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Hintergrund

Das Interdisziplinäre Schlaganfallzentrum München (ISZM) ist eine Initiative der an der Behandlung von Schlaganfallpatienten beteiligten Einrichtungen am Klinikum der Universität München - Standort Großhadern. Es wurde 2006 als interdisziplinäre Organisationseinheit gegründet.

Die Möglichkeiten bei der Behandlung von Schlaganfallpatienten und Patienten mit zerebralen Gefäßerkrankungen haben sich grundlegend erweitert. Zu den wichtigsten Entwicklungen der letzten 15 Jahre zählen:

  • Die Einführung von Stroke Units
  • Die Etablierung der systemischen Thrombolyse beim ischämischen Schlaganfall.
  • Neue Behandlungsmethoden im Bereich der Interventionellen Neuroradiologie und Radiochirurgie
  • Die Einführung neuer Medikamente zur Verhinderung von Schlaganfällen wie z.B. neuer oralen Antikoagulantien

Interdisziplinäre Behandlungsansätze gewinnen zunehmend an Bedeutung. Bei vielen Krankheitsbildern bestehen bereits heute mehrere alternative Behandlungsstrategien.

Die im Einzelfall optimale Behandlungsstrategie hängt neben der klinischen Symptomatik und dem Gefäßbefund auch von den individuellen Begleitumständen ab. So haben viele der oft älteren Patienten kardio-pulmonale Begleiterkrankungen, sind bereits vorbehandelt (z.B. koronarer Stent) oder stehen vor einem notwendigen Eingriff. Medikamentöse Therapien müssen darauf abgestimmt und Eingriffe sorgfältig geplant sein. Aufgrund der geringen Ischämietoleranz des Gehirns ist rasches und koordiniertes Handeln dabei essentiell. Diesen Tatsachen wird durch die enge Einbindung von Kardiologen und Neuroanästhesisten (Beteiligte Kliniken und Institute) und durch das Arbeitsprogramm Rechnung getragen.

Die Weiterentwicklung im Bereich interventioneller und radiochirurgischer Verfahren und die Erprobung von neuen Therapiestrategien ist voll im Gang. Beispiele hierfür sind die Einführung des sog. „Bridging“ mit GPIIbIIIa Antagonisten bei Basilaristhrombose, die Kombination der systemischen Thrombolyse mit interventionellen Rekanalisationsverfahren (eskalative Schlaganfalltherapie), die Rekanalisationsbehandlung mit Angiojet, die endovaskuläre Therapie bei Sinusvenenthrombose, die Vasospasmusbehandlung über intraarterielle Verweilkatheter und die Behandlung von Angiomen mittels Cyberknife.

Um die Entwicklung innovativer Therapiestrategien nachhaltig voranzutreiben sind Qualitätskontrollen und prospektiv durchgeführte Studien essentiell. Das Arbeitsprogramm des Interdisziplinären Schlaganfallzentrums München (ISZM) wurde speziell hierauf ausgerichtet.

Neurovaskuläres Zentrum der DSG, DGNC und DGNR

Das Interdisziplinäre Schlaganfallzentrum München ist seit Dezember 2012 von der Deutschen Schlaganfallgesellschaft (DSG), der Deutschen Gesellschaft für Neurochirurgie (DGNC) und der Deutschen Neuroradiologischen Gesellschaft (DGNR) offiziell als Neurovaskuläres Zentrum anerkannt. Damit verbunden ist die Etablierung einer überregionalen Versorgungsstruktur durch Zusammenarbeit mit benachbarten Kliniken. Ziel ist eine optimierte Versorgung von Patienten mit Neurovaskulären Erkrankungen, insbesondere auch des Schlaganfalls.