Neuroimmunologie | entzündliche Erkrankungen des Nervensystems
Jedes Jahr erkranken in Deutschland etwa 100-200 Kinder und Jugendliche neu an Multipler Sklerose (MS). Die Multiple Sklerose ist eine chronisch- entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, gekennzeichnet durch eine autoinflammatorisch vermittelte Zerstörung des Myelins und einem zusätzlichen Verlust von Nervenfasern. Die Ursachen der Erkrankung liegen trotz intensiver Forschungsbemühungen in weiten Bereichen im Dunkeln.
Im Kindes und Jugendalter treten als häufige Symptome eine Störung der Sehfähigkeit und/ oder Koordination der Augenbewegungen auf, Sensibilitätsausfälle, sowie Probleme insbesondere in der Gleichgewichtssteuerung und Schwindelgefühle. Bei einer Verdachtsdiagnose müssen zu Sicherung im Kindesalter -entsprechend den Erwachsenen- neben der Kernspintomographie von Gehirn und Rückenmark, sowie einer Lumbalpunktion, im Wesentlichen post- und (para-) infektiöse Erkrankungen sowie ererbte Stoffwechselstörungen ausgeschlossen werden.
Die MS im Kindes- und Jugendalter stellt eine große Herausforderung an das behandelnde Therapeutenteam dar. Die Patienten und deren Familien benötigen nicht nur Unterstützung in den medizinischen Dingen, insbesondere auch eine kompetente Beratung und Betreuung u.a. in Fragen zur Schule, Berufswahl und Freizeitaktivitäten. Die Betreuung der Patienten erfolgt in engem Kontakt mit den Mitarbeitern der Deutschen Multiplen Sklerose Gesellschaft (DMSG).
Mit Ende der Teenagerjahre muss dann ein Übergang in die Erwachsenenmedizin gefunden werden, den wir hier in München in enger Kooperation mit dem Institut für Neuroimmunologie im Klinikum Großhadern anbieten können.