Arthrose des Sprunggelenks

Hintergrund

Das obere Sprunggelenk setzt sich aus drei Knochen zusammen. Das Schien- und Wadenbein bilden zusammen die Sprunggelenksgabel. In dieser befindet sich das Sprungbein und ermöglicht die Auf- und Abbewegung des Fußes. Das untere Sprunggelenk besteht aus dem Sprung- und dem Fersenbein (Abbildung 1) Es ermöglicht die seitliche Kippbewegungen im Rückfuß. Im Gelenk sind die Knochen mit Knorpel bedeckt um eine glatte Bewegung der Knochen gegeneinander zu ermöglichen.

Abbildung 1: Anatomie des oberen Sprunggelenks

Darstellung oberes Sprunggelenk

Die Sprunggelenkarthrose ist eine Abnutzung des Gelenkknorpels (Abbildung 2). Grundsätzlich werden zwei Gruppen unterschieden:

1. Die primären Arthrosen entstehen ohne eindeutigen Auslöser.

2. Die sekundären Arthrosen sind verursacht z.B. durch entzündlich-rheumatische Erkrankungen, Infektionen, Fehlstellungen oder durch eine vorrausgegangene Verletzung wie zum Beispiel Distorsionen mit Knorpelverletzung oder einen Bruch des Sprunggelenkes.

Abbildung 2: Schematische Darstellung eines gesunden (links) und eines arthrotisch veränderten (rechts) oberen Sprunggelenks

Darstellung gesundes vs. arthrotisch verändertes Sprunggelenk

Beschwerden

Im Frühstadium treten meist nur gelegentlich Schmerzen und Schwellungen v.a. nach längerer Belastung auf. Im Verlauf nehmen die Schmerzen und Schwellungen immer mehr zu, bis sie sogar im Ruhezustand oder Nachts auftreten können. Hinzu kommt eine immer stärkere Bewegungseinschränkung bis hin zur allmählichen Einsteifung.

Untersuchung

Zunächst erfolgt die Befragung über die Schmerzqualität und die Schmerzauslöser. Anschließend werden die Schmerzlokalisation und die Beweglichkeit des Sprunggelenkes untersucht.

In der Röntgenuntersuchung sind die typischen Zeichen einer fortgeschrittenen Arthrose die Abnahme der Gelenkspalthöhe (Gelenkspaltverschmälerung), Zysten, Bildung von neuem Knochen (Osteophyten) am Gelenkrand, und vermehrte Knochenbildung unter dem Gelenkknorpel (subchondrale Sklerose). In manchen Fällen wird zusätzlich eine Computer- oder Kernspin-Tomografie veranlasst.

Behandlung

Die Behandlung richtet sich nach den Beschwerden. Manche Patienten haben starke Beschwerden, bei lediglich geringen Veränderungen im Röntgen. Umgekehrt gibt es Patienten mit diskreten Beschwerden bei fortgeschrittenen Veränderungen im Röntgen.

Konservativ

Bei diskreten Beschwerden kann durch Krankengymnastik, Bandagen, Schuhversorgung und entzündungshemmende bzw. schmerzlindernde Medikamente eine vorübergehende Besserung erreicht werden. Grundsätzlich kann ein Fortschreiten der Erkrankung dadurch aber nicht verhindert werden.

Operativ

Führt die konservative Behandlung nicht zu einer ausreichenden Besserung sollte eine Operation in Erwägung gezogen werden.

Grundsätzlich bestehen am oberen Sprunggelenk drei Operationsmöglichkeiten.

Arthroskopie des Sprunggelenks (Gelenkspiegelung)

In Schlüsselloch-Technik werden Gelenkschleimhaut und Knochenüberstände entfernt. Dies ist aber nur bei Arthrose im Frühstadium zu empfehlen.

Fusion des Sprunggelenkes (Arthrodese)

Der Gelenkknorpel wird vollständig entfernt, dann werden Schien- und Sprungbein mit Schrauben oder Platten verbunden, sodass beide Knochen zusammenwachsen. Durch die Entfernung des Gelenkes, hat der Patient keine Schmerzen mehr, aber die Beweglichkeit im Sprunggelenk ist aufgehoben. Die Bewegung erfolgt dann nur noch über die benachbarten Gelenke. Dieses Vorgehen empfehlen wir v.a. bei Patienten mit ausgeprägter Einsteifung des Gelenkes, starker körperlicher Belastung oder ausgeprägter Fehlstellung. Den Eingriff führen wir wann immer möglich minimalinvasiv (arthroskopisch) ansonsten offen durch.

Prothese am Sprunggelenk

Das Gelenk wird entfernt und der verletzte Knorpel durch ein Implantat aus Metall ersetzt (Abbildung 3). So wird die Mobilität des Gelenks erhalten und damit die Nachbargelenke geschont. Wie bei allen künstlichen Gelenken besteht auch hier die Gefahr einer Lockerung. Wenn das der Fall ist, muss die Prothese ausgebaut und eine Fusion des Gelenks erfolgen.

Am unteren Sprunggelenk wird in der Regel eine Fusion durchgeführt, da ein Gelenkersatz hier noch nicht möglich ist.

Alle Eingriffe können grundsätzlich in Allgemein- oder Leitungsanästhesie durchgeführt werden.

Abbildung 3: Röntgenbild einer Sprunggelenksendoproothese in zwei Ebenen. Die weiß dargestellten Komponenten sind die Prothese. Dazwischen befindet sich eine Gleitpaarung (Inlay) um das Gleiten der beiden Komponenten zu ermöglichen.

Röntgenbild einer Sprunggelenksendoprothese