Orientierung der Forschung an Subspezialitäten und Speziallabore
Vorangetrieben wurde die Forschung der Klinik auch unter der Ägide von Klaus Betke (1967-1983). Die Notwendigkeit zu stärkerer Subspezialisierung der Kinderheilkunde wurde durch die Errichtung von eigenen Forschungsabteilungen mit assoziierten Speziallaboren unter qualifizierten und wissenschaftlich ambitionierten Leitern umgesetzt. Dies brachte eine starke Verbreiterung der an der Klinik bearbeiteten Forschungsfelder mit sich. Themen aus der Hämatologie, der pädiatrischen Kardiologie, der Neonatologie, der Endokrinologie, der klinischen Chemie und der Infektiologie sowie der Stoffwechselforschung wurden sehr erfolgreich bearbeitet. Aus der Verbindung der klinischen Arbeit mit der, meist diagnostischen, Arbeit in einem Speziallabor entstanden sehr viele Publikationsbeiträge dieser Zeit. Das spezialisierte Dienstleistungslabor war in Organisationseinheit gleichzeitig auch Forschungslabor und der Ausgangspunkt für viele wissenschaftliche Fragestellungen dieser Zeit. Nachstehende Abbildung illustriert die so entstandenen Forschungsinfrastrukturen der Klinik (< 1970-2000).

Die Amtszeit von Beat Hadorn (1984-1998) war im wissenschaftlichen Bereich durch neue Anforderungen und Chancen infolge der rasanten Entwicklung der Molekulargenetik und von analytischen Labormethoden gekennzeichnet. Ein markanter Ausbau der Labormedizin durch Einrichtung von neuen experimentellen und molekulargenetischen Forschungseinheiten sowie die Berufung eines vollamtlichen Laborleiters, dem Verfasser dieser Zeilen, standen am Anfang dieser Wegstrecke. Die Analyse von Mutationen, die Klonierung von neuen Genen und die Identifizierung von Krankheitsgenen wurden dadurch zu wichtigen Themen in vielen Subspezialitäten. Die fachübergreifende molekulare Medizin war das bestimmende Hauptthema in der Forschung und der Gegenstand vieler Publikationen dieser Zeit. Gelegentlich auch mit nachhaltigen praktischen Auswirkungen: Das flächendeckende erweiterte Neugeborenenscreening in Deutschland wurde Ende der 90-er Jahre aus einem Projekt der Klinik im Nationalem Genomforschungsnetzwerk (NGFN), ausgehend von neuen Verfahrensentwicklungen, hin bis zur Anwendungsreife fortentwickelt.