Anatomie des Sprunggelenks und Fußes

Das Sprunggelenk und der Fuß bilden eine bewegliche Einheit, die zum Gehen/Laufen, Tasten und Greifen verwendet werden kann. Hierfür ist das Zusammenspiel einer Vielzahl von Knochen, Bänder, Sehnen und Muskeln verantwortlich. Im Folgenden möchten wir Ihnen einen kurzen Überblick über den Aufbau dieses komplexen Gebildes geben. 

Das Sprunggelenk wird in ein oberes und ein unteres Sprunggelenk eingeteilt (Abbildung 1). Das obere Sprunggelenk (OSG) wird aus drei Knochen, dem Schienbein (Tibia), dem Wadenbein (Fibula) und dem Sprungbein (Talus) gebildet. Das Schien- und Wadenbein sind durch eine Bandstruktur (Syndesmose) verbunden und bilden die Sprunggelenksgabel (Malleolen-Gabel), in welcher das Sprungbein sitzt. Der Innenknöchel wird dabei als Malleolus medialis, der Außenknöchel als Malleolus lateralis bezeichnet. Das obere Sprunggelenk ermöglicht einen Großteil des Hebens und Senkens des Fußes (Dorsal- und Plantarflexion). Das untere Sprunggelenk wird aus Sprungbein (Talus) und Fersenbein (Kalkaneus) gebildet und ermöglicht das Heben- und Senken des Fußaußenrandes (Pro- und Supination). 

Die Außen- und Innenbänder Umspannen und Stabilisieren das obere und untere Sprunggelenk. Die drei Außenbänder (Abbildung 2) setzen am Außenknöchel an und ziehen nach vorne auf das Sprungbein (Lig. talofibulare anterius), nach unten auf das Fersenbein (Lig. calcaneofibulare) und nach hinten auf den Talus (Lig. talofibulare posterius). Vom Innenknöchel zieht das großflächige Innenband (Deltaband, Lig. Deltoideum) zum Fersenbein, Sprungbein und Kahnbein (Os naviculare). 

Abbildung 1: 
Schematische Abbildung des Sprunggelenks
Schematische Darstellung des Sprunggelenks

Abbildung 2:
Darstellung eines Sprunggelenks mit Bändern
Schematische Darstellung des Sprunggelenks mit Bandverbindungen

Der Fuß setzt sich aus 26 Knochen und zwei Sesambeinen zusammen. Er wird in Rück-, Mittel- und Vorfuß untergliedert (Abbildung 3). Der Rückfuß wird aus Sprungbein (Talus) und Fersenbein (Kalkaneus) gebildet und wurde bereits oben näher beschrieben. Als Mittelfuß werden die fünf Fußwurzelknochen bezeichnet. Das Kahnbein (Os naviculare) sitzt Fußinnenseitig vor dem Sprungbein, das Würfelbein (Os cuboideum) fußaußenseitig vor dem Fersenbein. Die drei Keilbeine (Os cuneiforme mediale, intermedius und laterale) liegen vor dem Kahnbein und schließen seitlich am Würfelbein ab. Die Fußwurzelknochen begrenzen zwei wichtige Gelenklinien im Fuß. Die Gelenklinie zwischen Rück- und Mittelfuß wird als Chopart-Linie, die Gelenklinie zwischen Mittel- und Vorfuß als Lisfranc-Linie bezeichnet. Der Vorfuß umfasst die fünf Mittelfußknochen (Os metatarsale) und die Zehen (Phalanges). Die Fußwurzelknochen und Metatarsale bilden zusammen den knöchernen „Bogen“ des Fußlängsgewölbes.

Die Großzehe besteht aus zwei, die übrigen vier Zehen aus jeweils drei knöchernen Gliedern (distale Phalanx, mittlere Phalanx, proximale Phalanx). Für die Großzehe findet sich häufig auch die Bezeichnung Hallux. Fußsohlenseitig auf Höhe des Großzehengrundgelenks liegen zwei Sesambeine, die als Umlenkrollen für die Sehnen- und Bandstrukturen der Fußsohle dienen.

Abbildung 3: 
Darstellung der Fußknochen
Schematische Darstellung der Fußknochen