenen Flüssigkeit ist. Das Rückenmark selbst wird nicht berührt. Man kann die Punktion auch am liegenden Patienten oder zwischen den Nackenwirbeln durchführen. Die gesamte Untersuchung samt Vorbereitung dauert insgesamt nur etwa 10 Minuten. An möglichen Nebenwirkungen sind vorübergehende Kopfschmerzen zu nennen. Eine Infektion ist wie bei allen Eingriffen in der Medizin als Komplikation möglich, kommt aber durch steriles Arbeiten in der Praxis üblicherweise nicht vor.

 
 

Anschrift

Neurologische Klinik und Poliklinik & Deutsches Schwindel- und Gleichgewichtszentrum DSGZ
Ludwig-Maximilians-Universität München, Klinikum Großhadern, Marchioninistraße 15
D-81377 München

Direktorin:
Univ.Prof. Dr. med. Marianne Dieterich, FANA, FEAN
direktion.neurologie
(at)med.uni-muenchen.de

Telefonzentrale
Tel. (089) 4400-0

 

Auszeichnung

„World's best hospitals 2021 in Newsweek: Die Klinik für Neurologie der LMU ist bei einem internationalen Ranking unter die besten Kliniken für Neurologie weltweit gekommen. Untersucht wurden hier die Fachgebiete Neurologie, Gastroenterologie und Orthopädie.“

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