Plexusparesen

Allgemeine Informationen:

Die Nervenwurzel, die zum Arm führen, werden im sogenannten "Plexus brachialis" organisiert und versorgen dann Haut und Muskulatur des Arms. Verletzungen während der Geburt, zum Teil allerdings auch bereits während der Schwangerschaft, führen dazu, dass der betroffene Arm ganz oder teilweise gelähmt ist.

Die Prognose derartiger Verletzungen lässt sich unmittelbar nach der Geburt noch nicht gut beurteilen. Während bei einem großen Teil der Kinder erfreulicherweise innerhalb sehr kurzer Zeit eine Normalisierung eintritt, müssen andere mit erheblichen, zum Teil auch bleibenden Problemen rechnen.

Bei fast allen Kindern ist über längere Zeit eine krankengymnastische Behandlung notwendig. Bei ungefähr 5-10 % der Kinder sind die Verletzungen so ausgeprägt, daß eine Operation des Nerven notwendig ist, um eine möglichst gute Funktion des Arms zu erreichen.

Um die Kinder optimal zu versorgen, untersuchen wir die Kinder in einer gemeinsamen Sprechstunde, an der Kinderneurologen, Chirurgen und Krankengymnasten versuchen, den für das einzelne Kind optimalen Weg zu finden.

 

Welche Kinder werden behandelt ?

  • Kinder mit geburtstraumatischer Plexusparese
  • Kinder mit erworbener Plexusparese

 

Was wird durchgeführt ?

  • Untersuchung der Kinder in einer gemeinsamen Sprechstunde mit Neuropädiater, plastischem Chirurgen und Krankengymnastin, um für das Kind den optimalen Weg zu finden
  • Einleitung krankengymnastischer Behandlung und Unterstützung der Krankengymnasten vor Ort
  • Indikationsstellung weiterführende Maßnahmen (wie Botulinum-Toxin-Injektion, chirurgische Wiederherstellung des Nervengeflechts oder Muskelverlagerungen), welche von einem der teilnehmenden Chirurgen dann durchgeführt werden
  • Langfristige und kontinuierliche Betreuung der Kinder, um Folgeschäden wie Skoliose rechtzeitig erkennen und behandeln zu können.
  • Sozialmedizinische Beratung (z. B. Hilfen in der Schule)

 

Die Betreuung erfolgt in einer gemeinsamen interdisziplinären Sprechstunde, um für das Kind jeweils den optimalen Weg zu finden.