Häufigsten Diagnosen
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Die häufigsten Schwindelursachen |
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In unserer überregionalen Spezialambulanz für Schwindel sind die häufigsten Diagnosen bei 12085 Patienten (in absteigender Reihenfolge): Benigner peripherer paroxysmaler Lagerungsschwindel (BPPV) 18,6% Phobischer Schwankschwindel 15,3% Zentral-vestibuläre Schwindelformen 11,4% Basiläre Migräne 11,2% Morbus Menière 9,6% Neuritits vestibularis 7,7% Bilaterale Vestibulopathie 7,1% Vestibularisparoxysmie 3,9 % Psychogener Schwindel 3,0% Perilymphfilstel 0,6% unklar 2,7%
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Peripherer vestibulärer Schwindel |
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BENIGNER PERIPHERER PAROXYSMALER LAGERUNGSSCHWINDEL |
| SYMPTOME: Durch Kopf- oder Körperlageänderung ausgelöste, meist heftige Drehschwindelattacken, Dauer: < 1 Minute, begleitet von Oszillopsien, Übelkeit und Erbrechen KLINISCHER BEFUND: Bei Lagerung zum betroffenen Ohr Auslösung eines Lagerungsnystagmus, der rotierend zur Stirn mit crescendo- decrescendoartigem Verlauf schlägt und nach mehrfachem Lagern an Intensität abnimmt. MECHANISMUS: Canalolithiasis ("Stein im Bogengang") des (meist) posterioren Bogengangs THERAPIE: Lagerungstraining ("Befreiungsmanöver") |
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NEURITIS VESTIBULARIS
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| SYMPTOME: Subakut oder akut einsetzender Dauerdrehschwindel über Tage mit Oszillopsien, Fallneigung zur betroffenen Seite, Übelkeit, Erbrechen KLINISCHER BEFUND: Rotierender Spontannystagmus zur nicht betroffenen Seite, pathologischer Kopfimpulstest ZUSATZUNTERSUCHUNGEN: Elektronystagmographie mit kalorischer Spülung: einseitige kalorische Unter- oder Unerregbarkeit MECHANISMUS: Entzündliche Veränderungen des N. vestibularis AKUTE THERAPIE: Symptomatisch Antivertiginosa (z.B. Vomex A®) für max. drei Tage; Kausal gegen die Schwellung des Nerven: Cortison, z.B. Methylprednisolon 100 mg pro Tag; Gleichgewichtstraining zur Verbesserung der zentralen Kompensation |
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MORBUS MENIÈRE |
| SYMPTOME: (klassische Trias): 1. Drehschwindel für Stunden bis zu einem Tag, 2. einseitiges meist niederfrequentes Ohrgeräusch ("Rauschen"), 3. einseitige Hörminderung (häufig zusätzlich "Druckgefühl" im betroffenen Ohr) KLINISCHER BEFUND: In der Attacke Spontannystagmus und Hypakusis ZUSATZUNTERSUCHUNGEN: Im Intervall bei längerem Krankheitsverlauf häufig einseitige Hypakusis und kalorische Untererregbarkeit MECHANISMUS: Erhöhter Druck im Endolymphschlauch und intermittierendes Einreißen der Endolymphmembran THERAPIE: Medikamentöse Langzeitbehandlung mit Betahistin (z.B. Aequamen® forte/retard oder Vasomotal® 24mg, 3 x 2 Tbl. für mindestens 6 -12 Monate, bei unzureichendem Ansprechen nach drei Monaten Dosis auf 4 - 5 x 2 Tbl. à 24 mg erhöhen.) |
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BILATERALE VESTIBULOPATHIE
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| SYMPTOME: Schwankschwindel mit Oszillopsien beim Gehen, Zunahme im Dunkeln und auf unebenem Untergrund, in Ruhe beschwerdefrei, z.T. Gedächtnisstörungen KLINISCHER BEFUND: bds. path. Halmagyi-Kopfimpulstest; breitbasiges Gangbild MECHANISMUS: bds. Ausfall der Vestibularorgane mit Störung des vestibulo-okulären und vestibulo-spinalen Reflex THERAPIE: Intensives aktives Gleichgewichtstraining |
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VESTIBULARISPAROXYSMIE |
| SYMPTOME: Rezidivierende, Sekunden bis Minuten dauernde Schwindelattacken (meist Drehschwindel), Attacken meist spontan auftretend, manchmal durch Kopflageänderung ausgelöst, sehr selten in der Attacke und/oder im Intervall Hypakusis oder Tinnitus KLINISCHER BEFUND: In der Attacke Spontannystagmus, Fallneigung ZUSATZUNTERSUCHUNGEN: MRT-Gefäßnerv-Kontakt in >90%, Ausschluß, z.B. zentraler Ursachen mittels MRT, Liquorpunktion und Evozierter Potentiale MECHANISMUS: Gefäßnerv-Kontakt mit ephaptischer Erregungsübertragung THERAPIE: Carbamazepin (3 x 100 - 2 x 400 mg/d, Tegretal®, Timonil®) oder Oxcarbamazepin (Trileptal 2-3 x300 mg/d) (Mittel der ersten Wahl), bei Entwicklung einer Allergie oder fehlender Wirkung Phenytoin (Zentropil® 1 - 2 x 100 mg/d) oder Gabapentin (Neurontin®) |
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ZENTRAL VESTIBULÄRER SCHWINDEL |
| SYMPTOME: Dreh- oder Schwankschwindel mit/ohne Übelkeit unterschiedlicher Dauer meist Begleitsymptome wie Doppelbilder, periorale Parästhesien, Facialislähmung, Schluck-, Sprechstörungen, Sensibilitätsstörungen an Armen/Beinen, Paresen, Ataxie KLINISCHER BEFUND: meist zentrale Okulomotorikstörungen, Downbeat-, oder Upbeatnystagmus oder zentrale vestibuläre Syndrome und Störungen der Hirnnerven (s.o.) |
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VESTIBULÄRE MIGRÄNE |
| SYMPTOME: Drehschwindel- oder Schwankschwindelattacken von Minuten bis Stunden, in 2/3 der Fälle Kopfschmerzen KLINISCHER BEFUND: meist leichte zentrale Okulomotorikstörungen im Intervall THERAPIE: symptomatische Behandlung: Antiemetika (Metoclopramid, Domperidon) Analgetika (Acetylsalicylsäure, Paracetamol, prophylaktische Behandlung: ß-Rezeptorenblocker (Metoprolol-succinat, Propranolol), Topiramat oder Valproinsäure |
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PSYCHOGENE SCHWINDELFORMEN |
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PHOBISCHER SCHWANKSCHWINDEL |
| SYMPTOME: Schwankschwindel und subjektive Stand-/Gangunsicherheit, attackenartige Fallangst ohne Sturz, oft ausgelöst durch typische Situationen begleitet mit Angst oder vegetativen Mißempfindungen Besserung bei Sport und leichtem Alkoholkonsum, Entwicklung von Vermeidungsverhalten KLINISCHER BEFUND: normaler neurologischer Befund und unauffällige Gleichgewichtstests MECHANISMUS: Verstärkte Selbstbeobachtung der Balance ("Hyperreflektion"); Störung des Raumkonstanzmechanismus THERAPIE: Erklärung des psychogenen Mechanismus, selbstkontrollierte Desensibilisierung (eventuell im Rahmen einer Verhaltenstherapie). Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer. |