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Behandlungsmöglichkeiten

Möglichkeiten der Fertilitätsprotektion

Medikamentöser Schutz der Eierstöcke (Ovarielle Downregulation durch GnRH- Analoga)

Mit speziellen Medikamenten (GnRH- Analoga), die entweder alle drei Tage oder einmal im Monat durch die Patientin selbst in das Unterhautfettgewebe gespritzt werden, kann man die Eierstöcke in einen Art „Winterschlaf“ während der Chemotherapie versetzen. Mit dieser „Schutzbehandlung“  unterdrückt man während der Chemotherapie die Eierstocksfunktion einschließlich der Monatsblutung. In dieser Situation sind die Eierstöcke offenbar weniger empfindlich gegenüber den schädigenden Einflüssen der Chemotherapie.

Einfrieren von befruchteten oder unbefruchteten Eizellen (Kryokonservierung von 2 PN-Vorkernstadien oder MII- Zellen)

Vor Schädigung der Eizellen durch die Chemotherapie kann man nach hormoneller Stimulation Eizellen aus dem Eierstock entnehmen und Einfrieren. Hier kann man bei sowohl unbefruchtete Eizellen (MII-Zellen) oder bei Vorliegen einer stabilen Partnerschaft befruchtete Eizellen (2PN-Zellen) einfrieren. Dieses Verfahren wird schon seit Jahrzehnten erfolgreich genutzt und es gibt hunderttausende gesunde Kinder mit dieser Methode. Es handelt sich also um ein etabliertes und sicheres Routineverfahren der Reproduktionsmedizin, was seit geraumer Zeit auch erfolgreich für den Fruchtbarkeitserhalt vor onkologischer Therapie eingesetzt wird. Diese erfordert eine hormonelle Vorbehandlung über 10-12 Tage um die Eizellen im Eierstock heranzureifen. Die reifen Eizellen werden dann in einer kurzen ambulant durchzuführenden Narkose über die Scheide entnommen. Im Anschluss kann unmittelbar mit der Chemotherapie begonnen werden. Meistens kombinieren wir diese Methode mit dem oben dargestellten Verfahren zum medikamentösen Schutz der Eierstöcke. Nach Abschluss der Krebsbehandlung und bei unerfülltem Kinderwunsch können der Patientin dann die eingefrorenen Eizellen wieder zurückgegeben werden. Eingefrorene Eizellen unterliegen keinen Alterungsprozessen und behalten das biologische Alter zum Zeitpunkt des Einfrierens.Einfrieren von Eierstocksgewebe ( Kryokonservierung von Ovargewebe)

Einfrieren von Eierstocksgewebe ( Kryokonservierung von Ovargewebe)

Vor Chemotherapie kann mittels Bauchspiegelung ein Teil eines Eierstocks entfernt und eingefroren werden, sodass dieser Teil des Eierstocks nicht die schädigende Therapie durchlaufen muss. Nach Abschluss der onkologischen Therapie kann das entnommene Stück Eierstock in einer erneuten Operation in den Bauchraum zurückgepflanzt werden. Mit dieser Therapievariante gibt es bisher weltweit nur einige Duzend Schwangerschaften und es handelt sich letztlich immer noch um ein experimentelles Verfahren, welches einerseits recht eingreifend ist andererseits keine klaren Daten zu den zukünftigen Chancen auf eine Schwangerschaft bietet. Man sollte diese Methode derzeit absoluten Ausnahmefällen vorbehalten – oder sie allenfalls mit den o.a. sicher etablierten Verfahren kombinieren.

Verlagerung der Eierstöcke

Wird eine Strahlentherapie des Beckens zur Krebstherapie benötigt, so werden die Eierstöcke durch die Strahlentherapie deutlich geschädigt. Bereits eine geringe Strahlendosis kann hier eine ausgeprägte Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit hervorrufen. Aus diesem Grund kann eine operative Verlagerung der Eierstöcke aus dem Strahlenfeld mittels Bauchspiegelung vor einer Strahlentherapie durchgeführt werden. Hierdurch kann die Schädigung der Eierstöcke deutlich reduziert werden.