Kutaner Lupus erythematodes (CLE)

Überblick

Das lateinische Wort „kutaner“ bedeutet „Haut“, unter CLE versteht man also eine Krankheit, die die Haut befällt. Die klinischen Eigenschaften von CLE sind sehr unterschiedlich. Ein Subtyp von CLE, der akuter CLE (ACLE) genannt wird, ist praktisch identisch mit dem SLE, der bereits beschrieben wurde. Die anderen Subtypen in dieser Krankheitsgruppe befallen im allgemeinen nur die Haut, keine anderen Organe. Das ist der wesentlichste Unterschied zum SLE, und im weiteren werden hier nur die ausschließlich Hautveränderungen verursachenden Formen dargestellt.

Ausser dem ACLE, hat CLE vier weitere Untergruppen:

  1. Chronischer CLE (CCLE)
  2. Subakuter CLE (SCLE)
  3. Intermittierender CLE (ICLE)
  4. Bullöser CLE (BLE)

Die erste Gruppe (CCLE) hat noch weitere drei Untergruppen:

  1. Chronisch diskoider LE (CDLE)
  2. Chilblain LE (CHLE)
  3. LE profundus (LEP)

All diese Subtypen haben verschiedene klinische Eigenschaften, hier werden nur die häufigsten Formen detailliert beschrieben.

Allgemeine Eigenschaften

Alle Formen haben eine gute Prognose, nur sehr selten sind die inneren Organe befallen. Trotzdem ist der CLE ein sehr lästiges Problem, da fast alle Formen an sehr gut sichtbaren Körperstellen (lichtexponierten Arealen), meistens im Gesicht, an der behaarten Kopfhaut, am Oberkörper und/oder an den Aussenseiten der oberen Extremitäten auftraten. Alle Formen können sowohl einzeln als auch an mehreren Stellen auftreten. Die meisten Formen heilen ohne Narben ab, einige Formen führen aber leider zu Narben und führen dadurch evtl. zu endgültigem Haarverlust und kosmetisch sehr ungünstigen Hautveränderungen. Bilder zu den Subtypen von LE finden Sie auf der Webseite der DermIS.net.

Symptome

Der häufigste Subtyp des CLE ist der CDLE. Hierbei handelt es sich um rötliche, scharf begrenzte, scheibenförmige, schuppende, Pigmentstörungen zeigende Hautveränderungen, auf denen gelegentlich dicke Hornschichten oder Krusten erscheinen, und die oft zu Gewebsschwund der Haut führen und narbig abheilen. Bilder.

Ein weiterer häufiger Subtyp ist der LET. Die geschwollenen, hellroten Hautveränderungen verschwinden in der Regel in ein paar Wochen, kommen aber ohne Therapie wiederholt zurück. LET führt nie zu Narben und wurde noch nie unterhalb der Gürtellinie beobachtet.

 

Ein viel seltenerer, aber charakteristischer Subtyp ist der SCLE. Am häufigsten sieht man viele hellrote, schuppende, rund-ovale oder ringförmige Ausschläge an fast allen lichtexponierten Stellen. Bilder. Die Patienten sind sehr lichtempfindlich, und in ihrem Blut sind oft Ro/SS-A Antikörper zu finden, die bei Schwangerschaft gefährliche Rhytmusstörungen des Herzen der Leibesfrucht verursachen können. Gelenkschmerzen im Rahmen des SCLE treten häufig auf.

Diagnostik

Die Diagnostik besteht erstens aus dem feingeweblichen Nachweis der Krankheit, zweitens aus dem Ausschluss der Beteiligung innerer Organe. Es muss (müssen) immer eine (oder evtl. mehrere) Hautprobe(n) entnommen werden. Dies ist auch dann erforderlich, wenn die Hautveränderungen nur das Gesicht befallen. Wenn Verdacht auf einen lichtempfindlichen Subtyp besteht, wird eine Lichtprovokation am Rücken oder am Oberarm veranlasst, der eine Probeentnahme folgt. Zum Ausschluss eines SLE müssen ggf. Blut abgenommen, Urin gesammelt, Röntgenbilder des Brustkorbs angefertigt, ein EKG sowie, Ultraschalluntersuchungen und bei Bedarf auch andere Untersuchungen (wie z.B. neurologische Spezialuntersuchungen) durchgeführt werden.

