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Hitzeaktionsplan für die Stadt Worms

Worms in Rheinland-Pfalz, eine der heißesten Gegenden in Deutschland, ist im Sommer immer wieder von Hitzewellen betroffen. Temperaturen bis zu 40° C und höher sowie eine hohe Anzahl an Sommer- und Hitzetagen beeinträchtigen die Gesundheit der Bevölkerung. Die Bürger der Stadt Worms sollen nun durch die Etablierung eines Hitzeaktionsplans vor den vermehrt auftretenden Hitzeereignissen geschützt werden. Der Hitzeaktionsplan wird zwischen 2020 und 2022 unter der breiten Beteiligung aller relevanten Akteure erstellt, anschließend umgesetzt und etabliert. Der Hitzeaktionsplan orientiert sich an den Handlungsempfehlungen des Bundesumweltministeriums und knüpft an die Klimawandelanpassungsstrategie der Stadt an. Ziel ist der Schutz der Bevölkerung und die Verringerung der Morbiditäts- und Mortalitätsrate während Hitzeperioden.

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Maßnahmen

Bei der Erstellung des Hitzeaktionsplans werden kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen berücksichtigt. Somit werden Vorbereitungen vor dem Sommer, Schutzmaßnahmen während des Sommers umgesetzt und   ein langfristig agierendes Netzwerk zum gesundheitlichen Hitzeschutz in Worms aufgebaut.

  • Kurzfristige Maßnahmen in Form eines konkreten Ablaufplans: Frühwarnsystem, Kommunikationskette und spezielle Maßnahmenpläne für ein akutes Hitzeereignis auf Basis des Hitzewarndienstes des Deutsches Wetterdienstes für diejenigen, die mit Personen aus vulnerablen Bevölkerungsgruppen arbeiten bzw. mit diesen in Kontakt stehen. Darüber hinaus wird die Öffentlichkeit über verschiedene Kanäle informiert.
  • Mittelfristige Maßnahmen vor und während des Sommers: Aufbau von Netzwerken und Schulung der relevanten Akteure und Multiplikatoren innerhalb Stadt.
  • Langfristige Maßnahmen: Entwicklung von langfristigen Strategien und Maßnahmen zur Erhöhung der Hitzeresilienz unter Einbezug des Bauwesens und der Stadtplanung (bspw. Erhöhung der Grünflächen).

Unsere Aufgaben

Die Arbeitsgruppe Globale Umwelt-Gesundheit an Institut und Poliklinik für Arbeits-., Sozial- und Umweltmedizin am Klinikum der LMU München unterstützt die Projektpartner bei der Akteursbeteiligung, der Netzwerkbildung und der Konzeption und Evaluation des Maßnahmenplans sowie insbesondere hinsichtlich aufzubereitender Schulungs- und Informationsmaterialien. Ein weiterer Fokus liegt auf der Kommunikation des Maßnahmenplans und weiterer wichtiger Unterstützungsangebote an stationäre Pflegeeinrichtungen und ambulante Pflegedienste.


Projektpartner

  • Stadt Worms: Die Stadt Worms hat als Antragssteller aufgrund der hohen Vulnerabilität im Bereich Hitze und Betroffenheit durch den Klimawandel ein großes Interesse, einen Hitzeaktionsplan in ihrer Kommune zu etablieren. Als einer der Erstunterzeichner der europäischen Initiative „Mayors Adapt“ widmet sich Worms unter Einbeziehung der Bürger*innen aktiv der Anpassung an den Klimawandel.

  • Klimabündnis (Verbundpartner): Das Klimabündnis ist mit europaweit ca. 1.700 Mitgliedskommunen, davon ca. 500 Städte und Gemeinden in Deutschland, das größte europäische Städtenetzwerk, das sich dem Klimaschutz und der Anpassung an die Folgen des Klimawandels widmet.

  • Hochschule Fulda (Verbundpartner): Seit mehr als 10 Jahren forschen Prof. Dr. Henny Annette Grewe und Prof. Dr. Beate Blättner zu den Auswirkungen des Klimawandels auf die Gesundheit und die Gesundheitsversorgung sowie zu Präventionsstrategien. Beide haben bereits zu Hitzeaktionsplänen publiziert und besitzen umfangreiche Erfahrungen zur Implementierung von Präventionsansätzen.

  • Rheinland-Pfalz Kompetenzzentrum für Klimawandelfolgen (Kooperationspartner): Als zentrale Anlaufstelle des Landes Rheinland-Pfalz mit Koordinierungsfunktion im Themenkomplex Klimawandel, Klimawandelfolgen und -anpassung unterstützt das Kompetenzzentrum bei der Bereitstellung von Informationen, Entscheidungsgrundlagen und Hilfestellungen für die kommunale Anpassung an den Klimawandel.

Der Hitzeaktionsplan wird weiterhin unter der breiten Beteiligung aller für das Vorhaben relevanten und lokalen Akteure erarbeitet. Darunter fallen z. B. Institutionen und Bereiche, die Umgang mit hitzevulnerablen Personengruppen haben, wie älteren und hochaltrigen Menschen, Kindern, körperlich und seelisch vulnerablen Menschen und Menschen mit großer Hitzebelastung, z. B. während der Berufsausübung.


Projektförderung

Das Projekt wird gefördert vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages im Rahmen des BMU-Programms „Anpassung an den Klimawandel“ (DAS) mit dem Schwerpunkt "Kommunale Leuchtturmvorhaben".

Projektkennziffer: 67DAS206D

Logo: Förderung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit