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Informationen zu Augenbewegungsstörungen

Warum wir Ihnen so genau in die Augen sehen

Um unsere Umwelt wahrzunehmen benötigen wir nicht nur die Bilderkennung und eine gute Sehschärfe sondern auch die Fähigkeit verschiedenste Augenbewegungen problemlos mit beiden Augen koordiniert ausführen zu können. Bewegte Objekte müssen verfolgt, unbewegte Objekte müssen durch schnelle Augenbewegungen angesehen werden können, Blicksprünge z.B. beim Lesen müssen reibungslos ablaufen und vieles mehr.  Dabei vermeiden die Augen durch entsprechendes Korrigieren eine Bildverschiebung, um eine scharfe Abbildung zu ermöglichen. Daran sind nicht nur die Augenmuskeln selbst, sowie die ansteuernden Nerven sondern auch die Steuerzentren im Hirnstamm und Kleinhirn oder in unserem Kortex beteiligt. Durch die Verbindung der Augenmuskeln mit dem Gleichgewichtsorgan im Innenohr können auch bei Gleichgewichtsstörungen oder Schwindel Bewegungsstörungen der Augen auftreten. Durch die genaue Untersuchung der Augenbewegung ist deshalb eine Überprüfung dieser Funktionen gewährleistet und Störungen können aufgedeckt werden.

 

Subjektive Probleme bei Augenbewegungsstörungen

Die häufigsten subjektiven Probleme bei Augenbewegungsstörungen sind:

  • Verschwommensehen bei Augenbewegung oder Eigenbewegung
  • Bilderwackeln, sog. Oszillopsien, immer oder attackenartig
  • Doppelbilder in bestimmten Blickpositionen oder immer
  • Zeitverzögerung beim Blickwechsel
  • Deutliche Leseprobleme trotz guter Brillenkorrektur
  • Fixationsprobleme
  • erschwerte Erkennung von schnell bewegten Objekten z.B. im Straßenverkehr

 

Untersuchungsmethoden

Die Bewegungsfähigkeit der Muskeln in allen Blickrichtungen des Raumes wird mit Hilfe des Abdecktestes überprüft. Dabei achtet die Orthoptistin auch auf kleinste Änderungen eines vorliegenden Schielwinkels, um eine Augenmuskelschwäche zu erkennen. Das Abweichen wird genau vermessen, zum einen mit Prismengläsern , zum anderen an der Tangentenskala nach Harms (hier können insbesondere vergleichende Messungen bei Befundkontrollen vorgenommen werden oder verrollte Augenstellungen quantitativ bestimmt werden). Zusatzuntersuchungen wie die subjektive visuelle Vertikale und die Fundusphotographie mit dem Laser- Scanning- Ophthalmoskop ermöglichen ein sicheres Erkennen von zentral bedingtem erworbenem Schielen (also Doppeltsehen, welches durch Störungen des Hirnstamms und Kleinhirns herrührt).

Die Orthoptistin überprüft weiterhin die Genauigkeit und Geschwindigkeit von Blicksprüngen und Blickfolgebewegungen, achtet auf dezente Fixations-entgleisungen oder Nystagmus (Augenzittern). Wenn nötig  wird die genaue Aufzeichnung eines solchen Augenzitterns mit Hilfe der Videookulographie durchgeführt.

 

Orthoptische Therapie

Bei vorliegenden Doppelbildern, Blicklähmungen oder Augenmuskellähmungen kann eine orthoptisch- symptomatische Therapie erfolgen:

In der Akutphase kann die Verdeckung eines Brillenglases (z.B. mit einer Mattfolie) helfen die Orientierung im Alltag wiederherzustellen.

Bei konstanten Doppelbildern wird der Schielwinkel durch Prismen korrigiert,
um wieder beidäugiges Sehen zu ermöglichen

Bei Bewegungsstörungen der Augenmuskeln, welche durch
Nervenlähmungen oder Störungen der Steuerzentren bedingt sind, können unterstützend Bewegungsübungen durchgeführt werden

 

Behandlung von Nystagmus:

Bei bestimmten Arten des erworbenen Augenzitterns können Medikamente helfen. Die Orthoptistin dokumentiert dabei die Veränderung des Nystagmus.

Manchmal ist eine Behandlung mit Prismen möglich.