Morton-Neuralgie - Morton Neurom

Hintergrund

Das Morton Neurom tritt an den Nerven zwischen den Mittelfußknochen auf, welche die Zehen mit Gefühl versorgen (Abbildung 1). Am häufigsten betroffen sind die Nerven zwischen den Zehen 3 und 4 (Abbildung 1), etwas seltener zwischen den Zehen 2 und 3. Frauen erkranken vier mal häufiger am Morton Neurom als Männer. Die genaue Ursache ist noch nicht geklärt. Verschiedene Faktoren wie beispielsweise ein Spreizfuß, eine Bindegewebsschwäche oder vermehrte Belastung durch Tragen von Schuhe mit hohen Absätzen, langes Stehen, häufiges Lauftraining und Übergewicht werden diskutiert. Wahrscheinlich führt dies zu einer Einengung der Nerven, die bindegewebige Hülle der Nerven schwillt an und es folgt eine Entzündung und Verdickung des Nerven und seiner bindegewebigen Hülle – es bildet sich ein Neurom.

Abbildung 1: Schematische Darstellung eines Morton-Neuroms zwischen der 3. und 4. Zehe.

Schematische Darstellung Morton Neurom

Beschwerden

Das Hauptsymptom sind Schmerzen im Vorfuß beim Gehen in engen Schuhen. Die Symptome bessern sich meist im Sitzen oder nach dem Ausziehen der Schuhe. Zusätzlich wird häufig über eine Missempfindung oder Taubheit der benachbarten Zehen berichtet. Ruheschmerzen oder Anlaufschmerzen sind eher ungewöhnlich und sprechen gegen die Diagnose des Morton Neuroms.

Untersuchung

Klinische Untersuchung

Meist besteht ein Druckschmerz zwischen den entsprechenden Mittelfußknochen. Außerdem kann häufig ein Vorfußkompressionsschmerz oder Nervendehnungsschmerz ausgelöst werden. Zur Sicherung der Diagnose ist es möglich an dem entzündeten Nerv ein lokales Betäubungsmittel zu spritzen. Kommt es dadurch zu einer kurzzeitigen Besserung der Symptome ist dies ein weiterer Hinweis für das Vorliegen eines Morton Neuroms.

Kernspintomografie

Die Kernspintomografie (MRT) sollte mit Kontrastmittel durchgeführt werden, da sich im Bereich des Morton Neuroms meist eine vermehrte Durchblutung, durch die Entzündung der bindegewebigen Hülle um die Nerven zeigt (Abbildung 2). Zusammen mit der Krankengeschichte, der körperlichen Untersuchung und der Kernspintomografie kann so meist eine eindeutige Diagnose gestellt werden.

Abbildung 2: Beispiel für ein Morton Neurom in der Kernspintomographie (der rot eingefärbte Bereich zeigt den aufgetriebenen Nerven (Neurom))

Bild Kernspintomographie Morton Neurom

Behandlung

Konservativ

Eine Besserung der Beschwerden kann teilweise durch das Tragen von weiten Schuhen erreicht werden. Enge und spitz zulaufende Schuhe hingegen verschlimmern oft die Schmerzen. Zusätzlich können stützende Schuheinlagen den Druck auf den Nerven verringern.

Operativ

Führt die konservative Behandlung nicht zu einer Besserung, oder zeigt sich durch die MRT Diagnostik ein gravierendes Störungsbild, besteht in der MRT Diagnostik ein ausgedehnter Befund, sollte die Operation erwogen werden.

Grundsätzlich gibt es zwei Operationsprinzipien: 

  1. Die Erhaltung des Nerven (Nervendekompression) 
  2. Die Entfernung des Nerven (Neurektomie)

Welches Verfahren wir empfehlen, hängt vor allem von der Größe des Neuroms ab. Zeigt sich in der Operation ein wenig aufgetriebener Nerv führen wir eine Nervendekompression durch, indem das Band zwischen den Mittelfußknochen gespalten wird. So kommt es zu einer Erweiterung des Raumes und somit zur Nervendekompression. Zeigt sich der Nerv stark aufgetrieben, empfehlen wir zusätzlich zur Spaltung des Bandes zwischen den Mittelfußknochen die Entfernung des Nerven.

Diese Eingriffe können in Allgemein- oder Regionalanästhesie, sowie ambulant oder stationär durchgeführt werden. Nach der Operation sollten sie den Fuß bis zur Wundheilung (ca. 2 Wochen) schonen. Grundsätzlich ist aber die Vollbelastung in einem Verbandsschuh erlaubt.