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Psychosoziale Betreuung

Jede schwere Krankheit im Kindesalter verursacht enorme emotionale und körperliche Belastung, sowohl für das Kind als auch für die Familie. Unser Psychosozialer Dienst betreut Sie auf der Normal- und Intensivstation. Darüber hinaus betreut er Patienten mit Herzinsuffizienz im Rahmen der  HTX Spezial-Sprechstunde.

Unser grundsätzlicher Ansatz ist dabei, das Kind, die Eltern und deren Familien in der schwierigen Lebenssituation wertschätzend und einfühlsam zu begleiten. Unser Anliegen ist, die Ressourcen des Einzelnen und der Familie zu unterstützen, zu mobilisieren und Angebote zu deren  Stabilisierung zu ermöglichen. Gerne können Sie mich anrufen und einen Gesprächstermin vereinbaren.

Den Behandlungen der Kinder und Jugendlichen liegen meist schwerwiegende oder aber auch lebensbedrohliche Erkrankungen zu Grunde. Diese können angeboren oder im Verlauf des Lebens entstanden sein.

Für die gesamte Familie des betroffenen Kindes oder Jugendlichen bedeutet die Erkrankung bzw. der Klinikaufenthalt  in der Regel eine jähe Abkehr vom Alltag mit gewohnten und bekannten Abläufen.  Ängste, Ungewissheiten, Ohnmachtsgefühle und Hoffen können in den Vordergrund treten.

Eine gute Organisation des Tages und Unterstützung in der Versorgung von Geschwisterkindern werden meist notwendig. Bei länger andauernden  Erkrankungen und Behandlungs- sowie Genesungszeiten des Kindes können berufliche und finanzielle Sorgen  zusätzlich auftreten.

Möglicherweise belasten weitere persönliche Aspekte  oder aber auch Schwierigkeiten im erzieherischen Alltag im Vorfeld die aktuelle Situation und erschöpfen die Ressourcen und positiven Kräfte, die in jeder Familie bestehen.

 

Einige Fragen, die Eltern häufig stellen:

„Wie können wir unserem Kind in dieser schweren Zeit zur Seite stehen?“

 “Wie schaffen wir es, dass sich unser Kind im Krankenhaus geborgen und geschützt fühlt?“    

„Wie erklären wir unseren anderen Kindern, was mit ihrem Bruder/Schwester in der Klinik passiert?“    

„Was können wir tun, wenn wir verzweifelt sind?“

„Wie kann ich mein Kind dazu bringen seine Medikamente einzunehmen?“

Uns ist wichtig, dass die Eltern  während  der Behandlung ihres Kindes weiterhin ihre Fürsorge und Betreuung wahrnehmen können. Gerne werden sie durch das medizinische pflegerische und therapeutische Team unterstützt.

