Narbenbruch

Narbenhernien sind Hernien einer Narbenregion. Die Bruchpforte ist die auseinandergewichene Fasziennaht. Entsprechend der Lokalisation unterschieden wir mediane Narbenhernien und Narbenhernien der lateralen Bauchwand. Die Inzidenz der Narbenhernien liegt bei 10% nach großen abdominalchirurgischen Eingriffen. Wundinfektion, Adipositas, Diabetes, Kortisonmedikation, Chemotherapie und chronische Erhöhung des intraabdominelle Druckes gelten als Risikofaktoren.

Die Reparation des Narbenbruches beginnt mit der Präparation und Resektion des Bruchsackes und der Darstellung der Faszienränder. Häufig bestehende Verwachsungen der Bauchorgane mit der Bauchdecke müssen gelöst werden. Anschließend erfolgt der Bruchlückenverschluss.

Die einfache Bruchsackexzision und Reparation mit direkter Naht oder durch Fasziendoppelung nach Mayo ist nur bei kleinen Ersthernien (Bruchlücke <5cm) erfolgversprechend.

Dementsprechend verwenden wir bei großen Hernien, Rezidivhernien und beim Vorliegen von Risikofaktoren für die Hernienentstehung, ein grobmaschiges nicht resorbierbares Kunststoffnetz, das wir in der sog. Sublay-Technik zwischen dem hinterem Blatt der Rektusscheide und der Rektusmuskulatur implantieren. In einer eigenen Untersuchung konnte damit in der Nachbeobachtung die Rezidivrate unter 2% gesenkt werden.

Ist ein direkter Faszienverschluss nicht möglich, kann das Kunsstoffnetz in den Fasziendefekt eingenäht werden (Inlay-Technik) Hierbei kommt es aber zu häufigen Rezidiven am Netzrand und der Faszie. Wird das Netz hingegen auf das vordere Blatt der Rektusscheide genäht, handelt es sich um die Onlay-Technik.

Die laparoskopische Narbenhernienreparation mit einem intraperitoneal plazierten Gore Tex Netz wird in unserer Klinik insbesondere bei adipösen Patienten angewandt. Hierbei wird nach laparoskopischer Lösung von Verwachsungen das Netz an der Bauchdeckeninnenseite mit Titanclips und 4-6 Haltefäden fixiert. Das Netz sollte dabei die Bruchlücke um wenigstens 4cm allseits überlappen.

Die Eingriffe erfolgen in Allgemeinnarkose.


Typische Komplikationen der Narbenhernienreparation sind Hämatome und Serome, die in ca 4% der Fälle unmittelbar postoperativ auftreten können. Diese können aber problemlos abpunktiert werden und beeinträchtigen den Heilverlauf nicht. Wundinfekte sind gerade nach Netzimplantation gefürchtet. Wie bereits bei den Leistenhernien angeführt, reicht die lokale Wundbehandlung unter Belassen des Netzes aus, um die Infektion zur Ausheilung zu bringen. Netze führen zur Induktion von Narbengewebe, welches seinerseits zur Bauchdeckenverstärkung dient. Ein zuviel an Narbengewebe kann aber zu Bauchdeckenschmerzen und einem Steifigkeitsgefühl der Bauchdecke führen. Durch die Entwicklung neuer Netztmaterialien sind diese Komplikationen aber seltener geworden. Die genannten Komplikationen gelten auch für die chirurgische Versorgung der Nabelhernie, welche sich lediglich durch die spezielle Ätiologie und Lokalisation von der medianen Narbenhernie unterscheidet.

 
 

Zertifikat

Seit 2011 nehmen wir an der Qualitätssicherungs-maßnahme "Operative Therapie der Adipositas" des AN-Institutes für Qualitätssicherung in der operativen Medizin gGmbH teil.