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Labor für Immungenetik und molekulare Diagnostik

Grundlagen des MHC/HLA

Beim „Haupt-Histokompatibilitätskomplex“ (engl. Major  Histocompatibility Complex, MHC) handelt es sich um eine Gruppe von Genen, die für Proteine der Immunerkennung, immunologischen Individualität und Gewebeverträglichkeit (Histokompatibilität) kodieren. Er findet sich bei allen Wirbeltieren. Der menschliche MHC ist bis auf Ausnahme des β-Mikroglobulins (Chromosom 15) auf dem kurzen Arm des Chromosom 6 lokalisiert. Die Genprodukte sind als Humane Leukozyten Antigene (HLA) unter anderem auf Leukozyten nachweisbar.  Dabei können zwei HLA-Klassen unterschieden werden:

• HLA-Klasse I Antigene (zum Beispiel HLA-A, -B, -C)

• HLA-Klasse II Antigene (zum Beispiel HLA-DR, -DQ, -DP)

Hierbei führen die verschiedenen HLA-Genorte mit ihrem ausgeprägten Polymorphismus zu einer hohen biologischen Individualität.

HLA-Klasse I Rezeptoren sind Transmembranmoleküle, die Proteinfragmente aus dem Zellinneren präsentieren. Diese können sowohl körpereigene, als auch -fremde Peptide wie beispielsweise Virenpartikel sein. Klasse I Moleküle kommen auf der Zelloberfläche von Thrombozyten und allen kernhaltigen Zellen vor und werden von CD8 positiven T-Zellen erkannt, die letztendlich die Apoptose der befallenen Zelle induzieren.

HLA-Klasse II  Rezeptoren finden sich auf Antigen-präsentierenden Zellen wie zum Beispiel B-Zellen oder endothelialen Zellen. Sie präsentieren Proteinfragmente, die zuvor aus dem Zelllumen in die Zelle eingeschleust und dort prozessiert worden sind. Die Immunreaktion leiten hier CD4 positive T-Zellen ein. Sie richtet sich gegen extrazelluläre Pathogene.

Jeder Mensch besitzt pro Genort zwei HLA-Merkmale (Allele), ein von mütterlicher und ein von väterlicher Seite vererbtes. Die HLA-Gene für die verschiedenen Genorte werden häufig gekoppelt als festes Set (Haplotyp) weitergegeben.

 

Klinische Bedeutung des HLA-Systems

Da HLA-Antigene ausschlaggebend für die Histokompatibilität sind, spielen sie bei Transplantationen solider Organe sowie hämatopoetischer Stammzellen eine entscheidende Rolle. Je ähnlicher die HLA-Merkmale von Spender und Empfänger sind, desto geringer ist das Abstoßungsrisiko. Aber auch bei thrombozytenrefraktären immunisierten Patienten kann die Transfusion von HLA-gematchten Thrombozyten erforderlich sein, um einen Anstieg der Thrombozytenzahl zu erreichen. Schließlich sei auch erwähnt, dass viele Krankheiten mit bestimmten HLA-Antigenen assoziiert sind wie zum Beispiel HLA-B27 mit Morbus Bechterew oder HLA-DR15 mit Narkolepsie. Dadurch lassen sich Rückschlüsse auf ein mögliches Krankheitsrisiko ziehen.

Weitere Informationen zur Organspende können auf den Internetseiten der Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) und der Stiftung Eurotransplant entnommen werden. Wissenswertes zur Knochenmarkspende ist zum Beispiel auf der Internetseite der Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern (AKB) zu finden.

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