Cushing Syndrom

Die wesentliche pathophysiologische Grundlage des Cushing-Syndroms ist eine vermehrte Cortisol-Produktion. Das Cushing-Syndrom ist verhältnismäßig selten. Frauen sind 3-4 mal häufiger betroffen als Männer, der Altersgipfel liegt im 3. und 4. Lebensjahrzehnt. Es können folgende Formen unterschieden werden:

  • Der Morbus Cushing mit einer beidseitigen Hyperplasie (Vergrößerung) der Nebennierenrinde aufgrund einer gestörten Regulation der ACTH Ausschüttung aus der Hypophyse (Hirnanhangdrüse).
  • Das Cushing-Syndrom, in 30 % der Fälle ein Adenom oder auch Karzinom der Nebennierenrinde mit autonomer, von der Hypophyse unabhängiger Steroidproduktion.
  • Substanzen mit Cortisol-ähnlicher Wirkung können auch außerhalb der Nebenniere in neoplastischen Geweben gebildet werden, z.B. auf der Grundlage eines Bronchialkarzinoms und ebenfalls ein Cushing-Syndrom verursachen.

Die subjektiv empfundenen Beschwerden bestehen z.B. in einer Antriebsarmut oder Schmerzen im Bereich der Wirbelsäule aufgrund einer Osteoporose. Der Untersuchungsbefund zeigt in 90% der Fälle ein sog. "Mondgesicht" in 85 % eine Stammfettsucht, in 60 % einen Diabetes mellitus oder eine herabgesetzte Glucose-Toleranz. Weitere Zeichen einer Cortisol-Überproduktion sind Bluthochdruck, Osteoporose, Veränderungen in der Körperbehaarung, Ödeme und Hautveränderungen.

Abhängig von der Ursache des Cushing-Syndroms ist entweder eine Behandlung der Hypophyse oder der Nebennieren erforderlich. Die Entfernung einer Nebenniere ist indiziert, wenn es sich um ein Adenom oder Karzinom der Nebennierenrinde handelt. In seltenen Fällen besteht bei hypophysärem Cushing-Syndrom und unbefriedigendem Therapieerfolg auf der Ebene der Hirnanhangdrüse die Indikation zur beidseitigen Entfernung der Nebenniere.

 
 

Zertifikat

Seit 2011 nehmen wir an der Qualitätssicherungs-maßnahme "Operative Therapie der Adipositas" des AN-Institutes für Qualitätssicherung in der operativen Medizin gGmbH teil.