Studienablauf

Bisher hat sich die genetische Forschung in der Psychiatrie v.a. auf die Untersuchung von Diagnosegruppen (also z.B. Menschen mit Schizophrenie, bipolare Störung, Depression etc.) im Unterschied zu Nichterkrankten konzentriert, ohne dabei den Verlauf der Erkrankung zu berücksichtigen. Wir wissen aber, dass Patienten mit ein und derselben Diagnose ganz unterschiedliche Verläufe aufzeigen können. So kehren z.B. einige nach einer akuten psychotischen Phase wieder relativ rasch in einen symptomfreien Zustand zurück, während andere länger benötigen, ihren ursprünglichen Gesundheitszustand wiederzuerlangen. Manche Patienten können rasch in ihren Beruf oder ihre Ausbildung zurückkehren, während andere aufgrund von länger anhaltenden Störungen der Konzentration, Aufmerksamkeit oder des Schlafverhaltens dies nicht können und längerer rehabilitativer Maßnahmen bedürfen. Es ist davon auszugehen, dass diese Unterschiede zwischen Patienten auch durch genetische Faktoren bestimmt werden. Um diese Gene identifizieren zu können, müssen wir also den Verlauf der Erkrankung abbilden.

Aus diesem Grunde untersuchen wir Patienten, die an unseren Studien teilnehmen, nicht nur zu einem Zeitpunkt, sondern an mehreren Folgeterminen im Abstand von 6 Monaten innerhalb eines Zeitraumes von ca. 2 Jahren. Daher möchten wir Sie bitten, nach der ersten Teilnahme an unserer Studie noch für diese erwähnten Folgeuntersuchungen zur Verfügung zu stehen. Hierbei erfolgt die Durchführung der gleichen Interviews und neuropsychologischen Test wie beim ersten Termin. Da sich die Umsetzung der genetischen Information in Eiweißbausteine (sogenannte Genexpression) je nachdem, in welcher Krankheitsphase Sie sich befinden, ändern kann, werden wir an diesen Folgeterminen auch wieder eine Blutentnahme durchführen. Informationen, die Sie uns beim ersten Termin gegeben haben und die sich über die Zeit nicht verändern, also z.B. Fragen zur Ausbildung, kindlichen Entwicklung, zum ersten Ausbruch der Erkrankung, werden allerdings nicht mehr erhoben. Daher wird der zeitliche Umfang dieser Folgeuntersuchungen in der Regel kürzer sein als beim ersten Termin. Sollten bei Ihnen zwischen zwei Folgeterminen eine weitere ambulante oder (teil)stationäre Behandlung bzw. diagnostische Maßnahme an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der LMU erfolgen, so werden wir auch bei diesem Aufenthalt eine Blutabnahme und die Befragung und neuropsychologischen Tests durchführen. Diese würden auch dann erfolgen, wenn Sie aufgrund Ihres aktuellen Krankheitszustandes in Ihrer Urteilsfähigkeit eingeschränkt sind (z.B. während einer manischen oder psychotischen Phase). Um Sie aber in einer solchen Situation nicht unnötig zu belasten, kann die Blutentnahme mit einer im Rahmen Ihrer Behandlung notwendigen Routineblutentnahme verbunden werden. Weiterhin würden die Interviews oder Tests in einem solchen Fall gar nicht oder nur eingeschränkt durchgeführt oder durch eine Fremdbeobachtungsskala ersetzt (d.h. Sie werden nicht direkt zu Ihren Symptomen befragt, sondern diese werden anderweitig von uns erfasst).

Informationen, die Sie uns beim ersten Termin gegeben haben und die sich über die Zeit nicht verändern, also z.B. Fragen zur Ausbildung, kindlichen Entwicklung, zum ersten Ausbruch der Erkrankung, werden allerdings nicht mehr erhoben. Daher wird der zeitliche Umfang dieser Folgeuntersuchungen in der Regel kürzer sein als beim ersten Termin.

 
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