Michael Raum

Raum Michael - EKFS-Inet

Proteintrafficking und Vesikelbildung in neutrophilen Granulozyten

Die schwere kongenitale Neutropenie ist eine seltene angeborene Erkrankung, bei der es zu einer Störung der Hämatopoese der neutrophilen Granulozyten im Knochenmark kommt, weshalb die an dieser Erkrankung betroffenen Kinder an schweren Infektionen leiden.

Seit 1956 der schwedische Arzt Rolf Kostmann das erste Mal die schwere Agranulozytose im Kindesalter beschrieben hat, wurden mittlerweile über 20 seltene Genmutationen festgestellt, die auf unterschiedliche Weise zu dem Krankheitsbild der schweren angeborenen Neutropenie führen können. Ein in diesem Zusammenhang von der Arbeitsgruppe Klein erst kürzlich beschriebenes Gen ist Jagunal homolog 1  (JAGN1). Auch wenn verschiedene Mutationen in JAGN1 bereits nachgewiesen werden konnten, ist bisher nicht eindeutig geklärt, durch welchen Mechanismus dieses Gen die Differenzierung und Funktionalität der neutrophilen Granulozyten beeinflusst. Es konnte jedoch gezeigt werden, das neutrophile Granulozyten mit JAGN1-Mutationen Defekte in der Granulabildung aufweisen.

Da die Degranulierung dieser präformierten Vesikel der neutrophilen Granulozyten eine entscheidende Rolle in der Abwehrfunktion spielt, fokussiert sich die Arbeit auf das Trans-Golgi-Netzwerk (TGN), das für die intrazelluläre Vesikelbildung zuständig ist. Mithilfe von systematischen Sekretomanalysen soll genauer differenziert werden, ob und wie sich die JAGN1-Mutationen auf den Prozess im TGN auswirken. Ein weiterer Teil der Arbeit besteht darin, das trafficking von Proteinen vom endoplasmatischen Retikulum über den Golgi-Apparat bis zur Vesikelbildung und Sekretion in vivo mithilfe der Fluoreszenzmikroskopie zu analysieren, um die Mechanismen hinter den Granuladefekten besser zu verstehen.

Die Hoffnung ist durch das bessere Verständnis der Pathophysiologie der schweren kongenitalen Neutropenie sowohl in der Diagnostik als auch in der Therapie neue Möglichkeiten aufzudecken.

 

 

 
 

 Klein

 

Prof. Dr. Christoph Klein

Kinderklinik im Dr. von Haunerschen Kinderspital

Ludwig Maximilians Universität München

Lindwurmstraße 4

80337 München

Tel +49 89 4400 57700

E-Mail: Christoph.Klein@med.uni-muenchen.de