PerKuTam: Perspektivwechsel und Wertesensibilität in der ambulanten (Alten-)Pflege

PerKuTam - Perspektivwechsel und Kultursensibilität – Trainings zur Verbesserung der Arbeits- und Betreuungssituation in der ambulanten (Alten-)Pflege

 

Laufzeit: 2016-2017

 

Förderer:

Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW)

Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege

Landes-Caritasverband Bayern

 

Mitarbeiter: PD Dr. Britta Herbig (Leitung), Tobias Filmer (Projektmitarbeiter, Ansprechpartner), Prof. Dr. Dennis Nowak

 

Hintergrund: Der Bedarf an qualifizierten Altenpflegekräften auch in der ambulanten Pflege wird in den nächsten Jahren nicht zuletzt durch veränderte Familienstrukturen und Lebensstile deutlich zunehmen. Dabei finden sich gerade in der ambulanten Pflege vielfältige und zum Teil einzigartige Belastungskonstellationen, die zu einer hohen Beanspruchung dieser Personengruppe führen. Das Potenzial für Konflikte und Missverständnisse ist in der ambulanten Pflege deutlich höher als in anderen Bereichen – neben vielen organisationalen und arbeitsgestalterischen Problemen findet die ambulante Pflege meist in einer Situation statt, die nicht nur die dyadische Beziehung zwischen Pflegekraft und Pflegebedürftigen umfasst, sondern auch weitere Personen mit einschließt wie etwa (pflegende) Angehörige und/oder (pflegende) Hilfskräfte. Gleichzeitig ist die Pflegekraft „Gast“ in der Privatsphäre des Gepflegten, was eine deutliche Verschiebung in der Beziehungswahrnehmung zur Folge hat. Unterschiede in Wertvorstellungen, Einstellungen und Perspektiven werden in dieser Konstellation relevanter und ambulante Pflegekräfte benötigen die entsprechende Kompetenz zum respektvollen und fruchtbaren Umgang mit diesen Unterschieden, um so Konflikte und Folgebelastungen zu vermeiden.

Ziele: Ziel ist die Erweiterung der Kompetenzen der Mitarbeiter/-innen im Hinblick auf Wertesensibilität und Möglichkeiten zum Perspektivwechsel, so dass diese über bessere Kommunikations- und Interaktionsfähigkeiten in ambulanten Pflegesituationen verfügen. Der verbesserte Umgang mit potenziellen Konflikten mit Pflegebedürftigen, deren Angehörigen und/oder weiteren Personen im Haushalt der Pflegebedürftigen als auch innerhalb des ambulanten Pflegedienstes soll einerseits psychosoziale Belastungen reduzieren, und sich damit positiv auf die Beanspruchungssituation der Altenpflegekräfte, etwa im Hinblick auf reduziertes Irritations- und Erschöpfungserleben sowie gesteigertes Wohlbefinden und Motivation, auswirken. Andererseits kann durch einen verständnisvollen und sensibilisierten Kontakt, geringere Konfliktpotenziale und auch weniger beanspruchte Pflegekräfte das Wohlbefinden der Pflegebedürftigen verbessert werden.

Methodik: In der Studie soll eine Interventionsmaßnahme entwickelt und evaluiert werden:

(1) Entwicklung der Interventionsmaßnahme bestehend aus (a) einer allgemeinen Trainingsmaßnahme (Verhaltensprävention) und (b) einer ergänzenden organisationsspezifischen Maßnahme (Verhältnisprävention)

(a) Inhalte zur Selbst- und Fremdreflexion, Sensibilisierung für andere Wertvorstellungen, Kommunikations- und Interaktionskompetenzen sowie systemischem Denken im Umgang mit Pflegebedürftigen und deren Angehörigen anhand von Praxisbeispielen und Alltagssituationen

(b) zur Steigerung der Nachhaltigkeit der vermittelten Trainingsinhalte Entwicklung von einrichtungsspezifischen Maßnahmen zur Unterstützung bei der Umsetzung der in den allgemeinen Trainings gewonnenen Kompetenzen in den Berufsalltag

 

(2) Formative und summative Interventionsevaluation im Pre-Posttest-Design:

Formative Evaluation anhand von kontinuierlicher Prozessdokumentation und Bewertung, um ggf. notwendige Anpassungen des Vorgehens, zeitnah durchführen zu können

Summative Evaluation anhand von etablierten Fragebögen u.a. zu Kultursensibilität, Selbst- und Fremdwahrnehmung, Arbeitsbedingungen, Wohlbefinden sowie Patientenzufriedenheit

 

Ergebnisse:

[erste Ergebnisse werden Mitte 2017 erwartet]