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Schnelle Mobilisierung des Klinikpersonals nach dem Anschlag am 22.7.2016

Beim Katastrophenalarm aufgrund des Anschlags in München am Freitagabend haben sich viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Klinik für Allgemeine, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie binnen kurzer Zeit an dem Einsatz beteiligt. Dadurch konnten am Campus Großhadern 15 Teams in der Nothilfe für die Versorgung von Verletzten zur Verfügung gestellt werden. Am Campus Innenstadt standen acht Teams in der Chirurgischen Klinik zur Verfügung. Ein Team besteht jeweils aus Fachärzten der Chirurgie und Anästhesie sowie Pflegekräften und umfasst 6-8 Personen. Diese Teams begleiten die Patienten vom Schockraum, in dem die Erstversorgung stattfindet, über eine gegebenenfalls erforderliche bildgebende Diagnostik bis in den OP. „Die Situation in der Innenstadt wurde erheblich dadurch erschwert, dass wir Informationen bekamen, dass eine weitere Amoklage in unmittelbarer Nähe am Stachus bestünde und darüber hinaus an mehreren Orten in der Innenstadt geschossen würde. Damit konnten wir eine Gefährdungslage für die Chirurgische Klinik nicht ausschließen", fasst Priv.-Doz. Dr. Hans Polzer, Oberarzt der Klinik für Allgemeine, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, die Lage am Freitagabend zusammen.

Insgesamt wurden fünf Patienten bei uns in der Klinik versorgt, darunter ein ambulanter Fall und vier Patienten, die stationär aufgenommen wurden. Zwei Patienten mussten akut operativ versorgt werden, einer nach Schussverletzung. Alle Patienten sind wieder erfreulicherweise stabil. Insgesamt standen an beiden Standorten rund 30 Intensivbetten zur Verfügung. Prof. Dr. Wolfgang Böcker, Leiter der Unfallchirurgie am Klinikum der Universität München: "Als zertifiziertes Traumazentrum erwartet man von uns schnelle und kompetente Hilfe. Da ist es gut zu wissen, dass es in der Praxis auch funktioniert und wir im Notfall umfangreiche Kapazitäten im Schockraum, bei Operationen und auch auf den Intensivstationen zur Verfügung stellen können." Für die Versorgung standen sechs Computertomographen für eine rasche Bildgebung bereit.

"Umso beeindruckender ist diese Notfallkapazität als zugleich bereits große Operationen liefen, wie etwa eine Lungentransplantation und ein neurochirurgischer Notfalleingriff", ergänzt Prof. Jauch. Zugleich wird nun in Nachbesprechungen daran gearbeitet, das System weiter auszubauen und zu verbessern.

TV-Berichte aus unserer Klinik
zum Amoklauf und zur Notfallversorgung "Massenanfall von Verletzten (MANV)":

Sonntag, 24.07.2016

BR Rundschau, 16 Uhr (ab 6:29 Min): http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/nachrichten/sendung-vom-24072016_x-100.html

und 18:30 Uhr (ab 8:05 Min): http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/nachrichten/sendung-vom-24072016_x-102.html

(ab 0:33 Min): http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/nachrichten/opfer-krankenhaus-amok-100.html

ProSieben Newstime, 18 Uhr (ab 1:53 Min): http://www.prosieben.de/tv/newstime/video/201689-newstime-vom-24-juli-2016-ganze-folge

ZDF heute Nachrichten, 17 Uhr (ab 4:37 Min): http://www.zdf.de/ZDFmediathek#/beitrag/video/2795304/ZDF-heute-Sendung-vom-24-Juli-2016

und 19 Uhr (ab 3:52 Min): http://www.zdf.de/ZDFmediathek#/beitrag/video/2795306/ZDF-heute-Sendung-vom-24-Juli-2016