Ventrales und dorsales Impingement

Hintergrund

Das obere Sprunggelenk setzt sich aus drei Knochen zusammen. Das Schienbein bildet die Oberseite des Sprunggelenks und den Innenknöchel, das Wadenbein den Außenknöchel. Durch eine stabile Bandverbindungen (Syndesmose) bilden diese Knochen zusammen die Sprunggelenksgabel. In dieser befindet sich das Sprungbein und ermöglicht die Auf- und Abbewegung des Fußes. Bei dem Impingement-Syndrom des oberen Sprunggelenks kommt es zu einer Einklemmung von knöchernen und/oder weichteiligen Strukturen zwischen dem Schien- und Sprungbein. Dies kann zu Schmerzen und/oder einer Bewegungseinschränkung führen. Meistens bestehen die Beschwerden an der Vorderseite des Sprunggelenkes (Fuß heben), seltener an der Hinterseite (Fuß senken). Verantwortlich für das knöcherne Einklemmen können Knochenanbauten (Osteophyten), freie Gelenkkörper, zusätzliche Knochen (Os Trigonum), oder anlagebedingte Knochenformveränderungen sein. Das weichteilige Einklemmen kann durch eine Vermehrung der Gelenkinnenhaut, Bandreste, oder Narbenstränge bedingt sein. Egal ob knöchernes oder weichteiliges Einklemmen, die Ursachen sind meist Veränderungen in Folge von Verletzungen (Knochenbrüche, Verstauchungen, Kapsel-Band-Verletzungen) oder chronische Überlastungen des oberen Sprunggelenks (z.B. bei Fußballspielern (Soccers-ankle), Tänzern oder Läufern.

Abbildung 1: Schematische Darstellung eines ventralen und dorsalen Sprunggelenksimpingement

Darstellung eines ventralen und dorsalen Impignements

Beschwerden

Patienten beklagen meist Schmerzen und/oder einen eingeschränkten Bewegungsumfang beim Auf- und Abbewegen des Fußes. Dies äußert sich z.B. durch ein „unrundes Gangbild“, Schmerzen/Probleme beim Treppensteigen oder Schmerzen beim starken Beugen oder Strecken des Sprunggelenks (z.B. Schuss beim Fußball oder Zehenspitzenstand beim Tanzen).

Untersuchung

Zunächst erfolgt die Befragung über die Qualität des Schmerzes und die schmerzauslösenden Bewegungen. Anschließend werden die Schmerzlokalisation und die Beweglichkeit des Sprunggelenkes bei gestrecktem und gebeugtem Kniegelenk untersucht.

Zeigt sich eine eingeschränkte Beweglichkeit sowohl bei gestrecktem als auch bei gebeugtem Kniegelenk wird ein Röntgenbild in Funktionsstellung durchgeführt. Bei komplexeren knöchernen Veränderungen kann die CT-Untersuchung sowie eine Kernspintomographie (MRT) eine sinnvolle Ergänzung darstellen.

Behandlung

Das Ziel einer konservativen oder operativen Therapie ist die Wiederherstellung der vollen schmerzfreien Gelenkbeweglichkeit.

Konservativ

Die konservative Therapie hat das Ziel die akuten entzündlichen Veränderungen, die z.B. im Rahmen eines Überlastungszustands (Reizzustand der Gelenkinnenhaut) auftreten zu behandeln. Dies erfolgt durch entzündungshemmende Medikamente (NSAR), Sportpause und ggf. eine zeitweise Entlastung des betroffenen Beines.

Operativ

Führt die konservative Behandlung zu keiner ausreichenden Besserung sollte eine Operation in Erwägung gezogen werden. Bei der Operation können die einklemmenden Strukturen entfernt werden. Meist kann dies arthroskopisch durchgeführt werden. In Schlüsselloch-Technik werden dabei Gelenkschleimhaut, Narbenstränge, Bandreste und Knochenüberstände entfernt. Dadurch kann eine Verbesserung der Beweglichkeit im Sprunggelenk sowie eine Verminderung der Schmerzen erzielt werden. Ein weiterer Vorteil ist die Behandlung von begleitenden Schäden (z.B. Knorpelschäden). Der meist kurze Eingriff kann in Teilnarkose (Spinalanästhesie) oder Vollnarkose durchgeführt werden. Wir bieten diesen Eingriff sowohl ambulant als auch stationär an. Nach dem Eingriff kann das Bein direkt voll belastet werden. Meist empfiehlt sich eine kurze Phase der Teilbelastung an Unterarmstützen. Um ein optimales Ergebnis zu erzielen, ist eine intensive physiotherapeutische Behandlung notwendig. Der Wiedereinstieg in den Beruf ist meist nach 2 Wochen möglich. Mit einer vollständigen Wiederherstellung der Sportfähigkeit ist nach ca. 8 Wochen zu rechnen.