Konzept und Behandlungsangebot

Galt der Schmerz im traditionellen Verständnis als direkter Ausdruck einer organischen Schädigung, dessen Intensität ausschließlich vom Ausmaß der Schädigung abhängig ist, so geht man heute in der modernen Schmerztherapie von einem bio-psycho-sozialen Gesamtereignis aus. Dies bedeutet, dass nicht nur körperliche, sondern auch psychologische und soziale Faktoren an der Entstehung und Aufrechterhaltung von Schmerzen beteiligt sind.

Zur ganzheitlichen Erfassung jedes einzelnen Patienten ist eine ausführliche interdisziplinäre Diagnostik notwendig. Um dies zu ermöglichen, bitten wir Sie im Vorfeld um die Beantwortung eines Fragebogens und die Einreichung relevanter Befunde in Kopie. Als Universitätsklinik legen wir in Diagnostik und Therapie besonderen Wert auf  den Einsatz modernster wissenschaftlicher Erkenntnisse. Dies wird gewährleistet durch eigene Forschungsprojekte und die aktive Mitarbeit in anerkannten Fachgesellschaften.

Multimodale Diagnostik und Therapie

durch ein interdisziplinäres Team aus Ärzten (der Bereiche Anästhesiologie, Orthopädie, Physikalische Medizin und Rehabilitation sowie Neurologie), Psychologen, Physiotherapeuten und speziell geschulten Pflegekräften.

Diese beinhaltet:

1. eine ausführliche ärztliche und ggf. psychologische Anamneseerhebung im jeweiligen Einzelgespräch

2. eine ausführliche körperliche Untersuchung mit eventueller weiterführender Diagnostik sowie ggf. einer Vorstellung bei Kollegen anderer Fachgebiete (z.B. Neurochirurgie, Radiologie, Urologie, Chirurgie etc.)

3. eine interdisziplinäre Beratung im Team

4. die Aufstellung eines individuellen Therapieplans gemeinsam mit der/m Patientin/en

5. eine ambulante Weiterbetreuung nach Bedarf

Ambulanz:

Im Rahmen einer ambulanten Vorstellung bieten wir unseren Patienten die Möglichkeit

  • einer Verlaufskontrolle und ggf. Therapieanpassung

  • einer konsiliarischen Therapieempfehlung von Patienten anderer Kliniken im Hause (insbesondere mit akuten Schmerzen und Tumorschmerzen)

  • einer schmerztherapeutischen Weiterbehandlung von Tumorpatienten auch nach Entlassung

Stationär-postoperative Mitbehandlung (Akutschmerzdienst):

Durch unseren Akutschmerzdienst betreuen wir am Klinikum Großhadern jährlich nahezu 4000 Patienten, die nach großen Eingriffen zur Linderung ihrer Schmerzen spezielle Therapieverfahren mittels Katheter oder Schmerzpumpen benötigen.

Wir bieten folgende Leistungen an:

  • Medikamentöse Therapie, insbesondere auch Tumorschmerztherapie

Einstellung entsprechend des WHO-Stufenschemas, ggf. Bedarfsermittlung mittels patientenkontrollierter intravenöser Titration unter tagesstationären Bedingungen.

  • Interventionen

z. B. Nervenblockaden (axilläre Plexus-brachialis-Blockade, Stellatumbockade), Periduralanalgesie mit und ohne Kathetertechnik, Kaudablockade, GLOA (Ganglionäre lokale Opioid Analgesie), Befüllung von intrathekalen Medikamentenpumpen. Auch dies erfolgt unter tagesstationären Bedinungen.

  • Nicht-medikamentöse Therapie

z. B. TENS (Transkutane elektrische Nervenstimulation), tagesklinische multimodale Therapie (MRIP, MPSP).