Zervix-Karzinom

 

Das Zervixkarzinom ist mit einer fast halben Million Neuerkrankungen pro Jahr weltweit der zweithäufigste bösartige Tumor der Frau. Bezüglich der Inzidenz und somit auch der Mortalität bestehen weltweit erhebliche Unterschiede, wobei durch die Einführung der Krebsvorsorgeuntersuchungen die Inzidenz des Zervixkarzinoms zumindest in den Industrieländern deutlich abgenommen hat und jetzt 12/100.000 beträgt. Der Altersgipfel liegt zwischen 50 und 59 Jahren.
Das 5-Jahres Überleben hängt deutlich vom Tumorstadium ab, die frühen Tumorstadien haben eine 5Jahres-Überlebenswahrscheinlichkeit von 90%.
Über 90% der Zervixkarzinome sind Plattenepithelkarzinome, bei den übrigen handelt es sich um Adenokarzinome oder Adenosquamöse Karzinome, vereinzelt kommen auch Sarkome und neuroendokrine Karzinome vor.

Welche Tumormarker sind beim Zervixkarzinom relevant

Das Squamous Cell Carcinoma Antigen SCCA ist der Marker der Wahl für die Plattenepithelkarzinome der Zervix, bei Adeno- oder Adenosquamösen Karzinomen der Cervix uteri dagegen das CEA, wobei jeweils eine gute Korrelation zum Tumorstadium besteht (Tabelle: Sensitivitäten [%] von CEA und SCC beim Zervixkarzinom).

Wann sind Tumormarker beim Zervixkarzinom relevant

Nicht zum Screening

Für die Screeninguntersuchungen von asymptomatischen Frauen wird der Papanicolau (Pap) Test verwendet, der die Inzidenz und Mortalität des Zervixkarzinoms senken konnte.
Tumormarker haben derzeit keinen Stellenwert für Screeninguntersuchungen beim Zervixkarzinom.

Wünschenswert vor der Ersttherapie 

Die Diagnose des Zervixkarzinoms wird durch den histopathologischen Befund erstellt. Aufgrund der geringen Sensitivität und auch Spezifität können Tumormarker wie SCCA und CEA wenig zur Diagnostik der frühen Stadien von Zervixkarzinomen beitragen.

Für die SCCA-Serumspiegel besteht eine gute Korrelation mit dem Tumorvolumen, dem Stadium und dem Lymphknotenbefall, prätherapeutische SCC-Konzentrationen sind zudem unabhängige Prädiktoren für das Vorliegen von Lyphknotenmetastasen.

Prognostische Aussagekraft von Tumormarkern

In zahlreichen Studien wurde SCCA als unabhängiger prognostischer Faktor für das rezidivfreie Intervall und das Überleben beschrieben, hohe SCCA-Konzentrationen sind mit einer deutlich schlechteren Prognose gekoppelt, und zwar unabhängig vom FIGO-Stadium und Differenzierungsgrad.

Geeignet für die Verlaufskontrolle

Für die Therapieeffizienzkontrolle bei Patientinnen mit einem Plattenepithelkarzinom der Zervix stellt SCC den Tumormarker der ersten Wahl dar.
Mit SCC steht eine klinisch-chemische Kenngröße zur Verfügung, die nicht nur die frühe Erkennung eines Rezidivs erlaubt, sondern auch zu einem sehr frühen Zeitpunkt anzeigt, ob ein vorliegendes Zervixkarzinom auf die Therapie anspricht. Mit Hilfe des Tumormarkerverlaufs kann somit entschieden werden, ob eine Patientin von der Fortsetzung der Therapie profitiert. Voraussetzung einer solchen Therapiekontrolle ist jedoch eine initial deutlich erhöhte Serumkonzentration von SCC. Fällt der zuvor erhöhte Tumormarkerwert nach spätestens 3 Therapiezyklen nicht in den Referenzbereich ab, sollte von einer Weiterführung der betreffenden Chemotherapie Abstand genommen werden. Die zusätzliche Bestimmung von CEA erhöht die Aussagekraft von SCC in der Erkennung von Rezidiven sowie in der Therapieeffizienzkontrolle.

 

Literatur:

  1. Duk JM, De Bruijn H, Groenier KH, Hollema H, ten Hoor KA, Krans M, (1990) Cancer of the uterine cervix: sensitivity and specificity of serum squamous cell carcinoma antigen determinations. Gynecol Oncol 39: 186-194, 1990

  2. Scambia G, Benedette Panici P, Foti E, Amoroso M, Salerno G (1994) Squamous cell carcinoma antigen: significance and role in the monitoring of neo-adjuvant chemotherapy response in cervical cancer. J Clin Oncol 12: 2309-2316

  3. Duk JM, Klaas H, de Bruijn H, Hollema H, ten Hoor KA, van der Zee A (1996) Pre-treatment serum squamous cell carcinoma antigen: a newly identified prognostic factor in early stage cervical cancer. J Clin Oncol 14: 111-118

  4. Gaarenstroom KN, Bonfrer JMG, Kenter GG, Korse CM, Hart AAM (1995) Clinical value of pre-treatment serum CYFRA 21-1, tissue polypeptide antigen and squamous cell carcinoma antigen levels in patients with cervical cancer. Cancer 76: 807-813