Therapie

Die Behandlung der verschiedenen Subtypen kann ggf. unterschiedlich sein. Im allgemeinen wird zunächst eine entzündungshemmende lokale Therapie verordnet. Die Wirkung dieser Behandlungen stellt sich relativ schnell (innerhalb einiger Wochen) ein.

Bei Nichtansprechen wird mit Tabletten behandelt.

Die Einstellung einer optimalen Therapie benötigt bei CLE PatientInnen leider meist viel Zeit, denn man muss eine Behandlungsmethode oft 2-3 Monate konsequent anwenden, bevor das Ansprechen beurteilt werden kann. In besonders hartnäckigen Fällen kann die Einstellung ein ganzes Jahr andauern.

Vorbeugung

Eine sehr wichtige, therapeutische und vorbeugende Maßnahme ist der konsequente Lichtschutz. In erster Linie sollen sonnenintensive Situationen (z. B. Urlaub am Meer, Ausflüge im Sommer ohne Schatten, Schifahrt) gemieden werden. Zweitens sollte ausreichender Lichtschutz durch das Tragen entsprechender Kleidung (Mütze oder Hut und geschlossene Kleidung sowohl im Winter als auch im Sommer), drittens mit absolut sonnenblockierenden Sonnencremes (z. B. über einem Lichtschutzfaktor von 30), die möglichst auch wasserresistent sein sollten.

Bitte nicht vergessen, dass die Sonne tagsüber auch dann scheint, wenn der Himmel bedeckt ist (deswegen ist es ja hell draußen)! Die Sonnenstrahlung ist bei trübem Wetter zwar natürlich wesentlich schwächer als bei heiterem Himmel, aber wissenschaftliche Untersuchungen zeigten, dass bei heiterem Himmel schon 3, bei bewölktem Himmel 10 Minuten ausreichen, die Symptome des LE innerhalb von 2-3 Wochen zu aktivieren. Die Fenster der Wohnung, des Büros oder des Autos lassen zwar relativ wenig ultraviolettes Licht durch, beim LE ist jedoch die Lichtsensitivität meistens so stark, dass diese geringe Menge von Bestrahlung schon krankheitsaktivierend wirken kann.

Bestimmte Medikamente, vor allem die östrogenhaltige Pille, LE induzierende und Lichtempfindlichkeit verursachende Mittel sind zu vermeiden. Nichtmedikamentöse Schwangerschaftsverhütung muss eingesetzt werden (evtl. können östrogenfreie, reine Progesteronderivate erlaubt werden). Infektionen (auch banale Erkältungen) sollte vorgebeugt werden (z. B. im Winter die Gesellschaft zu vieler Menschen wie etwa Konzerte, Massenverkehrsmittel, überfüllte Warteräume und Warenhäuser, usw. meiden).

Die tägliche Einnahme von 1000 IE Vitamin D ist auch eine empfehlenswerte Vorbeugungsmethode.

Der CLE ist nach heutigem Kenntnisstand nicht heilbar, sondern nur behandelbar. Insofern ist eine regelmäßige ärztliche Kontrolle unerlässlich. Das Team unserer Autoimmunsprechstunde steht Ihnen dafür zur Verfügung.

 

Bevor Sie sich in unserer Spezialsprechstunde vorstellen, bitten wir um Ausfüllen unseres Anamnesebogens.

 

 
 
Allgemeine Ambulanz
Montag bis Freitag
08:00 Uhr - 10:00

Privatambulanz

Terminvergabe

täglich 8:00-10:00

Tel: +49 (0)89-4400-56133

oder per Mail: Privatambulanz.Derma@med.uni-muenchen.de

Klinikum München Thalkirchner Straße

Thalkirchner Straße 48
80337 München
Tel:  +49 (0)89 5147-6010

Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie

Frauenlobstraße 9–11
80337 München

International Patients

Befundmanagement der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie