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Hypertrophe Narben und Keloide

Hypertrophe Narben und Keloide sind das Ergebnis eines gestörten Wundheilungsprozesses in der Haut. Fibroblasten aus dem Bereich hyperproliferierender Narben zeigen in vitro eine erhöhte Genexpression für Komponenten der extrazellulären Matrix, insbesondere Kollagen, aber auch Elastin, Fibronektin und Proteoglykane sowie Hyaluronsäure. Auch die Isotypen I und II von TGF-β, welche die Kollagensynthese stimulieren und den Kollagenabbau hemmen, werden vermehrt exprimiert, während Isotyp III, mit entgegengesetztem Effekt, in verminderten Konzentrationen nachweisbar ist. Gleichzeitig ist die Apoptoserate von Fibroblasten aus Keloiden und hypertrophen Narben deutlich erniedrigt. Der veränderte Metabolismus der Fibroblasten führt so zu einer überschießenden Bindegewebsneubildung bei gleichzeitig vermindertem Kollagenabbau.

Leider stehen momentan keine optimalen, sicher wirksamen Therapieverfahren zur Behandlung von Keloiden und hypertrophen Narben zur Verfügung. In Kenntnis der molekularen Grundlagen der Wundheilung und der Pathogenese von fibroproliferativer Erkrankungen steht derzeitig, neben der die Fibrosierung hemmenden Substanzen, wie beispielsweise Interferon γ, der Einsatz von spezifischen TGF-β-Modulatoren im Mittelpunkt neuer Überlegungen zur Therapie von hypertrophen Narben und Keloiden. Aufgrund der Komplexizität dieses Krankheitsbildes und möglicher massiver Nebenwirkungen auf die Wundheilung werden mögliche Erfolge dieser monospezifischen Ansätze derzeit jedoch kontrovers diskutiert.

Ziel der von Dr. Gerd Gauglitz initiierten Projekte in Kollaboration mit Dr. Phan Yong von der National University of Singapore, Dr. Marc Jeschke und Dr. José Barral von der University of Texas Medical Branch, Galveston, Texas, USA, sowie PD Dr. med. Jürgen Schauber und Dr. Tatjana Pavicic von der Ludwig-Maximilians-Universität München ist die Untersuchung multimodaler Ansätze zur Beeinflussung überschießender Bindegewebsneubildung. Im Zentrum des Interesses stehen hier innovative Behandlungsschemata aus angrenzenden Krankheitsbildern und ihr möglicher Einfluss auf die Kollagensynthese von Keloidfibroblasten und Fibroblasten aus hypertrophen Narben. Es ist gut denkbar, dass sich aus den Ergebnissen dieser Studien neue Therapieansätze für die Behandlung hypertropher Narben und Keloide ableiten lassen.

 
 

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