Coronavirus-Pandemie

Betreff:  Coronavirus-Pandemie (COVID 19 Erkrankung) und Tumorerkrankung  Neuroendokriner Tumor (Informationsstand 25.03.2020)
 
Sehr geehrte Patientinnen und Patienten,
 
anbei finden Sie bitte zunächst allgemeine Hinweise zum Coronavirus (COVID 19 Erkrankung) für Personen mit Tumorerkrankungen:

Bei Patientinnen / Patienten mit Neuroendokrinen Tumoren kann man hinsichtlich der Coronavirus-Pandemie  (COVID 19 Erkrankung) zwischen folgenden Gruppen unterscheiden:

  • Patienten unter Chemotherapie oder molekular-zielgerichteter Therapie  haben ein höheres Risiko, da hier das Blutbild und das Immunsystem durch die Tumortherapie beeinträchtigt werden kann.
  • Patienten nach Peptid Rezeptor Radio Therapie  (PRRT) können ein höheres Risiko haben, da hier das Blutbild und das Immunsystem durch die Tumortherapie beeinträchtigt werden kann.
  • Patienten die Cortisonpräparate einnehmen müssen (zum Beispiel vorübergehend nach Selektiver Intraarterieller Radiotherapie (SIRT))  haben ein vorübergehend höheres Risiko.
  • Patienten unter Biotherapie mit Somatostatinanaloga haben vermutlich kein höheres  Risiko, da das Immunsystem durch die Biotherapie vermutlich nicht beeinträchtigt wird
  • Patienten mit Z.n. nach Operation von Lungentumoren (Karzinoiden der Lunge)  können  ein höheres Risiko haben, da die Lungenfunktionsreserve je nach Ausmaß der  Lungenoperation etwas reduziert sein kann.

Eine pauschalisierte Empfehlung zum weiteren  Vorgehen bzgl. Diagnostik und Therapie  für  Patientinnen / Patienten mit Neuroendokrinen Tumoren kann während der aktuellen Coronavirus-Pandemie (Stand 24.03.2020) nicht gegeben werden. Das individualisierte Vorgehen sollte nach gemeinsamer  individueller Nutzen-Risiko Abwägung von behandelnder Ärztin / Arzt und Patientin / Patient  jeweils festgelegt werden:

  • bzgl. der Terminierung von Tumornachsorgeuntersuchungen
  • bzgl. der Terminierung von Verlaufskontrolluntersuchungen unter Therapie
  • bzgl. der aktuellen / weiteren Tumorbehandlung

Siehe hierzu auch Auszug / Zitat aus dem Merkblatt der Deutschen Gesellschaft für Hämato-Onkologie (DGHO) für Krebspatienten zum Coronavirus (Stand 18.03.2020): „Bei jeder Krebstherapie muss der Nutzen der Behandlung gegen den möglichen Schaden, d.h. Nebenwirkungen, abgewogen werden. Das individuelle Erkrankungsrisiko ist unterschiedlich, abhängig von den Lebensumständen und den persönlichen Kontakten. Bei den meisten, akut an Krebs erkrankten Patienten steht der Nutzen einer sinnvollen und geplanten Krebstherapie über dem Risiko einer möglichen Infektion mit dem Coronavirus. Bei Patienten mit chronischer und gut beherrschter Krebskrankheit kann individuell über eine Therapieverschiebung entschieden werden.“
Die allgemein empfohlenen  Vorsichtsmaßnahmen  zum Infektionsschutz während der  Coronavirus-Pandemie
gilt es für uns alle  konsequent in unserem  Alltag umzusetzen und einzuhalten. Informationen hierzu finden Sie zum Beispiel unter:

Neben Terminanfragen stehen wir in diesen außergewöhnlichen Zeiten der Corona-Pandemie auch für die telephonische ärztliche Beratung hinsichtlich der weiteren Behandlung Ihrer neuroendokrinen Tumorerkrankung  zur Verfügung. Sie erreichen unser Sekretariat über Tel.-Nr.: 089/4400-72520, Fax 089 / 4400-78696 oder Online-Terminanfrage auch für telephonische Beratung über die Homepage unseres Interdisziplinären Zentrums für neuroendokrine Tumore (GEPNET-KUM) unter: Online-Terminanfrage

Ihr Team des GEPNET-KUM
Interdisziplinären Zentrum für Neuroendokrine Tumoren des GastroEnteroPankreatischen Systems (GEPNET-KUM)