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Offener Brief internationaler Wissenschaftler

Unterstützung für Christoph Klein wächst

10.06.2016 -

Link zur Pressemitteilung

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Offener Brief von Ärzten und Wissenschaftlern weltweit:

 

"Mit großer Sorge haben wir von einer öffentlichen Rufmordkampagne gegen Professor Dr. Christoph Klein, den Direktor der LMU Kinderklinik in München Kenntnis genommen. Unter der Überschrift “Arzt ohne Grenzen”, zeichnete das Magazin der Süddeutschen Zeitung das Bild eines Arztes ohne Mitgefühl für seine Patienten, dessen Ehrgeiz ihn angetrieben haben soll, eine Gentherapiestudie ohne Beachtung ethischer Prinzipien durchzuführen. Wir kennen Christoph Klein und sind mit seinen langjährigen Bemühungen, neue Behandlungsmöglichkeiten für unzählige Kinder mit schwersten seltenen Erkrankungen zu entwickeln vertraut. Wir schätzen sein ärztliches Ethos und seinen unermüdlichen Einsatz um die Gesundheitsfürsorge. Uns sind die wissenschaftlichen und klinischen Details der Gentherapiestudie für Patienten mit Wiskott Aldrich Syndrom, die Christoph Klein über ein Jahrzehnt hinweg leitete, ebenfalls bekannt. Wir sind deshalb in der Lage der deutschen Öffentlichkeit mitzuteilen, dass die Darstellung seiner Person als “Arzt ohne Grenzen” verzerrt, ohne faktische Grundlagen und somit schlichtweg falsch ist.

Im Gegensatz zu den seitens der Medien vorgebrachten Unterstellungen, hat Christoph Klein die Wiskott-Aldrich Gentherapiestudie niemals ohne gründliche ethische Reflexionen vorangetrieben. Die Studie wurde über einen Zeitraum von acht Jahren gewissenhaft vorbereitet, wobei mehrere Jahre einer interdisziplinären Zusammenarbeit mit Experten der Bioethik gewidmet waren. Christoph Klein hat sich niemals gescheut einer breiten Öffentlichkeit und wissenschaftlichen Gemeinschaften auch “schlechte Nachrichten” im Bereich der Leukämieentwicklung zugänglich zu machen; entsprechendes Informationsmaterial wurde im Rahmen von Pressemitteilungen und in Form zahlreicher Fachvorträge verbreitet. Das SZ Magazin setzt Christoph Kleins Arbeit jedoch in Beziehung zu dem unethischem Handeln von Ärzten in der Nazi-Zeit und schürt damit bewusst die öffentliche Wahrnehmung eines direkten Vergleichs seiner Person mit NS-Verbrechern.

Wir sind in großer Sorge hinsichtlich der Konsequenzen dieser gezielten Rufmordkampagne, sowie ihrer unangebrachten Auswirkungen auf die Wahrnehmung der universitären Medizin in der Öffentlichkeit. In ihrer Sorge um Patienten bedienen sich Ärzte auf einer fest etablierten Basis ethischer Prinzipien einer wissenschaftlichen Rationalität, um ihren wichtigen Auftrag zu erfüllen, nämlich das Wissen um die Ursachen von Erkrankungen zu mehren und bessere Therapiestrategien zu entwickeln. Parallel dazu kommt den Medien die wichtige Aufgabe zu, der breiten Öffentlichkeit diesen Prozess verständlich zu machen. Wenn die Medien jedoch nicht präzise Bericht erstatten und ihre Darstellung sogar tendenziöse Vermutungen und Unterstellungen enthalten, wird die Beziehung zwischen Medizin und Gesellschaft leichtfertig gefährdet. Am Ende sind es Patienten mit immer noch unheilbaren Erkrankungen, die unter dieser Entwicklung am meisten zu leiden haben. Wir rufen deshalb die Verantwortlichen in Klinik und Wissenschaft sowie die Öffentlichkeit dazu auf, sich einer gründlichen und faktenbasierten Analyse jener klinischen und wissenschaftlichen Bemühungen zu stellen, auf die sich die Medien hier beziehen. Nur so kann verhindert werden, dass ein Arzt, der sich seit Jahren für die Gesundheit von Kindern einsetzt, auf ungerechtfertigte Weise nachhaltigen Schaden nimmt."

Beeidigte Übersetzung aus dem Englischen durch Marcus R. A. Endres (Staatl. geprüfter & beeidigter Übersetzer)

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Mary C. Dinauer, MD, PhD
Fred M. Saigh Distinguished Chair of Pediatric Research
Professor of Pediatrics, Pathology & Immunology
Scientific Director, Children’s Discovery Institute Washington
University School of Medicine
St. Louis, Mo, USA

Prof. Dr. Bodo Grimbacher
Wissenschaftlicher Direktor
Centrum für Chronische Immundefizienz (CCI)
Universitätsklinikum Freiburg i. B., Deutschland

Mitsuru Matsumoto, MD, PhD
Professor, Division of Molecular Immunology
University of Tokushima
Tokushima, Japan

Aleixo Muise MD, PhD, FRCPC
Co-Director SickKids IBD Centre
Cell Biology, Research Institute, Hospital for Sick Children
Departments of Paediatrics and Biochemistry, University of Toronto
Toronto, Kanada

Arthur W. Nienhuis, MD
Em. Director and CEO
St. Jude Children's Research Hospital
Memphis, TN, USA


Hans Ochs, MD
Jeffrey Modell Chair of Pediatric Immunology Research
Professor of Pediatrics
University of Washington
Seattle, WA, USA


Jordan Orange, MD, PhD
Chief, Immunology, Allergy and Rheumatology
Director, Center for Human Immunobiology
Texas Children's Hospital
Professor of Pediatrics, Pathology and Immunology
Vice Chair for Research
Department of Pediatrics
Baylor College of Medicine
Houston, TX, USA


Prof. Dr. Josef Penninger
Direktor
Institut für Molekulare Biotechnologie (IMBA)
Universität Wien
Wien, Österreich


Scott B. Snapper, MD, PhD
Wolpow Family Chair in IBD Treatment and Research
Director, Inflammatory Bowel Disease Center and Basic & Translational Research
Associate Professor of Medicine
Harvard Medical School
Boston, MA, USA


Raz Somech, MD, PhD
Director, General Pediatric Department
Professor of Pediatrics
Children's Hospital, Sheba Medical Center
Tel Hashomer, Israel

 

 

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