Sprechstunde: Myom

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Was sind Myome?
Ein Myom ist eine gutartige Wucherung in der Muskulatur der Gebärmutter (Uterus) und gehört zu den häufigsten Unterleibstumoren der Frau (20%). Da Myome Hormone benötigen um zu wachsen treten sie erst nach der Geschlechtsreife auf und wachsen nicht mehr, wenn die Menopause erreicht ist. Die genaue Ursache für die Entstehung ist nicht bekannt.

Welche Symptome können auftreten?
Die meisten Patientinnen sind beschwerdefrei, abhängig von der Lage, der Größe und des Wachstums können diese Muskelknoten jedoch auch verschiedenartige Probleme hervorrufen.

Häufige Symptome:
• Starke Periodenblutungen
• Zwischenblutungen
• Blutarmut (Anämie)
• Schmerzen / Druckgefühl im Unterbauch
• Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
• Verstopfung
• Unfruchtbarkeit
• Komplikationen in der Schwangerschaft
• Risiko der Frühgeburt

Wann ist eine Behandlung notwendig und welche Möglichkeiten gibt es?
Bei beschwerdefreien Patientinnen ist ein zuwartendes Vorgehen ausreichend. Kommt es zu Symptomen, sollte eine Therapie abhängig vom Alter, Ausmaß der Beschwerden, Größe und gegebenenfalls Wachstumsgeschwindigkeit der Myome eingeleitet werden.

Therapieoptionen:

1. Medikamentöse Therapie:
Hormonelle Kontrazeptiva:
Diese Medikamente können zu einer Regulation und Verminderung der Periodenblutung führen. Dies ist besonders bei Patientinnen eine Möglichkeit, die unter Schmerzen während der Periodenblutung und  / oder einer verlängerten Periodenblutung leiden und konsekutiv eventuell eine Blutarmut (Anämie) entwickeln.

Spirale:
Eine Hormonspirale kann als Therapieversuch eingesetzt werden, es gibt jedoch kontroverse Daten zur Effektivität bei einem Uterus myomatosus. Die Verwendung kann zu einer Regulation und Verminderung der Periodenblutung führen. Bei starken Blutungen kann es auch zu einem ungewollten Verlust der Spirale und damit zu einer nicht gesicherten Verhütung kommen.

GnRH-Analoga:
Verhindern die Bildung von Östrogen in den Eierstöcken. Da das Myomwachstum hormonbedingt ist kommt es zu einem Rückgang der Myomgröße, des Weiteren wird die Periodenblutung verhindert. Aufgrund der starken Nebenwirkung (Wechseljahresbeschwerden) kann man diese Therapie meist nur zeitlich begrenzt einsetzen. Nach Absetzen der Therapie kommt es häufig rasch zu einem erneuten Myomwachstum.

Ulipristalacetat:
Selektiv Blockade der Progesteron-Rezeptoren in der Gebärmuttermuskulatur und in der Gebärmutterschleimhaut, die Hormonbildung der Eierstöcke wird nicht beeinflusst. In den meisten Fällen kommt es zu einer Verhinderung der Periodenblutung (meist nach 2 Wochen), oft auch zu einem Rückgang der Myomgröße. Die Therapie ist sowohl als Kurzzeittherapie (z.B. zur präoperativen Behandlung) als auch zur Langzeittherapie zugelassen. Die Einnahme erfolgt täglich über 3 Monaten (=1 Zyklus), bei einer Langzeittherapie kann ein erneuter Zyklus begonnen werden sobald eine Periodenblutung wieder eintritt.

2. Radiologisch-Interventionelle Therapie
Myomembolisation (=UAE)
Hierbei werden die Gefäße, die das Myom versorgen, künstlich verschlossen.
Über die große Arterie in der Leiste wird ein Katheter eingeführt, über den kleine Kunststoffkügelchen in das Gefäß, welches das Myom versorgt, eingespritzt werden. Die reduzierte? ¬Blutversorgung führt dazu, dass das Myom kleiner wird.

Fokussierter Ultraschall
Ultraschallwellen werden auf das Myom gebündelt und erwärmen dieses, dadurch kommt es zu einem „Absterben“ der Zellen und das Myom „schrumpft“.
Während des gesamten Eingriffes liegt die Patientin in einem Magnetresonanztomograph (MRT), um das Myom zu lokalisieren und die Ultraschallwellen richtig zu platzieren. Abhängig von der Größe dauert der Eingriff 1-3 Stunden, bei großen Myomen auch länger.

3. Operative Therapie
Gebärmutterentfernung (Hysterektomie):
Durch diesen Eingriff ist ein Myom therapiert und kann nicht mehr auftreten  (Wiederholungsrisiko 20%).
Die Gebärmutter kann über verschiedene Zugangswege entfernt werden:
• Über einen Bauchschnitt (Laparotomie)
• Über eine Bauchspiegelung (Laparoskopie = „Schlüssellochchirurgie“)
• Über die Scheide (vaginal)

Welcher Zugangsweg gewählt wird ist abhängig von verschiedenen Faktoren (u.a. Größe der Gebärmutter, Anzahl und Lage der Myome, vorausgegangene Geburten, Weite der Scheide).

Myomenukleation:
Bei diesem Eingriff werden die Myome operativ entfernt und die Gebärmutter wird erhalten. Es besteht jedoch das Risiko (20%), dass im Verlauf erneut Myome auftreten.
Die Myome können über verschiedene Zugangswege entfernt werden:
• Über einen Bauchschnitt (Laparotomie)
• Über eine Bauchspiegelung (Laparoskopie = „Schlüssellochchirurgie“)
• Über die Scheide (vaginal; Gebärmutterspiegelung = Hysteroskopie, Hysteroresektoskopie bei in der Gebärmutterhöhle liegenden Myomen)

Termine für die Sprechstunde können Sie unter folgender Nummer vereinbaren: 089 / 4400 - 76800

Außerdem erreichen Sie uns über E-Mail: Frauenklinik@med.uni-muenchen.de