Simulatortraining in der Neonatologie Großhadern

Seit Sommer 2011 werden in der Neonatologie der Kinderklinik des Perinatalzentrums Großhadern Simulatortrainings für die Mitarbeiter/innen der Abteilung an einem Babysimulator durchgeführt. Die Anschaffung dieses Babysimulators und die Ausbildung der Instruktoren wurde durch eine Spende des Vereins FrühStart ins Leben e.V. ermöglicht (http://www.fruehstartinsleben.de/).

Wie schon seit vielen Jahren in der Luftfahrt, wird auch in der Medizin das Training am Simulator durch sogenannte Szenarien - simulierte Notfallsituationen – immer wichtiger. Sie dienen der Verbesserung des Notfallmanagements bei einem lebensbedrohlich erkrankten Neu- bzw. Frühgeborenen. Dadurch wird die Patientensicherheit erhöht und die Teamarbeit in Notfallsituationen geschult.

Der Simulator ist ein „künstlicher Patient“, der sich durch seine umfassende technische Ausstattung auszeichnet und weit über die Möglichkeiten einer herkömmlichen Reanimationspuppen hinaus geht.

Die Technik des Babysimulators ermöglicht  die Generierung verschiedener Atemmuster und Atemgeräusche, pneumatische Veränderungen der Luftwege und die Beeinflussung zentraler und peripherer Pulse sowie eine Zyanose (Blaufärbung der Haut bei Sauerstoffmangel). Auch therapeutische Maßnahmen wie Maskenbeatmung, Intubation, sowie intravenöse oder intraossäre Punktionen bis hin zur Anlage einer Drainage nach Lungenriß sind realitätsnah durchführbar. Außerdem können Medikamente und Infusionen  wirklichkeitsgetreu appliziert werden.

 

Simulatortraining Simulatortraining

 

Ziele und Grundlagen

Die Simulationen beinhalten sowohl aktuelle medizinische Leitlinien als auch Aspekte des medizinischen Zwischenfallmanagements und der Prävention kritischer Ereignisse - dem aus der Luftfahrt stammenden Crisis Resource Management (CRM).

Ein weiterer Schwerpunkt sind die so genannten "Human Factors", also nicht-medizinische Aspekte wie Teammanagement und Kommunikation.


Ablauf

Bei den Trainings steuert ein Instruktorenteam den Babysimulator am Computer und hat umfangreiche Möglichkeiten, die oben genannten Parameter am Überwachungsmonitor und direkt am „Baby“ zu beeinflussen.

Abschließend analysieren und besprechen die Instruktoren die Szenarien mit den Teilnehmern in sogenannten Debriefings.

 

Formen des Simulatortrainings

Es sind prinzipiell zwei unterschiedliche Formen des Simulatorstrainings möglich:

 

1. Das Training im Simulationszentrum:

Die ideale Schulungsform, um Einzelpersonen oder kleinen Gruppen zu trainieren.

 

2. Das „inhouse –Training“:

Da die gesamte technische Ausstattung mobil ist, sind auch Schulungen in anderen medizinischen Einrichtungen durchführbar.

  Verantwortlich für den Inhalt: Dr. med. Kai Förster