Studien |
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Am oberbayerischen Kopfschmerzzentrum werden ständig mehrere therapeutische und nicht therapeutische Studien durchgeführt. Unten finden sie einen Überblick der aktuellen Studien.
Für nähere Informationen kontaktieren Sie uns gerne unter:
kopfschmerzstudien.neurologie@med.uni-muenchen.de oder in unserer Telefonsprechstunde.
Bitte beachten Sie, dass unter dieser e-mail-Adresse nur Anfragen bezüglich Studien bearbeitet werden. Für alle anderen Anfragen kontaktieren Sie uns bitte unter dieser Adresse.
Therapeutische Studien
Behandlung der chronischen Migräne mittels transkutaner Vagusnervstimulation (t-VNS®)
Nicht jeder Patient mit chronischer Migräne kann oder möchte täglich ein Medikament zur Migräneprophylaxe einnehmen. In dieser Studie soll ein nichtmedikamentöses Verfahren, die transkutane Vagusnervstimulation (t-VNS®), bezüglich ihrer migräneprophylaktischen Wirkung bei Patienten mit chronischer Migräne untersucht werden. Der transkutane Vagusnervstimulator (Handelsname NEMOS®) ist ein Medizinprodukt der Firma cerbomed, welcher nach einer Schulung durch den behandelnden Arzt vom Patienten selbst und ambulant täglich für 4 bis 5 Stunden angewendet wird. Bei der t-VNS® wird der aurikuläre Ast des Vagusnervs, welcher die Ohrmuschel sensibel innerviert, durch die Haut hindurch elektrisch stimuliert. Das Verfahren ist somit nicht invasiv, Sicherheit und Verträglichkeit des Produktes gelten bereits als erwiesen.
Studiendauer: 4 Monate, auf Wunsch erweiterbar auf insgesamt 7 Monate
Wer kann teilnehmen? Patienten mit chronischer Migräne (Kopfschmerzen an mindestens 15 Tagen pro Monat, typische Migräne in der Vorgeschichte, mit oder ohne Schmerzmittelübergebrauch)
Nicht-therapeutische Studien
Migräne und Verkalkungen der Herzkranzgefäße
Schon lange wird das Gefäßsystem mit der Entstehung von Kopfschmerzerkrankungen, vor allem Migräne, in Zusammenhang gebracht. Es besteht offensichtlich ein feines Zusammenspiel zwischen dem Nervensystem und dem Gefäßsystem. Viele kardiovaskuläre Risikofaktoren, wie Rauchen, erhöhtes Cholesterin, Bluthochdruck und Übergewicht spielen demnach auch eine Rolle bei der Entstehung von Migräne. Zudem besteht für Migräne-Patienten ein erhöhtes Risiko für Schlaganfälle und Herzinfarkte.
Bei der aktuellen Studie möchten wir den Zusammenhang zwischen Migräne und Verkalkungen der Herzkranzgefäße genauer untersuchen.
Es wird eine spezielle Computertomographie (CT) des Herzens durchgeführt. Diese dauert ca. 1 Minute und dient zur genauen Darstellung vorhandenen Kalks in den Herzkranzgefäßen.
Dabei handelt es sich um eine Routineuntersuchung zur Abklärung von Verkalkungen der Herzkranzgefäße, die auch von vielen niedergelassenen Ärzten als Screening-Untersuchung im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen angeboten wird.
Wer kann teilnehmen? Migräne-Patienten, die älter als 45 Jahre sind.
Kopfschmerz und Schmerzmittelübergebrauch
In dieser Studie untersuchen wir den Schmerzmittelübergebrauch bei Patienten mit häufigen Kopfschmerzen. Wir wissen, dass es bei einer bedeutenden Anzahl an Kopfschmerzpatienten über die Jahre zu einer Zunahme der Kopfschmerzattacken mit gleichzeitig zunehmender Schmerzmitteleinnahme kommt. Ab einem gewissen Punkt ist nicht mehr zu unterscheiden, ob der Schmerz oder die Schmerzmittel die Ursache des Kopfschmerzes sind. Sollten Sie unter mehr als 15 Kopfschmerztagen pro Monat leiden und an mehr als 10 Tagen Schmerzmittel einnehmen, könnten Sie sich möglicherweise für die Teilnahme an dieser Studie qualifizieren. Die Studie besteht im Wesentlichen aus einer MRT-Untersuchung ohne Kontrastmittel.
Chronische Migräne und Botulinumtoxin A
Einfluß eines Medikamentenübergebrauches auf den Therapieerfolg von Botulinumtoxin bei chronischer Migräne (Kopfschmerzen an mehr als 15 Tagen im Monat, Migräne in der Vorgeschichte).
Die Studie ist in Vorbereitung und wird voraussichtlich Herbst 2012 starten.
Migräne und Augenbewegungen
Augenbewegungen werden durch verschiedene Strukturen in unserem zentralen Nervensystem geplant und ausgeführt. Eines dieser Strukturen ist das Kleinhirn, welches in den letzten Jahren immer genauer erforscht wurde. Unter anderem konnte man einen Zusammenhang zwischen einer speziellen Form von Migräne und dem Kleinhirn herstellen.
In dieser Studie geht es nun um eine genaue Untersuchung von Augenbewegungen bei einem möglichst breiten Kollektiv von Patienten mit Migräne durchzuführen.
Durchführung: Die Untersuchung findet nach Terminvereinbarung statt und dauert ca. 45 min. Aufgabe ist es, verschiedene Ziele mit den Augen zu verfolgen. Dabei werden Ihre Augenbewegungen mit einer speziell entwickelten Kamera aufgezeichnet und später analysiert. Für die Teilnahme erhalten Sie eine Aufwandsentschädigung.
Wer kann teilnehmen?
- Patienten mit Migräne mit/ohne Aura, bestehend seit mindestens 6 Monaten
- Alter 18 bis 65 Jahre
- Medikamente zur Migräneprophylaxe sollten seit mindestens 2-3 Wochen abgesetzt sein (Ausnahme: Flunarizin: mind. 1 Monat)
- Es sollten keine weiteren zentral wirksamen Medikamenten (z.B. Antiepileptika) eingenommen werden
- Es sollten keine weiteren neurologischen/psychiatrischen Erkrankungen (z.B. Apoplex, M. Parkinson, Multiple Sklerose, Psychosen, etc.) bestehen.