Psychologische Interventionen und Angebote
  • Gespräche mit den Eltern, Kind und Jugendlichen in Vorbereitung zur Listung für eine Transplantation.
  • Nach dem Transplantationsgesetz TPG §10 (1997), hat eine Klinik die Transplantationen vornimmt eine psychologische Betreuung vor und nach der Transplantation sicher zu stellen.
  • Diese Zeit ist geprägt von einer konstruktiven Zusammenarbeit aller an der Behandlung beteiligten Personen. Im Kontext der Lebens- und Familiengeschichte werden die zukünftigen notwendigen Behandlungen als auch die weitere Kooperation und die Ressourcen des Patienten und seiner Familie benannt bzw heraus gearbeitet.
  • Nach der Transplantation besteht im Rahmen der HTX-Sprechstunde in der Ambulanz die Möglichkeit für weitere psychologische Beratung und Gespräche.
  • Eine Krisenintervention erfolgt bei akuten Ereignissen, bei Mitteilung belastender Informationen als auch bei unvorhergesehenen Veränderungen des Behandlungsverlaufs oder Prognosen.
  • Da wir in der Behandlung des Kindes die gesamte Familie im Blick haben, bieten wir auch bei Bedarf  Familienorientierte Interventionen  in Form von Familien- und Paargesprächen an.
  • Geschwisterkinder  entbehren in der Zeit der Behandlung  vermehrt ihre Eltern und vermissen gleichzeitig ihren Bruder/ihre Schwester.  Sie wollen helfen und keine zusätzlichen Probleme bereiten. Schlafprobleme, Verhaltensauffälligkeiten (z.B. internalisiert wie Traurigkeit, Niedergeschlagenheit), Hausaufgaben-  oder beginnende Schulprobleme, aber auch wiederkehrendes nächtliches Einnässen können jedoch die Folge sein. Wir besprechen bei Bedarf  Ressourcen der Kinder und mögliche Unterstützungen.
  • In Einzelgesprächen können Veränderungsmöglichkeiten belastungsbedingten Verhaltens der Eltern konkretisiert und eingeleitet werden.
  • Verhaltenstherapie mit  Interaktionstherapie  und kognitiven Verfahren zur Verbesserung der Kooperation des Kindes, Stärkung der Selbstwirksamkeit und Kompetenzen sowie der Kommunikation Eltern-Kind werden ebenfalls angewandt. Ggf nutzen wir die Videoarbeit zur Unterstützung von Veränderungen im Verhalten.
  • Die Psychoedukation über Schmerz und Ängste ermöglicht Eltern und den Kindern die Schmerzerfahrung in ihrem physiologischen Ablauf zu verstehen. Über die medikamentöse Behandlung hinaus können schmerzreduzierende Ansätze seitens der Eltern und des Kindes erlernt werden.
  • In Einzelpsychotherapeutischen Sitzungen können in einem separaten Raum auf Station, im Rahmen der HTX- Ambulanz oder aber am Krankenbett hypnotherapeutische Ansätze (bei Angst, Schmerz, Stress und für die Zielplanung) sowie
  • Entspannungsverfahren  wie: Progressive Muskelrelaxation PMR nach Jacobson und autogenes Training zur Verbesserung der Körperwahrnehmung als auch  Spannungsreduktion genutzt werden.
  • Wir vermitteln wohnortnahe weitere psychologische Betreuung sollte dies dem Wohl der Familie bzw des Kindes oder Jugendlichen entsprechen, und erstellen bei Bedarf psych. Stellungnahmen.
  • Im Jugendlichenalter bzw bei jungen Erwachsenen können die Ablösung vom Elternhaus, eigenverantwortlicher Umgang mit Alkohol, Partnerschaft und Sexualität sowie Berufsfindung vor allem im Rahmen der HTX- Sprechstunde in der Ambulanz wichtige Themen darstellen. Dabei ist uns die seelische Befindlichkeit des Kindes oder Jugendlichen ein großes Anliegen.
  • Wir möchten den Kontakt unter Eltern wenn möglich durch gemeinsames Essen in der Elternküche anregen, um im sozialen Rahmen Ablenkung und  zeitweiliges Miteinander, evtl auch gegenseitige Unterstützung und Austausch zu fördern und somit einer Isolierung vorbeugen. Gemeinsame Entspannungsübungen können angeboten werden.
  • Eine Einschätzung von Entwicklungs- Lern- und Leistungsproblemen kann im Hinblick auf die Förder- oder Schulsituation wichtig sein.
  • Psychosoziale Unterstützung im multiprofessionellen Team
  • Wir besprechen hier regelmäßig abgestimmt auf das einzelne Kind und seinen Bedarf die weiteren Maßnahmen, Therapien und Angebote:
  • Physio- und Ergotherapie: Über die Mobilisierung und andere notwendige Interventionen nach OP hinaus kann bei längerer Verweildauer auf Station motorische und wahrnehmungsgebundene Entwicklungsförderung indiziert sein.
  • Musiktherapie: unterstützt den Ausdruck von Gefühlen und zeitweises Loslassen vom klinischen Alltag, fördert die Entspannung und das Empfinden von Freude und trägt zum seelischen Gleichgewicht bei. Es regt die vorsprachliche Kommunikation bei jüngeren Patienten an, den Aufbau von Dialog, und ermöglicht erstes Spiel auf Instrumenten.
  • multiple pädagogische Ansätze mit Basteln, Malen, Kochen, Spiel am Krankenbett oder in kleinen Gruppen
  • Schule für Kranke/Kliniklehrerin
  • Seelsorge
  • Sozialdienst: sozialrechtliche Beratung, Rehabilitation und Einleitung von Kurmaßnahmen, familienunterstützende Hilfen, Beratung bzgl Schwerbehindertenausweis, Pflegestufe u.a.
  • Im Weiteren unterstützen die Klinikclowns; ein Elterncafe findet in der Regel 1x in der Woche durch Mitarbeiter des Ronald Mc Donald Hauses auf Station statt.
  • Zwei Mal im Jahr bieten wir für Eltern und den Familien mit Kindern/Jugendlichen nach Herztransplantation einen Gesprächskreis mit Vortrag zusammen mit den Mitarbeitern des Ronald McDonald Hauses an.
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