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Thromboseambulanz

Auch im Kindes- und Jugendalter kommt es zu Thrombosen (Gefäßverschlüssen). Außer bei angeborenen Risikofaktoren (z.B. genetischer Veränderungen) kommen diese besonders häufig in der Neugeborenenperiode und bei bestimmten Erkrankungen (z.B. Krebserkrankungen) sowie nach Operationen vor. In Absprache mit den anderen betreuenden Ärzten übernehmen wir sowohl die Akuttherapie (Versuch der Auflösung des Blutpfropfes) als auch die Dauertherapie nach Thrombosen und die Therapie zur Verhütung von Thrombosen.

Therapiesteuerung in der „Dauertherapie“
Therapieüberwachung bei Therapie mit niedermolekularem Heparin (z.B. Clexane®):
Sollte Ihr Kind zur Abnahme eines Medikamentenspiegels (Anti-Xa-Spiegel) kommen, so sollte dies bei Kindern > 3 Jahre etwa 4 Stunden nach der letzten subkutanen Injektion erfolgen, bei kleineren Kindern nach 2 Stunden. Das reine Therapiemonitoring kann in der Regel gut beim niedergelassenen Kollegen erfolgen.

Therapieüberwachung bei Therapie mit Marcumar/Coumadin:
Hier ist kein besonderer Zeitpunkt nötig, bei Heimmonitoring mittels Coagucheck® bitten wir Sie, Ihre Dokumentation mitzubringen. Das reine Therapiemonitoring kann auch beim niedergelassenen Kollegen erfolgen, den wir gerne bei Therapieentscheidungen beraten.

Therapieüberwachung bei Therapie mit Thrombozytenfunktionshemmern (z.B. ASS):
Hier ist kein besonderer Zeitpunkt nötig. In der regel muss die Kontrolle bei uns erfolgen, da die entsprechenden Labormethoden (PFA 100 und Multiplate) nicht überall zur Verfügung stehen.

Thrombophiliescreening bei betroffenen Kindern
Bei Kindern, die bereits eine Thrombose erlitten haben, ist ein sogenanntes Thrombophiliescreening (Laboruntersuchungen zur Bestimmung einer angeborenen Neigung zu Thrombosen) sinnvoll.

Da bei Kindern mit Thrombosen in einigen Fällen mehr als ein angeborener Risikofaktor vorliegt und uns die Kenntnis der Risikofaktoren bei den Therapieempfehlungen beeinflusst, bemühen wir uns, ein möglichst komplettes Screening durchzuführen. Aktuell untersuchen wir im Rahmen des Thrombophiliescreenings folgende Parameter:

Faktor-V-Leiden, Prothrombinmutation, (MTHFR-Polymorphismus), Antithrombin, Protein C und Protein S, Faktor VIII, Lipoprotein(a), Homocystein (falls die Blutentnahme nüchtern erfolgen kann), ggfs. Autoantikörper. In bestimmten Fällen muss dieses Programm noch ausgeweitet werden.

Wenn möglich bitten wir darum, dass die Kinder bei Vorstellung 4 Stunden nüchtern sind.

Thrombophiliescreening bei Anghörigen
Kommen in der Familie vermehrt Thrombosen vor, dann kann unter bestimmten Umständen ein Thrombophiliescreening sinnvoll sein: Als sinnvoll sehen wir ein solches Screening bei ansonsten gesunden Kindern an, wenn ein erstgradiger Verwandter (Geschwister, Eltern) im Alter bis zu 25 Jahren eine klinisch manifeste Thrombose oder Lungenembolie erlitten hat. Des Weiteren ist ein solches Screening sinnvoll, wenn in der Familie schwere Risikofaktoren (d.h. Protein C/S Mangel oder Antithrombinmangel) gesichert sind. Im Zweifelsfall beraten wir Sie gerne. Medizinisch nicht indizierte Untersuchungen (zu denen ja auch genetische Untersuchungen gehören), können wir allerdings nicht durchführen. Dazu gehört auch die Untersuchung von Angehörigen auf evtl. extern gefundene Risikofaktoren, die nach aktuellem Stand der Wissenschaft keine sichere Relevanz haben.

Genetische Untersuchungen
Einige der durchgeführten Untersuchungen zum Thrombophiliescreening sind genetische Untersuchungen. In der gewonnen Blutprobe wird also das Erbgut untersucht. Diese Untersuchungen dürfen nur unter bestimmten Umständen und nach entsprechender Aufklärung durchgeführt werden. Zu Ihrer Vorab-Information können Sie hier das Einverständnisformular der Abteilung für Transfusionsmedizin und Hämostaseologie herunterladen. Natürlich klären wir Sie noch einmal gesondert auf.

 

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Terminvereinbarung

Abklärung Blutungs- oder Thromboseneigung:

über die Zentrale Terminvergabe
Mo.-Fr. 10:00-12:00 und
13:30-15:00 Uhr

Tel.: 089/4400-53163


ambulanztermine.hauner@med.uni-muenchen.de

 

Gesicherte Hämophilie:
Tel.: 089-4400-52853

 

Allgemeine Information:
kindergerinnung@med.uni-muenchen.de