Pränatale Diagnostik

Pränatalmedizin und Ultraschalldiagnostik

Neben den regulären Ultraschalluntersuchungen im Rahmen der Schwangerenvorsorge werden spezielle Ultraschalluntersuchungen sowie invasive Diagnostik in der Abteilung Ultraschall und Pränatale Diagnostik durchgeführt. In unserer Klinik werden pro Jahr etwa 8500 Ultraschalluntersuchungen durchgeführt. Hierzu gehören zum einen der erweiterte Ersttrimesterultraschall in der 12-13. SSW sowie das Organscreening und die fetale Echokardiografie mit detaillierter Darstellung des kindlichen Herzens in der 20 – 22. SSW sowie die Dopplersonografie zur Untersuchung des fetalen Blutkreislaufs und der plazentaren und mütterlichen Gefäßwiderstände. An invasiver Diagnostik wird die Untersuchung von Fruchtwasser und Plazenta (Amniozentese und Chorionzottenbiopsie) sowie die Nabelschnurpunktion und Nabelschnurtransfusion bei kindlicher Infektion und/oder Blutarmut durchgeführt und bei speziellen Erkrankungen des Feten Entlastungspunktionen oder auch Shunteinlagen durchgeführt.

Erweitertes Ersttrimester-Screening

Hierbei werden neben der kindlichen Größe die Extremitäten mit Händen und Füssen, die Organe wie Herz, Magenblase, Harnblase, Nieren und Körperumriss mit besonderer Berücksichtigung von Bauchwand und Rücken beurteilt. Falls es von der Schwangeren gewünscht wird, führen wir die Messung der Nackentransparenz durch und berechnen das Risiko für chromosomale Erkrankungen des Ungeboren. Bei Wunsch nach invasiver Diagnostik führen wir in der 12-13. SSW klassischerweise die Chorionzottenbiopsie, in der 15-16.SSW die Amniozentese durch. Beide Eingriffe sind mittlerweile mit einem sehr geringen Risiko verbunden. Je nach Untersuchungsmethode liegt nach 2 Tagen bis 2 Wochen das Ergebnis mit Informationen über den fetalen Chromosomensatz vor.

Ultraschallbilder

Abbildung 1: Darstellung des Feten, der Wachstumskurve und einer 3-dimensionalen Rekonstruktion der Herzkammerentleerung

Die zweite wichtige Ultraschalluntersuchung in der Schwangerschaft stellt das sogenannte Organscreening in der 20 – 22. SSW dar. Hierbei gilt es nicht nur das Wachstum und die Vitalität des Feten zu dokumentieren, sondern auch die Organanlagen in ihrer Integrität und zeitentsprechenden Entwicklung zu beurteilen: So werden detailliert Strukturen wie das Zentrale Nervensystem mit Groß- und Kleinhirn sowie dem Rückenmarksverlauf untersucht. Die Körperoberfläche an Bauch und Rücken wird sonografisch abgegriffen und die Extremitäten beidseitig angesehen und die Finger gezählt. Die inneren Organe wie Nieren, Harnblase, Darm, Leber , Magen und Lunge mit Zwerchfell werden auf Lage, Integrität und Entwicklung beurteilt. Dem Herz wird ganz besondere Aufmerksamkeit mit Beurteilung der Anatomie aber auch der Funktion im 2-, 3-, und 4-dimensionalen Ultraschall gewidmet. Die spezielle fetale Echokardiografie (Ultraschalluntersuchung des kindlichen Herzens) ist bei besonderen Risiken – wie familiär auftretende Herzerkrankungen, Diabeteserkrankung der Schwangeren und dauerhafter Medikamenteneinnahme – indiziert. Dennoch treten die meisten angeborenen Herzfehler ohne erkennbares Risiko auf. Daher wird in unserer Abteilung für Pränatale Diagnostik und Medizin bei allen Schwangeren im Rahmen des 2. Organscreenings  mit 20 – 22 SSW eine fetale Echokardiografie durchgeführt.

Den Abschluss des Organscreenings bildet neben dem Ausdruck eines Bildes für die Eltern die Untersuchung der Durchblutung der Gebärmutter mittels Dopplersonografie, insbesondere dann, wenn Risiken wie  mütterlicher erhöhter Blutdruck oder Diabetes bestehen.

Ultraschallbilder

Abbildung 2: 3-D- Darstellung des fetalen Blutkreislaufs, des fetalen Gesichts und des fetalen Skelettsystems

Die dritte reguläre Ultraschalluntersuchung findet im unauffälligen Schwangerschaftsverlauf mit etwa 30 SSW statt. Hierbei wird das regelrechte Wachstum des Kindes beurteilt. Meist erfolgt in Terminnähe eine weitere Ultraschalluntersuchung. Während der Schwangerschaft können Erkrankungen oder Risiken auftreten, die eine engmaschigere Überwachung von Mutter und Kind oder auch eine stationäre Betreuung erforderlich machen. Dies kann zum Beispiel das verzögerte Wachstum des Kindes, die sogenannte intrauterine Wachstumsretardierung, mit Veränderung der Blutzirkulation im kindlichen Kreislauf sein. Diese Patientinnen werden in unserer Abteilung für Pränatalmedizin und Ultraschall mitbetreut und mit Hilfe der konventionellen Ultraschalldiagnostik und Dopplersonografie aber auch mit Hilfe der neuen 3-D- und 4-D-Technik überwacht. Auch bei vorzeitiger Wehentätigkeit oder vorzeitigem Blasensprung erfolgt eine stationäre Überwachung und eine sorgfältige sonografische Kontrolle bis hin zur gegebenenfalls frühzeitigen Entbindung.

Die Ultraschall- und die Doppplersonografie stellt eines der wichtigsten Instrumente zur  Bestätigung des kindlichen Wohlbefindens, aber auch der Erkennung fetaler Gefährdung dar. Insbesondere durch die Bildhaftigkeit dieser Methode können Eltern die Befunde sehr gut miterkennen und verstehen.

 

Ansprechpartner: OA Dr. Kästner

Funktionsoberarzt: PD Dr. med. Stefan Hutter

Stationsleitung: Frau Grossmann-Böhmer

Tel +49 89 4400 - 54254 

Sprechstunden: Perinatalzentrum

  Verantwortlich für den Inhalt: PD Dr. med. Tobias Weißenbacher
 

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