Haglundferse / Fersensporn

Hintergrund

Die Achillessehne verbindet die Wadenmuskulatur mit dem Fersenbein und ermöglicht so das kräftige Abdrücken des Fußes. Sie setzt flächig an der Rückfläche es Fersenbeins an. Sowohl vor als auch hinter der Achillessehne liegen Schleimbeutel. Bei der Haglund Ferse (Haglund Exostose) handelt es sich um ein Überbein am oberen Rand des Fersenknochens. Der dorsale Fersensporn ist eine Verknöcherung des Ansatzes der Achillessehne am Fersenbein. Sowohl die Haglund Exostose als auch der Fersensporn fallen häufig als Zufallsbefund auf ohne, dass Schmerzen vorhanden sind. Dann ist keine Behandlung notwendig. Kommt es zu Beschwerden ist es wichtig die Ursache zu identifizieren. Es kann entweder eine Entzündung der Schleimbeutel vorliegen, oder aber eine Reizung der Achillessehne. Ursächlich können der direkte Druck der Fersenkappe eines (neuen) Schuhes, eine (sportliche) Überlastung oder auch eine Verkürzung der Wadenmuskulatur (M. gastrocnemius Verkürzung) sein.

Beschwerden

Meist sind Schmerzen im Bereich der Achillessehne (Achillodynie) vorhanden. Diese treten häufig bei Belastung auf, wobei auch morgendliche Schmerzen und Steifigkeit vorhanden sein können. Im Extremfall ist der Zehenspitzenstand nicht mehr möglich. Zusätzlich kommt es häufig auch zu einer schmerzhaften Schwellung im Bereich der fersennahen Achillessehne.

Untersuchung

Die knöchernen Veränderungen (Haglund Exostose, dorsaler Fersensporn) können in aller Regel im seitlichen Röntgenbild gesehen werden (Abbildung 1). Entscheidend ist aber die die klinische Untersuchung um herauszufinden wo genau die Schmerzen bestehen, da es sich häufig um eine Kombination verschiedener Probleme handelt. Meist ist eine ergänzende Untersuchung mittels Ultraschall und/oder Kernspintomographie (MRT) mit Kontrastmittel notwendig.

Abbildung 1: Beispielhaftes Röntgenbild für Haglund Exostose und Fersensporn

Röntgenbild Haglundexostoseund Fersensporn

Behandlung

Die Behandlung ist häufig langwierig und verlangt eine enge Zusammenarbeit zwischen Patient und Arzt

Konservativ

Im Falle von akuten Beschwerden empfehlen wir eine Sportpause, sowie Medikamente zur Reduktion der Entzündungsreaktion. Falls das Schuhwerk zu Druckstellen im Bereich des Achillessehnenansatzes führt, sollte dieses gewechselt werden. Darüber hinaus sollte eine intensive physiotherapeutische Behandlung (Exzentrische Dehnübungen, Gang- und Laufschulung) durchgeführt werden. Die zusätzliche Einlagenversorgung ist oft hilfreich.

Operativ

Führt die konservative Behandlung nicht zur Besserung der Beschwerden, sollte über einen operativen Eingriff nachgedacht werden.

Haglund Ferse

Handelt es sich um eine Entzündung der Achillessehne und der Schleimbeutel bei einer Haglund Exostose, kann das Überbein des Fersenknochens sowie die beteiligten Schleimbeutel meist minimalinvasiv (tenoskopisch) entfernt werden.

Dorsaler Fersensporn

Die Verknöcherung des Ansatzes der Achillessehne ist nur durch ein teilweises Ablösen der Achillessehne möglich. Dies muss durch eine offene Operation durchgeführt werden, da die sichere Wiederanbringung (Refixation) der Achillessehne extrem wichtig ist.

Bestehen Schmerzen an der Achillessehne ohne Verknöcherung und es liegt eine Verkürzung des Wadenmuskels vor (M. gastrocnemius Verkürzung) , kann der Wadenmuskel durch einen kleinen Eingriff verlängert werden (M. gastrocnemius Verlängerung). Dies verringert den Zug auf die Achillessehne und kann so die Beschwerden verringern.

Die Nachbehandlung ist oft langwierig und richtet sich nach dem durchgeführten Eingriff. Obwohl der Patient / die Patientin nach den meisten Eingriffen voll belasten kann, schließt sich immer eine intensive Nachbehandlung an. Wurde z.B. ein dorsaler Fersensporn offen abgetragen, findet die Nachbehandlung entsprechend eines Achillessehnenrisses statt (Achillessehnennaht).