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Chronische Instabilität des Sprunggelenks

Hintergrund

Das obere Sprunggelenk setzt sich aus drei Knochen zusammen. Das Schienbein bildet die Oberseite des Sprunggelenks und den Innenknöchel, das Wadenbein den Außenknöchel. Durch eine stabile Bandverbindungen (Syndesmose) bilden diese Knochen zusammen die Sprunggelenksgabel. In dieser befindet sich das Sprungbein und ermöglicht die Auf- und Abbewegung des Fußes. An der Innenseite wird das Sprunggelenk durch das Deltaband stabilisiert. An der Außenseite stabilisieren drei Bänder den Außenknöchel mit dem Sprung- und Fersenbein (Abbildung 1).

Abbildung 1: Schematische Darstellung des oberen Sprunggelenks sowie des Außenbandapparates

Sprunggelenk und Aussenbandapparat

Eine Verstauchung des Sprunggelenks (Distorsion) ist eine Verletzung von einem oder mehreren Bändern, die das Sprunggelenk stabilisieren. In den allermeisten Fällen sind durch ein Umknicken über den Außenknöchel, die sogenannte Supination, dabei die Außenbänder betroffen. Die Therapie der ersten Wahl besteht aus Krankengymnastik und dem Verordnen einer Schiene.

Eine chronische Instabilität des Sprunggelenkes ist die Folge einer unvollständigen oder Fehlverheilung der verletzten Bänder z.B. durch wiederholte Verstauchungen des Sprunggelenks.

Beschwerden

Die Patienten klagen über wiederholtes Umknicken oder ein Instabilitätsgefühl des Sprunggelenks z.B. beim Gehen auf unebenen Boden, sowie aktivitätsabhängige Schmerzen.

Untersuchung

Entscheidend ist die klinische Untersuchung. Dabei wird darauf geachtet ob eine vermehrte Beweglichkeit im Sprunggelenk im Vergleich zur unverletzten Seite vorliegt. Ist dies der Fall und der Patient leidet an den entsprechenden Beschwerden ist die Diagnose eindeutig. Nur in Ausnahmefällen ist eine gehaltene Röntgenaufnahmen, bei denen der Arzt während des Röntgens am Sprunggelenk zieht, notwendig.

Behandlung

Konservativ

Zunächst erfolgt immer der Versuch der nichtoperativen Behandlung mittels Krankengymnastik. Ziel ist es die Muskulatur zu stärken, die das Sprunggelenk stabilisiert und die Muskelkoordination zu verbessern. Dafür ist eine individuelle Physiotherapie notwendig.

Operativ

Führt die konservative Behandlung nicht zu einer ausreichenden Stabilisierung des Sprunggelenkes, sollte eine Operation erwogen werden.

Wenn man sich für eine Operation entscheidet, empfehlen wir immer zusätzlich die Durchführung einer Gelenkspiegelung (Arthroskopie), da durch die ständigen Umknickverletzungen häufig Begleitverletzungen im Gelenk vorliegen. Im Rahmen der Gelenkspiegelung können Begleitverletzungen identifiziert und häufig gleich behandelt werden.

Die Stabilisierung führen wir ebenfalls wann immer möglich minimalinvasiv im Rahmen der Arthroskopie durch (Arthroskopische Operation nach Broström). Zuerst werden Kanäle an den Ansatzstellen der geschädigten Bänder in das Wadenbein gebohrt. In diesen Bohrlöchern erfolgt die Verankerung von Fäden mit denen die Außenbänder und die Gelenkkapsel dann an das Wadenbein fixiert werden. Zum Schutz der Rekonstruktion wird für 6 Wochen eine Orthese angelegt.

Sollte eine minimalinvasive Rekonstruktion nicht möglich sein führen wir üblicherweise eine offene Operation durch. Dabei werden die fehlverheilten Bänder und die Gelenkkapsel durchtrennt und anschließend überlappend wieder vernäht. Dadurch kommt es zu einer Verkürzung und Stabilisierung des Außenband-Apparates.

Alle Eingriffe können grundsätzlich in Allgemein- oder Leitungsanästhesie durchgeführt werden. Nach der Operation sollte, je nach angewandtem Verfahren, für ca. 6 Wochen eine spezielle Schiene getragen und im Verlauf Krankengymnastik gemacht werden.