Gynäkologie

Die Gynäkologie (griech.: gynä, Gen. gynaikos = Frau, logos = Lehre), auf deutsch Frauenheilkunde, ist die Lehre von der Behandlung der Erkrankungen des weiblichen Sexual- und Fortpflanzungstraktes. Die Gynäkologie befasst sich im Gegensatz zur Geburtshilfe mit den Erkrankungen der nicht schwangeren Frau.

Untersuchungsmethoden und Behandlungen

In der Gynäkologie wird das äußere und innere Genitale (mit Hilfe von Spekula, also Untersuchungspiegeln) betrachtet, ergänzt durch die Tastuntersuchung und Ultraschall zur Abbildung der inneren Organe (Gebärmutter, Eierstöcke, Eileiter, Harnblase, Douglas, Nieren). Bei der gynäkologischen Routineuntersuchung, die 1x/Jahr erfolgen sollte, werden außerdem zwei Zellabstriche vom äußeren Muttermundes (Portio) bzw. Gebärmutterhals entnommen. Dadurch sollen mikroskopische Veränderungen bereits im Frühstadium erkannt werden. Bei auffälligen Abstrichen werden eine erweiterte Untersuchung und häufigere Kontrollen (in der Dysplasie-Sprechstunde) empfohlen. Eventuell kann hierbei eine Probebiopsie notwendig sein.

Zu den Aufgaben der Gynäkologie gehören auch die Vorsorgeuntersuchungen (Inspektion, Tastuntersuchung und Ultraschall) der weiblichen Brust einschließlich Beurteilung der Achselhöhlen. Die zur Beurteilung der Brust notwendigen zusätzlichen Maßnahmen (Mammographie, MRT) werden in der Abteilung für Radiologie im Hause. durchgeführt.

Die Behandlung von gut- und bösartigen gynäkologischen Erkrankungen erfolgt je nach Krankheitsbild und Beschwerden operativ oder konservativ (mit Medikamenten).

Die Gynäkologie zählt zu den operativen Fachgebieten der Medizin. Folgende gut- oder bösartige Befunde können sich operationsbedürftig darstellen: Mammatumoren, Gebärmutterhalsveränderungen, Eierstocktumoren (einschließlich Zysten), Gebärmuttertumoren (z.B. Uterus myomatosus, Krebserkrankungen), Inkontinenzprobleme, Gebarmuttersenkung, unerfüllter Kinderwunsch etc. Das operative Spektrum reicht daher von mikrochirurgischen Eingriffen bis zu großen Bauchoperationen sowie Brustoperation einschließlich plastisch-rekonstruktiver Verfahren.

Bei vielen gynäkologischen Krebserkrankungen besteht die Notwendigkeit einer Chemotherapie vor oder im Anschluss an eine operative Therapie. Unter Chemotherapie wird umgangssprachlich die Behandlung von Krebs mit bestimmten Medikamenten verstanden. Die Chemotherapie verwendet Stoffe, die ihre schädigende Wirkung möglichst gezielt auf bestimmte krankheitsverursachende Zellen ausüben und diese abtöten oder in ihrem Wachstum hemmen.

Spezialgebiete

Ein weiteres Tätigkeitsfeld der Gynäkologie ist die Fortpflanzungsmedizin und die gynäkologische Endokrinologie (Lehre von den Hormonen der Frau). Inhalte der Reproduktionsmedizin sind u.a. Fragen zu individuellen hormonellen Störungen sowie Methoden der natürlichen und künstlichen Fortpflanzung wie zB.die In-vitro-Fertilisation (IVF) und die intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI).

In der Kinder- und Jugendgynäkologischen Sprechstunde können junge Mädchen sich vorzustellen, Fragen stellen und beraten zu lassen. Eine gynäkologische Untersuchung ist hierbei nicht immer notwendig. Die Behandlungsangebote nsind auch hier, je nach Krrankheitsbild, sowohl operativ als auch konservativ mit z.B. Medikamenten. Für spezielle Probleme besteht eine interdisziplinäre Kooperation mit Dermatologen, Urologen, Kinderherzspezialisten, internistischen und pädiatrischen Endokrinologen.

Die Uro-Gynäkologie ist ein Teilgebiet der Gynäkologie. Sie beschäftigt sich mit den harnbildenden und harnableitenden Organen wie Niere, Harnblase und Harnröhre. In der Spezialsprechstunde für Urogynäkologie werden alle Probleme der Harninkontinenz und Senkung des weiblichen Genitale diagnostiziert und behandelt.