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Mentoring

Unterstützung auf dem Weg zum erfolgreichen pädiatrischen physician scientist

von Ania C. Muntau Christoph Klein

Im Januar 2013 wurde am Dr. von Haunerschen Kinderspital HAUNERLMUMENTORING, ein Mentoringprogramm für alle Assistenzärztinnen und Assistenzärzte in der Facharztausbildung, eingerichtet. Hierdurch soll der Weg zum wissenschaftlich und klinisch erfolgreichen Hochschullehrer und Kinderarzt unterstützt und erleichtert werden.

Mentoring – ein Instrument aus der griechischen Mythologie.

Der Begriff Mentoring hat seinen Ursprung in der antiken, griechischen Mythologie. Bevor Odysseus in den Trojanischen Krieg zog, bat er seinen Freund und Lehrer Mentor, er möge seinem Sohn Telemachos väterlicher Freund, Beschützer und Erzieher sein und ihn auf seine Rolle als König von Ithaka vorbereiten. Darüber hinaus nimmt die Göttin Athene von Zeit zu Zeit die Gestalt Mentors an, um über Telemachos zu wachen. Man sagt, sie gehe ihm voran und, gieße „Mut in seine Seele". Mentor hat daher sowohl männliche als auch weibliche Eigenschaften, wodurch eine ganzheitliche Ausbildung und Führung sichergestellt sind. Heute bezeichnet das Wort Mentor die Rolle eines erfahrenen Ratgebers, Förderers, Fürsprechers, Lehrmeisters, Tutors und Freundes, der mit seiner Erfahrung und seinem Wissen die Entwicklung des Mentee fördert.In großen Industrieunternehmen ist

Mentoring ein erprobtes und äußerst wirkungsvolles Personalentwicklungsinstrument der gezielten Förderung angehender Führungskräfte und EntscheidungsträgerInnen. Hierbei gibt eine erfahrene Person (Mentor) ihr fachliches Wissen oder ihr Erfahrungswissen an eine unerfahrenere Person (Mentee) weiter mit dem Ziel, den Mentee bei seiner persönlichen oder beruflichen Entwicklung zu unterstützen.

Mentoring – Erfolgsinstrument an der LMU

Die Ludwig-Maximilians-Universität und die Medizinischen Fakultät der LMU haben sehr früh die Notwendigkeit und das Potential strukturierter Mentoringprogramme erkannt und zielgerichtet entsprechende Reformprojekte etabliert. Bei MeCuM-Mentor handelt es sich um ein äußerst effizientes, flächendeckendes, strukturiertes Mentoringprogramm für alle Studierenden der Medizin (www.mecum-mentor.de). Es wurde von einer Gruppe von LMU-Stipendiaten während ihres Austauschsemesters an den Universitäten von Harvard und Chicago entwickelt und anschließend in München implementiert. Die Vision von MeCuM-Mentor ist es, jedem Studierenden der Medizin an der LMU die Möglichkeit zu bieten, einen passenden Mentor zu finden, um die individuellen Wünsche und Vorstellungen zur Selbstverwirklichung besser umsetzen zu können. MeCuM-Mentor soll damit einen wesentlichen Beitrag zur Vernetzung innerhalb der medizinischen Fakultät sowie zu einer positiven Lernkultur leisten. Zentral ist dabei neben der horizontalen Vernetzung (innerhalb eines Semesters) auch eine vertikale Vernetzung über Ausbildungs- und Hierarchiestufen hinweg. Mittlerweile engagieren sich etwa 500 Mentoren und Mentorinnen aus allen Berufsgruppen und Positionen im Mentoringprogramm der medizinischen Fakultät. Darüber hinaus sind circa 40 Studierende aus klinischen Semestern als Juniormentoren für Studierende der Vorklinik aktiv. MeCuM-Mentor unterstützt dabei nicht nur individuelle Mentoringbeziehungen, sondern auch Projekte von und für Studenten, die für die Entwicklung der Kompetenzen eines modernen Arztes notwendig sind. MeCuM-Mentor ist mit dem Lehrstuhl für Didaktik und Ausbildungsforschung in der Medizin assoziiert und wird aus Studiengebühren finanziert. Das Programm wird regelmäßig evaluiert und ist an mehreren Forschungsprojekten beteiligt.LMUexcellent Mentoring wurde 2007 im Rahmen der ersten Runde der Exzellenzinitiative eingeführt (www.frauenbeauftragte.uni-muenchen.de/mentoring). Es handelt sich um ein Instrument zur gezielten Förderung des exzellenten weiblichen wissenschaftlichen Nachwuchses an der LMU, für das die LMU jährlich 300.000 € zur Verfügung stellt. Hierzu wurde durch den Präsidenten der Universität in jeder Fakultät eine Professorin als Mentorin nominiert, für die Medizin hat Prof. Ania Muntau aus dem Dr. von Haunerschen Kinderspital diese Rolle übernommen. Die Mentees werden in einem kompetitiven Verfahren auf der Basis von Exzellenzkriterien zu Studienerfolg, Publikationsleistung, Drittmitteleinewerbung, Exzellenz in der akademischen Lehre und Persönlichkeitsprofil ausgewählt. Die Förderung erfolgt auf der Basis eines individuellen Coachings durch die Mentorin, durch Netzwerkbildung innerhalb der medizinischen Fakultät und interdisziplinär fakultätsübergreifend im Rahmen der LMU sowie durch finanzielle Unterstützung der Forschungsaktivitäten der Mentees. Das an der Medizinischen Fakultät entwickelte Konzept gilt als besonders innovativ und 2008 wurde Ania Muntau für ihr Engagement im Bereich der erfolgreichen Nachwuchsförderung mit einer Honorary Mention anlässlich der Preisverleihung der Nature Awards for Mentoring in Science in Berlin durch Bundesministerin Annette Schavan ausgezeichnet.

