KOPA: Kinder ohne Passivrauch

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: Prof. Dr. Katja Radon, Dr. Tobias Weinmann, Dr. Jessica Gerlich

Beginn: 2015                                    Ende: 2017

Projektpartner: Institut für Kommunikationswissenschaften und Medienforschung der Ludwig-Maximilians-Universität München

Finanzierung: gefördert durch das Bundesministerium für Gesundheit (BMG)

 

Passivrauch ist definiert als der Seitenstromrauch, der durch das Glimmen der Zigaretten ent-steht. Er enthält mehr als 4000 Inhaltsstoffe, von denen mindestens 250 bekannt sind, negative Gesundheitseffekte hervorzurufen, mehr als 50 sind kanzerogen. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO sterben jährlich weltweit 150,000 Kinder und Jugendliche an den Folgen der Passivrauchexposition. Passivrauchexposition wird in gesichertem Zusammenhang mit Frühgeburten, geringerem Geburtsgewicht und irreversiblen Organschäden gesehen. Zu Organschäden mit gesichertem Zusammenhang mit der (früh-) kindlichen Passivrauchexposition gehören Atemwegserkrankungen, plötzlicher Kindstod, Otitis Media sowie Asthma bronchiale. Für weitere Erkrankungen wird ein solcher Zusammenhang vermutet.

 

Während die Exposition gegenüber Passivrauch spätestens seit der Einführung der Nichtraucherschutzgesetze auch in Gaststätten im öffentlichen Bereich und am Arbeitsplatz minimiert wurde, kann die häusliche Exposition nicht gesetzlich limitiert werden. In der Folge sind in Deutschland jährlich über 170.000 Neugeborene bereits im Mutterleib gegenüber Passivrauch exponiert. Die Hälfte aller Kinder unter sechs Jahren lebt in einem Haushalt mit mindestens einem Raucher. Die WHO erkannte daher bereits 1999, dass die Verringerung der Exposition gegenüber Passivrauch ein zentraler Bestandteil zur Förderung der Gesundheit im Kindesalter ist.

 

Das Projekt KOPA hat daher zum Ziel, zielgruppenspezifische Zugangswege und Maßnahmen in drei Projektstufen unter Einbeziehung von vier sprachhomogenen Zielgruppen (deutsch, russisch, spanisch, türkisch) zu entwickeln. Die im Rahmen des Projekts entwickelten Maßnahmen sollen den Anteil von Familien erhöhen, welche die Risiken der Passivrauchbelastung richtig einschätzen und geeignete Maßnahmen zur Verringerung der Passivrauchexposition in Innenräumen kennen. Dabei ist das Projekt als Mixed-Methods-Ansatz unter partizipativer Einbeziehung der Zielgruppen angelegt.

 

Informationen für Teilnehmer finden Sie hier auf Deutsch, Russisch, Spanisch und Türkisch.