Forschungsgruppe Bewegungsstörungen und Evozierte Potentiale
Titel: Forschungsgruppe Bewegungsstörungen und Evozierte Potentiale (PD. Dr. med. K. Bötzel)Methoden: Evozierte Potentiale, Bewegungsmessung (Zebris, Infrarot), TMS.
Mitarbeiter: Dr. Peter Valkovic, PhD
Doktoranden: Johannes Fischereder, Bernhard Eberl, Tobias Winkler
Kooperationen: Inst. f. Sportwissenschaften der Universität der Bundeswehr, Entwicklungsgruppe Klinische Neuropsychologie (EKN) des Klinikum Bogenhausen, Neurochirurgische Klinik der LMU.
Förderung: ENS, Marie-Curie Training Site
Publikationen: SMA, Finger.
Projekte
Analyse der Bradykinese von Parkinson-Patienten
Foto: Patient mit Kameras (Park1 Greifen off)
Die Bewegungen von Parkinson-Patienten werden schneller, wenn der Subthalamicus-Stimulator eingeschaltet wird. Was passiert dann mit den Bewegungsmustern, d.h. wie ist die Interaktion verschiedener Segmente des Armes bei Armbewegungen oder wie erfolgt die Berechnung des Körperschwerpunktes beim Gehen in diesen verschiedenen Bewegungszuständen?
Foto: Matlab Drahtmännchen
Hierzu wurden Gangexperimente in Zusammenarbeit mit dem Institut für Sportwissenschaft der Universität der Bundeswehr München durchgeführt, die zum Ziel haben, die Koordination der Bewegungen verschiedener Körpersegmente von Parkinson-Patienten zu erforschen.
Foto: Diadochokinese
Wie lange hält der Stimulationseffekt an, wenn der Stimulator ausgeschaltet wird? Das ist eine wichtige Frage bei der postoperativen Einstellung des Stimulators und bei der intraoperativen Testung. Wir haben diese Frage bei Gruppe von Parkinson-Patienten mit Subthalamicus-Stimulation untersucht und gefunden, dass der Stimulationseffekt über einige Minuten anhalten kann!
Entwicklung und Validierung klinischer Tests zur Gleichgewichtsprüfung
Stand-und Gangunsicherheit ist in der klinischen Prüfung allein nicht immer eindeutig einem funktionellen System zuzuordnen. Hier helfen apparative Tests, z.B. die kalorische Prüfung des horizontalen Bogenganges oder die Elektronystagmographie. Die Prüfung des Sacculus ist in den letzten Jahren möglich geworden mittels des Vestibulocollischen Reflexes VCR (auch Vestibulär evozierte myogene Antworten VEMP). Da der Sacculus auch auf laute Töne reagiert, löst solch ein Ton im angespannten M. sternocleido beim liegenden Patienten einen kurzen Muskelimpuls aus.
Foto tap2
Text zum Foto: Der Patient hört einseitig einen lauten Ton. Dieser wird vom Gleichgewichtsorgan registriert und eine Reflexantwort kann in der Oberflächenableitung des M. sternocleido gesehen werden.
Handout zum Vestibulocollischen Reflexes.
Das Gleichgewicht basiert auf propriozeptiven Informationen von den Gelenk-und Muskelrezeptoren. Gezielte "Fehlinformation" kann benutzt werden, um diesen Teil der Gleichgewichtsreaktion zu prüfen. Wir wenden hierzu die Vibration der Nackenmuskeln an. Dadurch wird eine Schwankung des Gesunden ausgelöst. Parkinson-Patienten, die eine gestörte Haltungsreaktion zegten, zeigten hier eine Überreaktion, die dafür spricht, dass die Skalierung der Reaktion bei ihnen fehlerhaft ist.
Evozierte Potentiale bei somatosensorischen Reizen
Die Reaktion des Gehirns auf sensorische Reize kann mit der Methode der Evozierten Potentiale dargestellt werden. In unseremLabor interessieren wir uns für passive Fingerbewegungen. In einer aktuellen Untersuchung soll festgestellt werede, wie die Reizparameter (Amplitude und Geschwindigkeit) der Fingerbewegung die Gestalt der Evozierten Potentiale verändern können.
Foto Fingomat
Ferner wir untersucht, in welchem Zeitverlauf der motorische Cortex nach passiver Fingerbewegung erregt oder gehemmt wird. Dieser Versuch ergab sich aus der Frage, ob ein Teil der "reafferenten" Evozierten Potentiale aus dem motorischen Cortex stammen könnte.
Stereotaktische Transcranielle Magnetstimulation
Dieses Projekt, das von P. Tanner geleitet wird, basiert auf der Beschreibung des elektrischen Feldes, welches im Cortex vom Impuls einer Magnetspule ausgelöst wird. Durch Modellierung dieses Feldes in einem Kugelkopfmodell konnten die Parameter bestimmt werden, die die Feldparameter in Abhängigkeit von den Spulenparametern beschreiben. Diese Berechnungen wurden in ein kommerzielles System zur navigierten Stereotaxie eingeben. Damit war es möglich, das von der TMS-Spule induzierte Feld on-line auf die im MRT dargestellte Hirnoberfläche des Probanden zu projizieren.
Bild Cortex
Text zum Foto: Vom Kopf der Versuchsperson wird zunächst ein MRT aufgenommen. Auf der Gehirnoberfläche können Punkte markiert werden, die mit der fokalen Spule stimuliert werden. Die Software erlaubt es, die Position des induzierten elektrischen Feldes der Spule während der Stimulation on-line auf die Zielpunkte zu projizieren.