Startseite » Ambulanzen und Sprechstunden » Infektiologie » Infektiologisches Forschungslabor

Infektiologisches Forschungslabor

Nosokomiale Infektionen durch multiresistente Bakterien gehören zu den größten Bedrohungen der modernen Medizin. Viele bakterielle Krankheitserreger haben Resistenzen gegen die meisten, einige wenige auch gegen alle klinisch verfügbaren Antibiotika entwickelt. Deshalb sind alternative Behandlungs- und Präventionsstrategien Prioritäten in der aktuellen Forschung an Infektionskrankheiten.

Identifizierung und Charakterisierung von Impfstoff-Zielstrukturen

Unsere Gruppe hat verschiedene Oberflächenstrukturen bei Enterococcus faecalis und Enterococcus faecium identifiziert und charakterisiert. Diese Bakterien gehören zu den wichtigsten Erregern nosokomialer (d.h. krankenhauserworbener) Infektionen. Die von uns gefundenen Antigene können als Impfstoffkandidaten zur Vorbeugung und/oder Behandlung  von Infektionen eingesetzt werden, die durch diese Bakterien verursacht werden.

Polysaccharide bilden die Bakterienoberfläche als sog. "Kapsel". Kapsel-Antigene und Kapsel-spezifische Antikörper werden seit Jahrzehnten als Grundlage für erfolgreiche Impfstoffe verwendet. Zusätzlich verfügen gram-positive Bakterien aber auch noch über eine Reihe von Oberflächen-Molelüle, z.B. Glykokonjugat-Moleküle (z. Teichonsäuren), die ebenfalls mögliche Ziele einer schützenden Immunantwort sein können. Bestimmte Oberflächenproteine ​​können in der Krankheitsentstehung eine wichtige Rolle spielen und ebenfalls für Vakzinen verwendet werden. Diese Proteine können als sogenannten "Konjugat-Impfstoffe" kovalent mit Kohlenhydrat-Antigenen verbunden werden, um einen breiten Impfschutz gegen viele Bakterienstämmen und Bakteriensepzies wirksam zu sein. Mit Hilfe der synthetischen Chemie haben wir kleine Moleküle identifiziert, die kreuzreaktiv und kreuzprotektiv mit natürlichen bakteriellen Antigene sind. Dieser Strukturen stellen attraktive neuartige Impfstoff-Kandidaten dar, die einfach und günstig herzustellen sind.

Rolle der bakteriellen Oberflächenkomponenten in der Pathogenese von Gram-positiven Erregern

Proteine ​​und Polysaccharide sowie Glykokonjugate und Lipoproteine ​​spielen eine wichtige Rolle in der Physiologie und Pathophysiologie bakterieller Krankheitserreger. Mittels Mutagenese und einer Reihe von in-vitro-und in vivo-Tests, haben wir einige Mechanismen der Virulenz von gram-positiven Organismen (wie Adhäsion, Invasion, Biofilmbildung, Resistenz gegen antimikrobielle Peptide etc.) aufgeklärt. Die Identifizierung von Genen und Proteinen, die an der Virulenz beteiligt sind, kann dazu dienen, Arzneimittel oder chemische Verbindungen zu identifizieren, die in der Lage sind, mit diesen Mechanismen zu interferieren, um gezielt die Virulenz von Bakterien abzuschwächen. Dieser Wirkungsmechanismus wäre neu und vielversprechend, da keine Resistenzentwicklung gegen diese Substanzen zu erwarten wäre.

BF SEM   Confocal TEM


Nosocomial infections due to multiresistant bacteria are among the major threats in modern medicine. Several pathogens have developed resistances against most if not all clinically available antibiotics and alternative treatment and prevention strategies are therefor one of the priorities in infectious diseases research.

Identification of Vaccine Targets

Our group has identified and characterized several surface structures in E. faecalis and E. faecium - among the most important nosocomial pathogens. These antigens may be used as vaccine targets to prevent and/or treat infections caused by these bacteria.

Polysaccharides cover the bacterial surface as so-called "capsule" and capsule-specific antibodies have been known for decades as protective. In addition, gram-positive bacteria possess surface glycoconjugate molecules (e.g. teichoic acids) that are also possible target of a protective immune response. Specific surface proteins can also be targets of protective antibodies, and these may be used in so-called "conjugate vaccines" using covalently linked surface proteins and surface carbohydrate antigens to cover a broad range of bacterial strains and species. Using a synthetic chemistry approach, we have identified small molecules that are cross-reactive and cross-protective with natural antigens and these structures represent attractive novel vaccine targets that are easy to produce.

 

Role of Bacterial Surface Components in Virulence

Proteins and polysaccharides as well as glycoconjugates and lipoproteins have important roles in the physiology and pathophysiology of bacterial pathogens. Using mutagenesis and several in vitro and in vivo assays, we have been able to elucidate some of the mechanisms involved in virulence of gram-positive organisms (such as adhesion, invasion, biofilm formation, resistance against host antimicrobial peptides etc.). The identification of genes and proteins involved in virulence may be used to design drugs or compounds, that are able to interfere with these mechanisms leading to attenuation of bacteria with regards to virulence.

 

 

 

Abteilungsleiter:
Prof. Dr. med. Johannes Hübner
Abteilung für pädiatrische Infektiologie
Dr. von Haunersches Kinderspital
Lindwurmstr. 4
80337 München
+49-89-4400-57970
johannes.huebner@med.uni-muenchen.de

 

Ärztliche Mitarbeiter:
Dr. Ulrich von Both
ulrich.von.both@med.uni-muenchen.de

Dr. Anita Rack-Hoch
anita.rack@med.uni-muenchen.de

 

Schwestern:
Steffi Schlieben
Gabi Strotmann
Alexandra Wichert
Nikole Hoffmann 
 
Sekretariat:
Frau Gruber
089-4400-57849
Frau Valerie Spiess
089-4400-57705

 

bakteriologisches Labor:
Frau Laniado
Frau Hanings
Frau Zeilhofer
Frau Eydin
089-4400-53154
varia.lab@med.uni-muenchen.de

 

Forschungslabor (Doktoranden):
Friederike Rossmann
Ann-Kristin Diederich