GAP-RIEL: Garmisch-Partenkirchner Pilotstudie zu Rheuma im Erwachsenenleben

Machbarkeitsstudie zum Vorkommen maligner Erkrankungen bei Patienten mit juveniler idiopathischer Arthritis

 

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: Katja Radon, Ann-Kathrin Schmidt, Laura Wengenroth

Beginn: 2009                                                        Ende: 2009

Finanzierung: Bürgerstiftung Garmisch-Partenkirchen

Die juvenile idiopathische Arthritis (JIA) ist die häufigste chronische, entzündlich-rheumatische Erkrankung im Kindes- und Jugendalter (1). Man spricht von einer JIA, wenn die Arthritis vor dem 16. Geburtstag beginnt und mindestens 6 Wochen andauert. Ca. 3.000 Kinder und Jugendliche sind in Deutschland von einer akuten JIA betroffen (2). Experten schätzen die Zahl der nicht akut erkrankten Kinder mit JIA bundesweit auf ca. 30.000 bis 40.000 (3). Die Neuerkrankungsrate der JIA beträgt pro Jahr etwa 10 pro 100.000 Kinder. Bundesweit ist somit jährlich von ca. 1.500 Neuerkrankungen auszugehen (4).

Immer wieder wird für erwachsene Rheumapatienten diskutiert, ob diese im Vergleich zur Normalbevölkerung häufiger bösartige Tumorerkrankungen entwickeln (5). Im Vordergrund stehen hierbei Lymphome (Non-Hodgkin- und Hodgkin-Lymphome) sowie Hautkrebs (Maligne Melanome, Basaliome). Ob auch bei Patienten mit juveniler idiopathischer Arthritis (JIA) ein erhöhtes Krebsrisiko besteht, ist bisher nicht geklärt. In dieser Machbarkeitstudie soll gemeinsam mit dem Deutschen Zentrum für Kinder und Jugendrheumatologie (DZKJR) in Garmisch-Partenkirchen das Studiendesign für eine historische Kohortenstudie an einer kleinen Stichprobe von JIA Patienten getestet werden. Dazu soll eine Zufallsstichprobe von JIA Patienten gezogen werden, die seit 1952 am DZKJR behandelt wurden. Als Vergleichsgruppe sollen Geschwister der JIA Patienten, so wie Patienten mit Diabetes mellitus Typ 1 aus dem Dr. von Haunerschen Kinderspital München herangezogen werden.  Die Machbarkeitsstudie soll die Durchführbarkeit für eine geplante retrospektive Kohortenstudie überprüfen.

 

[1] Deutsches Zentrum für Kinder- und Jugendrheumatologie. http://www.rheuma-kinderklinik.de/. 12.02.2009

[2] Kiessling et al. 1998, Koskull v. et al. 1998

[3] Kompetenznetz Rheuma. http://www.rheumanet.org. 12.02.2009

[4] Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e.V.. http://www.dgrh.de/juvenilearthritis0.html. 12.02.2009

[5] Tennis P, Andrews E, Bombardier C, Wang Y, Strand L, West R et al. Record linkage to conduct epidemiologic study on the association of rheumatoid arthritis and lymphoma in the Province of Saskatchewan, Canada. J Clin Epidemiol 1993; 46(7):685-695.