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Evidenz-gestützte ästhetische Medizin

Dr. Tatjana Pavicic, Dr. Gerd Gauglitz

Zu zahlreichen Produkten, die im ästhetischen Bereich eingesetzt werden, fehlt ein objektiver Wirknachweis. Dabei steigt die Nachfrage nach minimal-invasiven ästhetischen Eingriffen von Jahr zu Jahr mit einer rasanten Geschwindigkeit. Diese Entwicklung wird durch die für 2007 von ASAPS veröffentlichten Zahlen: in den USA wurden 2007 insgesamt 11,7 Millionen  ästhetische Behandlungen durchgeführt, von denen 82% auf die nicht-chirurgischen Eingriffe entfielen. Dies entspricht einem Anstieg um 754% im Vergleich zu 1997.

Insbesondere im Bereich der Dermalfiller herrscht eine große Verwirrung. Derzeit sind schätzungsweise über 160 Dermalfiller im Handel. Sie unterscheiden sich stark in Ursprung (eigen oder fremd - human, tierisch, fermentativ oder synthetisch), Dauer des Effekts und Abbauverhalten (temporär, semi-permanent, permanent), Injektionstiefe (dermal, subkutan, supraperiostal) sowie Risikoprofil. Obwohl die meisten verwendeten Filler als sicher und gut verträglich gelten, werden die potentiellen Nebenwirkungen einer Faltenunterspritzung häufig unterschätzt. Das Wissen über die Qualität und Risiken zahlreicher Füllpräparate beruht auf Einzelberichten und kleinen Fallserien. Für viele Präparate liegen gar keine Daten über ihre physiko-chemischen Eigenschaften, ihr Verhalten im Gewebe und ihr Risikopotenzial. Insbesondere die Langzeitdaten über die Verträglichkeit von Fillern hängen von den freiwilligen Meldungen von Herstellern, ihren Vertriebspartnern und behandelnden Ärzten. Bisher gibt es kaum klinische Langzeitstudien, welche die Risikohäufigkeit und -faktoren sowie die Behandlung von Nebenwirkungen untersucht haben.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Cellulite, aus heutiger Sicht zwar keine Krankheit, aber ein schwerwiegendes kosmetisches Problem. Die Betroffenen, Mehrzahl der Frauen ab dem mittleren Lebensalter, haben einen sehr hohen Leidensdruck, der ihre eigene Wahrnehmung und ihr psychosoziales Leben in höchstem Maße beeinträchtigt. Auch die Reduktion von Fettpölsterchen an anderen Problemzonen wird immer stärker nachgefragt. Vor allem dann, wenn Sport und diätetische Maßnahmen an ihre Grenzen stoßen. Ein invasiver Eingriff in den Körper, welcher Art auch immer, birgt immer ein gewisses Risiko von Nebenwirkungen wie Infektion oder Blutung. Deshalb konnte in den vergangenen Jahren, vergleichbar zu der Entwicklung im Bereich der Gesichtsverjüngung, eine gestiegene Nachfrage an nicht-operativen Verfahren zur Cellulite-Behandlung und Köperformung verzeichnet werden. Zur Zeit werden über 30 Systeme auf dem Markt  angeboten. Von allen Herstellern werden die Systeme als sehr effektiv bezeichnet, allerdings existieren für nur ganz wenige Systeme kontrollierte, vergleichende Studien. Einzelne viel versprechende Ansätze sind anders als früher bereits erkennbar. Daher sind heute mehr denn je wissenschaftlich basierte, kontrollierte und objektivierbare Untersuchungen zur Pathogenese und zu den Behandlungsoptionen zwingend notwendig.

Daher legen wir als Teil einer großen Universitätsklinik einen besonderen Schwerpunkt auf die Durchführung klinischer Studien zur Überprüfung der Wirksamkeit und Verträglichkeit neuer Produkte, Generierung evidenz-basierter Daten über die oft sehr verwirrende Vielzahl bisher eingesetzter Mittel oder Methoden sowie Untersuchung von Nebenwirkungen.  

Es ist gut denkbar, dass die Analyse von Nebenwirkungen und unerwünschten Folgen ästhetischer Behandlungen, insbesondere von Dermalfiller, mit Hilfe modernster wissenschaftlicher Methoden zum besseren Verständnis entzündlicher und immunologischer Prozesse beiträgt, um immer sicherere Präparate herstellen zu können, eine bessere Aufklärung der Patienten zu ermöglichen sowie optimale individuelle Anti-Aging-Strategien zu entwickeln.

Auf Wunsch führen wir Hautanalysen durch. Neben der Messung von Hautfeuchtigkeit, Hautfettgehalt, Haut-pH-Wert und Hautelastizität kann hier das Relief der Hautoberfläche präzise mit dem Computer bestimmt und verarbeitet werden. Durch Kontrolluntersuchungen können Veränderungen der Haut sehr genau erfasst und kosmetische Anwendungen auf ihre Wirksamkeit überprüft werden. Außerdem werden die Veränderung der Hautstruktur sonographisch objektiv dokumentiert. Hierzu setzen wir  20-MHz-Ultraschall eingesetzt.

 
 

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