HAUNERLMUMENTORING – die Ziele

Das übergeordnete Ziel von HAUNERLMUMENTORING ist die Unterstützung der Mentees bei der beruflichen und persönlichen Entwicklung. Als Vertreter einer Universitätsklinik legen wir besonders großen Wert darauf, die akademischen Aspekte der ärztlichen Berufsentwicklung der Assistenzärzte am Dr. von Haunerschen Kinderspital gezielt und in besonderem Maße zu fördern. Die Aktivitäten in Klinik, Forschung und Lehre müssen gezielt geplant und unterstützt werden, um jungen Ärzten in Zeiten knapper Ressourcen eine umfassende universitäre Ausbildung in Bezug auf alle drei Säulen zu ermöglichen. Hierbei soll auf Gefahren hingewiesen und auf konkrete Chancen für eine duale Weiterbildung in klinischer Praxis und wissenschaftlicher Tätigkeit aufmerksam gemacht werden. Auf eine Steigerung der Gender-Gerechtigkeit und der Internationalisierung werden wir besonders achten. Die Programmkoordinatoren sind davon überzeugt, dass diese Maßnahmen - sofern sie frühzeitig und kontinuierlich und mit einem hohen Maß an Professionalität erfolgen - zu einer Steigerung sowohl der individuellen Leistungsfähigkeit als auch der persönlichen Zufriedenheit und Motivation führen werden.

HAUNERLMUMENTORING – das Konzept

Das Mentoring Komitee (Prof. Ania Muntau, Prof. Johannes Hübner, Prof. Christoph Klein und Dr. Martin Olivieri) implementiert, steuert und optimiert das Programm. Jede/r Assistenzarzt/ärztin in der Weiterbildung hat mit Hilfe elektronisch hinterlegter Kurzportraits einen Mentor aus einem definierten Kreis von qualifizierten Oberärzte gewählt. Von besonderer Bedeutung für die Unabhängigkeit der Beratung und Begleitung ist, dass der Mentor nicht als direkter fachlicher Vorgesetzter fungiert, sondern eine andere pädiatrische Subdisziplin vertritt. Die Rolle des Mentors ist vielfältiger Natur. Er baut Brücken und hilft beim Aufstieg, verhindert Abstürze und – ein häufig unterschätzter Aspekt erfolgreichen Mentorings – er sorgt dafür, dass (auch kleine) Erfolge gewürdigt und gefeiert werden. Das zentrale Element des Mentoringprogramms sind formalisierte Gespräche zwischen Mentor und Mentee, die zweimal jährlich stattfinden. Die Gespräche gliedern sich in Klinik, Forschung und Lehre, um sicherzustellen, dass alle drei Aspekte der akademischen Laufbahn angemessen berücksichtigt werden. Zunächst wird die aktuelle Situation zusammengefasst, anschließend erreichte Ziele benannt und diese mit den zuvor festgelegten Zielvorgaben abgeglichen. Darüber hinaus soll der Mentee gemeinsam mit seinem Mentor realistische persönliche Ziele für einen Zeitraum von jeweils 12 Monaten definieren und Strategien zum Erreichen der Ziele erarbeiten. Problem- und Konfliktfelder sollen unbelastet formuliert werden, um gemeinsam Lösungsstrategien erarbeiten zu können. Die Protokollierung des Gespräches durch den Mentee und die Versendung des Protokolls an den Mentor ist ein wichtiges Element zur Sicherstellung der Nachhaltigkeit des Programms.Neben diesen formalen Aspekten spielen informelle Aspekte eine große Rolle. Entscheidend ist, dass der Mentee sich darauf verlassen kann, eine Person seines Vertrauens vorbehaltlos und unterstützend an seiner Seite zu wissen. Kurzfristige, informelle Kontaktaufnahmen sollten bei Bedarf daher stets möglich sein. Hilfreich könnte auch die Bildung übergeordneter Mentoringgruppen durch Mentees mit ähnlichen beruflichen oder privaten Interessen sein. Eine jährliche Evaluation des Programms durch Mentees und Mentoren und eine auf dieser Basis erfolgende Programmanpassung werden für die Qualität des Programms entscheidend sein.

HAUNERLMUMENTORING – die Vision

Das neue Mentoringprogramm für Assistenzärztinnen und Assistenzärzte am Dr. von Haunerschen Kinderspital soll den Weg junger Ärzte zum erfolgreichen pädiatrischen physician scientist erleichtern, verkürzen und effizienter gestalten. Durch eine flächendeckende Implementierung des Programms in den Jahren der Facharztausbildung erwarten wir eine tiefgreifende Etablierung einer Mentoringkultur, die aus Mentees wiederum exzellente Mentoren werden lässt und somit den hohen Qualitätsanspruch an unsere sozial geprägte klinische, wissenschaftliche und lehrende Arbeit weiter steigert.

 

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Ansprechpartner

Sekretariat
Frau Janine Moggert
Tel.: 089/4400-57928
Fax: 089/4400-57952
E-Mail: Janine.Moggert@med.uni-muenchen.de

Sprecher Modul 5

PD Dr. med. Matthias Kappler

E-Mail: Matthias.Kappler@med.uni-muenchen.de


Modulorganisation:
Frau Ines Joos
Tel.: 089/4400-54623

E-Mail: ines.joos@med.uni-muenchen.de

 

Verantwortlich für PJ/Famulatur
Florian Hey
PD Dr. Florian Hoffmann
Tel.: 089/4400-52811
E-Mail: florian.hey@med.uni-muenchen.de