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Verstauchung des Sprunggelenks (OSG-Distorsion)

Hintergrund

Das obere Sprunggelenk setzt sich aus drei Knochen zusammen. Das Schienbein bildet die Oberseite des Sprunggelenks und den Innenknöchel, das Wadenbein den Außenknöchel. Durch eine stabile Bandverbindungen (Syndesmose) bilden diese Knochen zusammen die Sprunggelenksgabel. In dieser befindet sich das Sprungbein und ermöglicht die Auf- und Abbewegung des Fußes. An der Innenseite wird das Sprunggelenk durch das Deltaband stabilisiert. An der Außenseite des Sprunggelenks stabilisieren drei Bänder den Außenknöchel mit dem Sprung- und Fersenbein (Abbildung 1).

Abbildung 1: Schematische Darstellung des oberen Sprunggelenks sowie des Außenbandapparates
Darstellung Sprunggelenk

Eine Verstauchung des Sprunggelenks (Distorsion) ist eine Verletzung von einem oder mehreren Bändern, die das Sprunggelenk stabilisieren. Die meisten dieser Verletzungen passieren beim Sport durch ein sogenanntes Supinationstrauma, d.h. man knickt über den Außenknöchel weg. Am häufigsten kommt es dabei zu einer Verletzung der Außenbänder. Bei dem Pronationstrauma (Umknicken über den Innenknöchel), kommt es zu einer Verletzung des Innenbandes (Abbildung 2). Typische Zeichen einer Bandverletzung sind Schwellung, Bluterguss, Schmerzen bei Belastung oder auch in Ruhe sowie Bewegungseinschränkung.

Abbildung 2: Illustration des Supinations- und Pronationstraumas
Illustration Supinations und Pronationstrauma

Untersuchung

Klinische Untersuchung

Die Frage ob eines oder mehrere Bänder gerissen sind, lässt sich fast immer durch die körperliche Untersuchung beantworten. Dabei wird untersucht ob am Sprunggelenk eine vermehrte Beweglichkeit vorliegt. In einigen Fällen ist eine eindeutige Einteilung aufgrund von Schmerzen und Schwellung nicht möglich.

Röntgen

Ein Bruch des Knöchels liegt nur in ca. 5-15% aller Verstauchungen vor. Es müssen also nur Röntgenaufnahmen angefertigt werden, wenn der eindeutige Verdacht auf einen Bruch besteht. Dies ist der Fall wenn bestimmte Druckpunkte schmerzhaft sind, oder man nicht mehr gehen kann, d.h. auch nicht humpeln. Sollte bei Ihnen keine Röntgenuntersuchung durchgeführt worden sein, kann in ca. 0,4% der Fälle trotzdem ein Bruch vorliegen, der aber fast nie einer besonderen Behandlung bedarf.

 

Behandlung

Das Ziel der Behandlung ist die Wiederherstellung der vollen Stabilität des Sprunggelenkes sowie Schmerzfreiheit. Heute werden fast alle Bandverletzungen konservativ behandelt. In der Frühphase sollten abschwellende Maßnahmen durchgeführt werden: Hochlagerung, Kühlung, Schonung durch wenig Belastung (wenn nötig an Unterarmgehstützen), Schmerzmittel nach Bedarf und Kompression durch einen elastischen Verband. Sollte ein vollständiger Riss der Bänder vorliegen wird zusätzlich Krankengymnastik und eine Orthese verordnet. Unter dieser Therapie heilen die meisten Verletzungen folgenlos aus. Ist dies nicht der Fall kann, auch Jahre nach der Verletzung, eine operative Stabilisierung erfolgreich durchgeführt werden (Chronische Instabilität).

Wiedervorstellung

Ist aufgrund der Beschwerden eine eindeutige Diagnose nicht möglich, sollten Sie sich nach 3-5 Tagen wieder vorstellen. Sind die Beschwerden erheblichen rückläufig kann darauf verzichtet werden. Kommt es in den ersten Wochen nicht zu einer deutlichen Besserung müssen unter Umständen weitere Untersuchungen (MRT, CT) durchgeführt werden. Das weitere Vorgehen richtet sich dann nach den Untersuchungsergebnissen.