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Behandlungsmöglichkeiten

Operative Möglichkeiten

Bei Vorliegen von Septen bzw. Trennwänden in der Gebärmutter (Uterus septus / subseptus ) können diese im Rahmen einer Gebärmutterspiegelung entfernt werden. Dieser Eingriff dauert nicht lange und wird in Narkose durchgeführt, damit sie keine Schmerzen haben. Nach dem Eingriff sollte noch etwas Abstand zur nächsten Schwangerschaft eingehalten werden.

Diät

Auch Diät oder eine besondere Ernährung kommen als therapeutische Optionen in Frage, zum Beispiel in Form einer Gewichtsreduktion bei Patientinnen mit polyzystischem Ovarsyndrom (PCO). Eine besondere Art von Ernährung sollten Patientinnen einhalten, bei denen eine Unverträglichkeit gegenüber Gluten, was als Sprue oder Zöliakie bezeichnet wird, festgestellt wurde. Diese Patientinnen werden in einer diätischen Beratung angeleitet sich auf glutenfreie Nahrung umzustellen. Eine solche glutenfreie Diät verbessert den Verlauf und die Prognose für die nächste Schwangerschaft.

Beeinflussung des Gerinnungssystems

Sollte bei ihnen eine Störung in der Blutgerinnung gefunden worden sein, so hängt die Therapie in erster Linie von der jeweiligen Störung ab. Eine mögliche Option ist zum Beispiel die Einnahme von ASS 100 ab der Frühschwangerschaft. Eine weitere Möglichkeit die Blutgerinnung zu beeinflussen, ist eine Therapie mit Heparin, welche ebenso in der frühen Schwangerschaft beginnt. Die jeweils für sie richtige Option werden wir mit Ihnen anhand neuester Erkenntnisse ausführlichst besprechen und planen.

Immunologische Ansätze

Bei Vorliegen von überschießenden oder fehlgesteuerten Reaktionen des Immunsystems oder bei Vorhandensein von speziellen Antikörpern oder Abstoßreaktionen, kann eine Immuntherapie unter bestimmten Umständen in Anbetracht kommen. Diese muss im Vorfeld genau mit Ihnen besprochen und geplant werden.

Polkörperdiagnostik und Präimplantationsdiagnostik (PKD/PID)

Eine mögliche Ursache für wiederkehrende Fehlgeburten ist eine Fehlverteilung der Chromosomen (Träger der Erbsubstanz) in der Eizelle. Durch die Polkörperdiagnostik (PKD) können Chromosomenfehlverteilungen in den Eizellen im Rahmen der künstlichen Befruchtung erkannt werden. Eizellen mit überzähligen oder fehlenden Chromosomen oder Chromosomenabschnitten werden dann von der Befruchtung ausgeschlossen.
Mit zunehmendem Alter der Frau treten Fehler bei der Verteilung der Chromosomen (Träger der Erbsubstanz) in der Eizelle häufiger auf. Eizellen mit Fehlverteilungen können zum Ausbleiben einer Schwangerschaft, zur Fehlgeburt oder zur Geburt von genetisch auffälligen Kindern führen. Auch bei Trägerinnen von Translokationen trägt ein Teil der Eizellen Fehlverteilungen (fehlende oder überzählige Chromosomenstücke) und dies kann ähnlich Auswirkungen auf das schwanger -werden und -bleiben haben. Jedoch muss einschränkend erwähnt werden, dass die Polkörperdiagnostik eine Diagnostik der Eizelle darstellt. Um Aussage über den Embryo zu erhalten, muss eine Präimplantationsdiagnostik durchgeführt werden.