AIRR-Studie

Attention to Infants @ Respiratory Risks

AIRR-Studie

Hintergrund: Die Bronchopulmonale Dysplasie (BPD) ist eine chronische pulmonale Funktionsstörung, die mehr als 30% der sehr kleinen Frühgeborenen betrifft. Die Erkrankung ist gekennzeichnet durch die verminderte Entwicklung reifer Lungenbläschen und des umgebenden Gefäßbettes und/oder ihres  strukturellen Umbaus. Diese Störung der Lungenentwicklung, die nur zum Teil durch eine Weiterentwicklung der Lunge im Verlauf des Lebens „wettgemacht“ werden kann, wird durch den Einfluss von Beatmung, Sauerstoff, Infektionen und anderen Risikofaktoren bedingt.

Die betroffenen Frühgeborenen haben eine eingeschränkte Funktionsfähigkeit ihrer Lunge und ein erhöhtes Risiko, in den ersten zwei Jahren an wiederkehrenden und schweren Infektionen der Atemwege zu erkranken sowie im jugendlichen und Erwachsenenalter dauerhafte Lungenprobleme zu entwickeln. Außerdem ist für Kinder mit einer BPD ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung neurologischer Probleme bekannt.AIRR Studie: Abbildung 01Rojas, M., Meiners, S., and Le Saux, C. ed. (2014). Molecular Aspects of Aging: Understanding Lung Aging. Hoboken, NJ: Wiley Blackwell.

 

Problemstellung: Trotz fortwährender wissenschaftlicher Bemühungen fehlt bisher ein ausreichendes Verständnis für die molekularen Mechanismen, die der charakteristischen Störung der alveolaren und kapillaren Entwicklung zu Grunde liegen. Darüber hinaus besteht die dringende Notwendigkeit, Biomarker zu identifizieren, die eine frühe Diagnose und Aussage über das Fortschreiten der BPD und die Prognose der Erkrankung erlauben.

Ziel: Das Ziel der AIRR-Studie ist es,

1. ein tiefgehendes Verständnis für die der BPD zu Grunde liegenden molekularen Mechanismen zu erlangen.

2. die chronische Lungenerkrankung des Frühgeborenen besser und früher diagnostizieren zu können.

AIRR-Studie: Abbildung 02

Da die regelhafte Untersuchung des Lungengewebes während der mechanischen Beatmung des Frühgeborenen nicht möglich ist, werden diese beiden Ziele mit innovativen neuen Ansätzen verfolgt, die bildgebende Verfahren, Lungenfunktionstestungen und die Probenanalyse mit modernsten Methoden umfasst.

Analyse von Bioproben: Bei Frühgeborenen der AIRR-Studie werden vom Zeitpunkt der Geburt bis zum Alter von 36 Schwangerschaftswochen (also vier Wochen vor dem eigentlich errechneten Entbindungstermin) die folgenden Proben im Rahmen der klinischen Routineversorgung der Frühgeborenen gewonnen, deren Eltern zugestimmt haben, dass die Proben der Kinder zu Forschungszwecken verwendet werden dürfen: Lungensekrete (die sogenannten trachealen Aspirate), Urinproben, Serumproben. Die Proben werden dann mittels hochentwickelter molekularer Screeningtechniken untersucht, um so neue Mechanismen aber auch frühe Marker der Erkrankung zu identifizieren (http://www.helmholtz-muenchen.de/en/institutes/research-unit-protein-science-prot/index.html).

 

Lungenfunktion: Die Messung der Lungenfunktion im Alter von 36 Schwangerschaftswochen schließt Parameter der Spontanatmung (Atemfrequenz, Ruheatemvolumen, u.a.), der passiven Lungenmechanik (Compliance [Crs], Resistance [Rrs] sowie Zeitkonstante [Trs]) und  die plethysmographisch bestimmte Funktionelle Residualkapazität (FRCp) ein.

Bodyplethysmographische Messung der statischen Compliance und Resistance

AIRR-Studie: Abbildung 03

Master-Screen Baby Body® (Care Fusion, Hoechberg, Germany):

 

Magnetresonanztomographie: Der Einsatz der Magnetresonanztomographie (MRT) zur Untersuchung struktureller Veränderungen der Lunge kann dem konventionellen Röntgenbild weit überlegen sein. Bekannt ist die MRT Diagnostik aus der vorgeburtlichen Untersuchung kindlicher Organschäden. Sie hat den Vorteil, ohne eine Strahlenbelastung auch kleine Veränderungen in verschiedenen Techniken darstellen zu können.

AIRR-Studie: Abbildung 04

Diese Untersuchungstechniken sind nur wenigen Neonatologien in Europa und den USA zugänglich und können wichtige neue Erkenntnisse über den Entwicklungsstand der Lunge der Frühgeborenen sowohl am Ende der initialen Betreuung als auch in der späteren Kindheit erbringen.

 

Das Verständnis der Mechanismen, die zur BPD führen und die frühere und bessere Diagnose von Lungenveränderungen im Rahmen der Erkrankung kann die Entwicklung neuer Therapiestrategien unterstützen, die das Ziel haben, das Entstehen und die Entwicklung der Erkrankung zu verhindern.

 

Die Studie findet an zwei Standorten statt:


Perinatalzentrum der LMU, Campus Großhadern, Ludwig-Maximilians Universität München

http://www.klinikum.uni-muenchen.de/Klinik-und-Poliklinik-fuer-Frauenheilkunde-und-Geburtshilfe-Grosshadern/de/perinatalzentrum/index.html

 

Perinatalzentrum der UKGM, Standort Gießen

http://www.ukgm.de/ugm_2/deu/ugi_kia/4705.html

 

Wir danken allen Kindern und ihren Familien, die durch ihre Studienteilnahme das Gelingen dieses wichtigen Projektes möglich gemacht haben.

Fragen zur AIRR Studie richten Sie gern an: studienzentrale-BPD-neonatologie@med.uni-muenchen.de

Die Verwirklichung der Studie ist nur durch die enge Zusammenarbeit der Studienpartner möglich.

 

Partner der Studie:

AIRR-Studie: Partner